Rhein-Pfalz Kreis Vertrag mit Deutsche Glasfaser geschlossen

In zwei Dörfern der Region sollen nächstes Jahr Glasfaserleitungen verlegt werden.
In zwei Dörfern der Region sollen nächstes Jahr Glasfaserleitungen verlegt werden.

Heuchelheim und Großniedesheim sollen – wenn möglich bis zum nächsten Sommer – eine zukunftsfähige Breitbandversorgung mit Glasfaserleitungen bis in die Häuser bekommen. Dafür haben beide Ortsgemeinden sowie die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim am Donnerstag einen Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser geschlossen.

Der Internetanbieter aus Borken im Münsterland will sein Geschäft auf Rheinland-Pfalz ausdehnen und hat sich dafür als erstes Heuchelheim und Großniedesheim ausgeguckt, wie Produktmanager Mirko Tanjsek am Donnerstag im Heßheimer VG-Rathaus sagte. Was genau die beiden Dörfer für die Firma so attraktiv macht, wurde bei dem Treffen nicht näher erläutert, aber eine 2,5 Millionen schwere Investition sind sie offenbar wert. Vorausgesetzt bis Mitte November entscheiden sich 40 Prozent der jeweils um die 560 anschließbaren Haushalte für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser. „Nachfragebündelung“ nennt Tanjsek die vom 2. September bis 13. November laufende Werbeoffensive, nach deren Abschluss feststehen soll, ob sich der Breitbandausbau in Heuchelheim und Großniedesheim lohnt. Geboten werden den Bürgern laut Tanjsek drei Internet/Telefon-Pakete mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 100, 200 oder 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Der Manager betont: „Das sind symmetrische Bandbreiten, also Geschwindigkeiten, die sowohl im Download als auch beim Hochladen gelten, und zwar stabil.“ Die von anderen Anbietern oft benutzten Wörtchen „bis zu“, wenn es um die maximalen Übertragungsraten gehe, die in der Praxis häufig nicht erreicht würden, gebe es bei der Deutschen Glasfaser nicht. „Im Prinzip geben wir eine Garantie auf die genannten Geschwindigkeiten“, so Tanjsek. Bislang kann man nach Angaben der Gemeindeverwaltungen in Großniedesheim mit 25 und in Heuchelheim mit 16 Mbit/s im Internet surfen. In den ersten zwölf Monaten des zwei Jahre laufenden Vertrags kosten alle drei Tarife laut Tanjsek 24,99 Euro im Monat, danach zwischen 44,99 und 79,99 Euro. Fernsehen via Glasfaser kann für 15 Euro monatlich hinzugebucht werden. Das Unternehmen wirbt außerdem damit, dass bei Verträgen, die zwischen dem 2. September und 13. November zustandekommen, die Anschlusskosten von 750 Euro entfallen und dass für den Nutzer keine doppelten Kosten anfallen, wenn der Vertrag mit dem bisherigen Telefonanbieter noch eine Zeit lang weiterlaufen muss. Nach Angaben von Mirko Tanjsek ist das Besondere am Angebot seiner Firma, dass es sich um die Ausbauvariante „Fibre To The Home“ (FTTH) handelt, das heißt um das Verlegen der Glasfaserleitung bis in die Wohnung des Teilnehmers. Vielfach üblich sind dagegen im Moment Leitungsnetze, bei denen die sogenannte letzte Meile bis zur Wohnung über schon bestehende, nicht so leistungsfähige Kupferleitungen zurückgelegt wird. Das Borkener Unternehmen wäre gern bis zum Sommer 2018 mit dem Ausbau, bei dem zunächst Leerrohre in die Erde gelegt und später die Glasfaserleitungen eingeblasen werden, fertig. Je nach den Gegebenheiten vor Ort kommen laut Tanjsek die offene Bauweise, das Bohrspülverfahren oder das Minitrenching zur Anwendung. „Das Prinzip dabei lautet: Was tagsüber geöffnet wird, soll abends wieder zu sein.“ Wie Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) am Donnerstag sagte, steht das Vorhaben in Heuchelheim und Großniedesheim nicht im Konflikt mit dem Auftrag der flächendeckenden Breitbandversorgung, welche die Kommunen im vergangenen Jahr dem Rhein-Pfalz-Kreis übertragen haben. Die Verbandsgemeinde sei zudem bestrebt, dass weitere Ortsgemeinden die Möglichkeiten bekommen, sich dem Netz der Deutschen Glasfaser anzuschließen. Termine Zum Thema Breitbandausbau durch die Deutsche Glasfaser werden zwei Infoabende angeboten: Am 12. September im Heuchelheimer Bürgerhaus und am 13. September in der Großniedesheimer Friedenshalle, jeweils 19 Uhr.

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