Rhein-Pfalz Kreis Verspätungen auf dem Schulweg

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Mutterstadt/Schifferstadt. Sandra Pfirsching ist sauer. Immer mal wieder kommt ihre Tochter zu spät zum Unterricht ins Schifferstadter Paul-von-Denis-Gymnasium, weil der Schulbus verspätet oder überhaupt nicht fährt. Die Kreisverwaltung und das zuständige Busunternehmen Palatina Bus GmbH, das seit Juni 2015 für die Schülerbeförderung zuständig ist, sprechen hingegen nur von Anlaufschwierigkeiten. Mittlerweile gebe es aber kaum noch Beschwerden.

Kurz vor halb acht geht Pfirschings Tochter aus dem Haus, um 7.37 Uhr steigt sie an der Mutterstadter Haltestelle Bürgermeisteramt in die Linie 585 ein – wenn es gut läuft. Denn immer mal wieder käme der Bus bereits in Mutterstadt zu spät an. „Am ersten Schultag im Januar kam beispielsweise gar kein Bus, weil man offensichtlich vergessen hatte, dass die Schule wieder begonnen hat“, klagt die Mutter. Im Februar habe sich die Elfjährige nach der Schule telefonisch aus Dannstadt gemeldet: Der Bus habe – trotz mehrmaligen Drückens – an keiner der beiden letzten Mutterstadter Haltestellen angehalten. Aus dem Bekanntenkreis weiß Pfirsching von Kindern zu berichten, die auf der B 9 nach einer Panne des Busses aussteigen mussten. Ein anderes Mal habe ein Fahrer eine Haltestelle vergessen, es kurze Zeit später bemerkt und dann die Kinder mitten in einem Verkehrskreisel einsteigen lassen. Auch im Schifferstadter Paul-von-Denis-Gymnasium sind die Zustände bekannt. Susanne Weber, die an der Schule für den Busverkehr zuständig ist, betont aber, dass die Probleme mit den verspäteten Bussen vor allem im vergangenen Sommer bestanden hätten. Im Juni 2015 hatte der Kreis das Busunternehmen Palatina Bus mit der Schülerbeförderung beauftragt. Direkt nach der Umstellung sei es zu teilweise massiven Verspätungen auf allen zwölf Linien, die die Schule anfahren, gekommen. Seitdem habe sich aber schon einiges getan, Routen seien optimiert, Fahrer nachgeschult worden. „Seit diesem Jahr hat sich die Situation gebessert“, sagt Weber. Diesen Eindruck hat man auch bei der Kreisverwaltung. Auch hier weiß man von massiven Anlaufschwierigkeiten zu berichten. „Aktuell sind die Beschwerden aber stark abnehmend“, sagt Pressesprecher Stefan Kopf auf Anfrage der RHEINPFALZ. Bei punktuellen Kontrollen in den vergangenen Wochen sei es zwar morgens noch zu leichten Verspätungen gekommen. „Aber“, so betont der Kreissprecher, „alle kontrollierten Busse sind vor Unterrichtsbeginn um 8.15 Uhr am Schifferstadter Schulzentrum angekommen.“ Auch bei der Palatina Bus GmbH ist man sich der Problematik bewusst. Die Anlaufschwierigkeiten im Sommer möchte man nicht leugnen. Die Situation habe sich aber mittlerweile eingespielt, sagt Rainer Kinzinger, der am Standort Ludwigshafen für das Beschwerdemanagement zuständig ist. 39 Beschwerdefälle habe er im Januar bearbeitet, 23 im Februar, im März seien es bisher gerade einmal sechs Fälle gewesen. „Da ist dann aber auch alles dabei“, sagt Kinzinger. Beispielsweise auch der Fall, dass ein Fahrer aufgrund des Verkehrs fünf Minuten zu spät dran gewesen sei. Dennoch: Jede Beschwerde werde ernst genommen und geprüft, betont Kinzinger. „Wenn wir Datum und Uhrzeit wissen, können wir die Route einem Fahrer zuordnen. Dann gibt es ein Gespräch, und wir schauen, woran es im konkreten Fall gelegen hat“, erklärt er den internen Ablauf. Bei gegebenem Anlass, beispielsweise wenn der genaue Streckenverlauf nicht bekannt sei, werden die Fahrer auch nachgeschult. Kinzinger betont aber auch, dass Fehler eben passierten. Sei der Fahrer beispielsweise aus Versehen einmal an einer Haltestelle vorbeigefahren und bemerke diesen Fehler kurz darauf, liege es in seinem Ermessensspielraum, nach der Haltestelle zu stoppen und die Fahrgäste dort aussteigen zu lassen – solange die Sicherheit gewährleistet sei. Auch eine Verspätung sei nicht immer die Schuld des Fahrers. Zweimal sei der Fahrplan bisher optimiert worden, um mehr Puffer einzubauen. Solange der Bus aber im normalen Verkehr mitlaufe, passiere eben auch immer Unvorhergesehenes. Gerade im Winter seien Busse oftmals aufgrund der Witterungsbedingungen verspätet gewesen. „Da geht bei uns die Sicherheit eben vor“, betont Kinzinger. Sowohl das Busunternehmen als auch die Kreisverwaltung wollen aber weiter an einem reibungslosen Ablauf arbeiten. Betroffenen Eltern raten sie deshalb , bei auffälligen Verspätungen die Route sowie Datum und Uhrzeit zu notieren und dies an die Palatina Bus GmbH sowie die Kreisverwaltung zu melden. „Nur so können wir in konkreten Fällen nachvollziehen, woran es lag und gegebenenfalls nachbessern“, sagt der Kreissprecher. Sandra Pfirsching ist mit dieser Aussage zufrieden. In den vergangenen Tagen habe es keine Verspätungen mehr gegeben.

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