Rhein-Pfalz Kreis „Verfehlungen fallen auf alle zurück“

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Dannstadt-Schauernheim. Die rund 1000 Hundebesitzer in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim werden demnächst Post bekommen. Inhalt: ein eigens für sie aufgelegter Flyer, in dem die Verwaltung freundlich auf gewisse Regeln hinweist. Das ist der Auftakt einer größeren Kampagne, von der sich die Verantwortlichen mehr erhoffen als von den bisherigen Appellen. Wir haben mit Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) über Tretminen, Bußgelder und zürnende Landwirte gesprochen.

Herr Veth, wann haben Sie zum letzten Mal in einem Hundehaufen gestanden? Wissen Sie das noch?

Das ist gar nicht so lange her. Ein paar Monate vielleicht. Es war auf einer Grünfläche, als ich gerade zu einem Mitarbeiter rübergehen wollte. Das ist also tatsächlich in Ihrer Verbandsgemeinde passiert? Leider. Es gibt da ein paar neuralgische Punkte, bei denen man im Grunde nur aus dem Auto steigen muss, damit so etwas passiert. Vor allem die Rasenflächen sind betroffen. Für die Mitarbeiter der Gemeinde, die da saubermachen müssen, ist das natürlich alles andere als angenehm. Warum ist das eigentlich ausgerechnet in Dannstadt-Schauernheim so ein großes Ding? Ich glaube nicht, dass das bei uns ein größeres Ding ist als anderswo. In anderen Orten regen sich die Bürger ja genauso über verschmutzte Gehwege, Grünflächen und Spielplätze auf. Bei uns kommen noch die Landwirte dazu, die sich über Kothaufen auf ihren Feldern ärgern. In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim nehmen die Beschwerden nicht ab. Deshalb wollen wir das Problem jetzt noch einmal angehen. Mit der Betonung auf „noch einmal“? Bisher scheint gutes Zureden ja nicht viel gebracht zu haben. Woran liegt das eigentlich? In der Form wie jetzt haben wir uns noch nie an die Hundehalter gewandt. Wir haben immer wieder ermahnt, Schilder aufgestellt und dergleichen. Aber dieses Mal werden alle direkt angeschrieben, und es sind noch andere Dinge geplant. Ich möchte zudem betonen: Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Hundebesitzer sich vorbildlich verhalten. Es ist ein geringer Prozentsatz, der sich nicht an die Regeln hält. Dessen Verfehlungen fallen leider auf alle zurück, obwohl die Mehrheit die Haufen nicht auf den Gehwegen liegen lässt und sich an die Leinenpflicht im Ort hält. Dennoch ist es so, dass freundliche Appelle bei einigen offenbar nicht helfen. Daran wird ein Flyer im Postkasten wohl nichts ändern ... Das ist wie gesagt nur ein Teil der Kampagne. Ein anderer ist, dass wir in der Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim an vier noch zu bestimmenden Stellen Spender für Hundekotbeutel aufstellen wollen. In Rödersheim-Gronau und Hochdorf-Assenheim gibt es so etwas bereits. Da wir von Hundehaltern immer wieder darauf hingewiesen werden, wie unangenehm es ist, so einen Kotbeutel mit sich herumtragen zu müssen, könnte das helfen. Böse Zungen behaupten, dass sich für das Angebot nur Menschen interessieren, die sich eh bereits vorbildlich verhalten. Ist denn in den anderen Orten nach dem Aufstellen der Spender eine Verbesserung eingetreten? Das ist einfach ein Angebot, das wir machen wollen. Im Übrigen auch ein Entgegenkommen von der Verwaltung. Denn wir sind zu so etwas nicht verpflichtet, und das Leeren dieser Stationen ist für die Mitarbeiter auch nicht angenehm. Im Grunde ist es Aufgabe der Besitzer, den Kot Ihrer Hunde mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Auch von den Feldwegen? Sie erwähnten vorhin zürnende Landwirte. Da geht es mehr um die Felder als um die Wege dazwischen. Es gibt immer wieder Beschwerden wegen freilaufender Hunde. Die setzen ihre Haufen auf das Gemüse, das später auf unseren Tellern landen soll. Das ist auch insofern problematisch, als das Gemüse der Landwirte zertifiziert werden soll und dafür beprobt werden muss. Da kann Hundekot durchaus zu einem Problem werden. Na, wenn man es so angeht: Müssten Hase und Igel dann nicht ebenfalls von den Feldern ferngehalten werden? Deren Kot wird ja kaum weniger problematisch sein? In stark bewirtschafteten Gebieten wie bei uns ist das eher ein untergeordnetes Problem. Da gibt es nicht so viele Wildtiere auf den Feldern. Außerdem haben die Menschen darauf ja ohnehin keinen Einfluss. Stichwort Einflussnahme: Flyer und Kotbeutelspender soll es also geben. Was gehört denn noch zu der Kampagne dazu? Ordnungsgelder. Bisher wurden die Halter nur ermahnt, wenn sie sich im Ort nicht an die Leinenpflicht gehalten oder den Kot nicht weggeräumt haben. Dagegen wollen wir künftig schärfer vorgehen. Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt werden Kontrollen durchführen und bei Verstößen auch Bußgelder verhängen. Wird das dann sehr teuer? Die Bußgelder für einen erstmaligen Verstoß bewegen sich zwischen 50 und 75 Euro. Wenn jemand mehrfach erwischt wird, kann das aber durchaus teurer werden – also in den dreistelligen Bereich gehen. Wann geht es mit der Aktion los? Die Flyer werden Ende April gedruckt. Anfang Mai sollten Sie in den Postkästen der Hundebesitzer landen. Und Sie glauben fest daran, dass Sie sich auf den Grünflächen der Verbandsgemeinde künftig gefahrenfrei bewegen können? Gefahrenfrei vielleicht nicht. Aber ich denke, dass die Kombination der Mittel, die wir uns überlegt haben, eine gewisse Wirkung erzielen wird. Man könnte sagen: Ich glaube nicht fest daran, aber ich hoffe es.

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