Rhein-Pfalz Kreis Verein voller Ungeduld

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«Dannstadt-Schauernheim.» Der Verein Bürgerwille möchte das Dorf von schwerem Verkehr befreien. In diesem Kampf läutet er eine neue Kritikrunde ein. Im Visier: der vermeintliche Stillstand bei wichtigen Entlastungsprojekten und Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Der wehrt die Vorwürfe ab.

Eigentlich verfolgen beide Seiten dasselbe Ziel. Und trotzdem führt die erneute Kritik wieder zum Schlagabtausch. Jetzt stören sich die Bürgerwille-Vorsitzenden Volker Bolz und Günter Defren daran, dass der Bau der geplanten Ortsrandstraße im Ortsteil Dannstadt noch immer nicht begonnen hat, obwohl er seit 2015 jährlich angekündigt werde. Zur Erinnerung: Die Straße soll von der Riedstraße bis zum Verkehrskreisel am Münchhof führen (siehe Grafik) und zwei Aufgaben erfüllen: die Erweiterungsflächen des Gewerbegebiets Dannstadt-Ost erschließen sowie die Hauptstraße vom Lkw- und Traktorverkehr entlasten. Gründe für die wiederholte Verschiebung habe die Kommune bislang nicht genannt. „Also wann geht es endlich los?“, wollen die Bürgerwille-Leute wissen. Daneben wundern sich die beiden, dass nach der jahrelangen Planung plötzlich eine wasserrechtliche Genehmigung aussteht. „Wie kann das denn sein?“, fragen sie und liefern gleich selbst eine Antwort aus Bürgerwille-Sicht: dilettantisches Vorgehen. Das zweite Entlastungsprojekt sieht die Verlegung der K 22 vor. Sie führt derzeit als Böhler Straße zur Hauptstraße und sollte eigentlich nach außerhalb auf eine Trasse beim Münchhof verlegt werden, so die ursprüngliche Überlegung. Doch nun tue sich nichts mehr, und Bürgermeister Veth äußere sich dazu nicht mehr öffentlich. Dabei habe er noch im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit versprochen, sich für das Straßenprojekt einzusetzen. Dieses Versprechen solle er einhalten, fordern die Bürgerwille-Vorsitzenden. Zumal beide Projekte nicht nur generell die Hauptverkehrsrouten im Dorf entlasten würden, sondern bei innerörtlichen Sperrungen und Umleitungen auch diverse Nebenstraßen. Das Hin und Her bei der K 22 nervt Bolz und Defren besonders. Haubenlerche, Wasserleitungen et cetera: Darin sehen sie nur Ausflüchte der Kommune, um sich nicht mit den Grundstücksbesitzern dort anlegen zu müssen. „Laut NABU gibt es in Dannstadt-Schauernheim keine Population dieser geschützten Vogelart“, erklären sie und fordern eine klare Ansage, wie es mit der K-22-Verlegung weitergeht und wann. Weiterer Kritikpunkt: kein geschlossenes Auftreten der Orts- und Verbandsgemeinde gegenüber der Landesregierung in Mainz. In anderen Kommunen klappe das besser. Deswegen bekämen diese Zuschüsse für ihre Projekte und überholten Dannstadt-Schauernheim. Als Beispiel nennen Bolz und Defren die geplanten Umgehungsstraßen in Böhl-Iggelheim und Hochdorf-Assenheim. „Bei der Ostumgehung in Assenheim hat die Gemeinde mit der Landwirtschaft verhandelt und eine Lösung gefunden. Bei uns in Dannstadt hat es dagegen noch nicht mal Gespräche gegeben“, sagen sie. Gänzlich unzufrieden sind die Bürgerwille-Vertreter mit Veths Informationspolitik. „Wir bekommen keine oder falsche Angaben“, erklären sie und denken laut darüber nach, weshalb der Rathauschef keine Einwohnerversammlung einberuft. Zu Anfang seiner ersten Amtszeit habe er sich aufgeschlossen und bürgernah gegeben. „Inzwischen ist er zu keinem offenen Dialog mehr fähig“, bemängeln Bolz und Defren. Entmutigen lassen wollen sie sich nicht. „Wenn Herr Veth glaubt, wir geben Ruhe, irrt er sich“, bekräftigen sie. Nach den vielen positiven Rückmeldungen auf einen Fernsehbeitrag über ihren Kampf gegen den Schwerlastverkehr im Dorf planen sie für dieses Jahr eine weitere öffentlichkeitswirksame Aktion. Näheres will das Duo aber noch nicht verraten.

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