Dannstadt-Schauernheim
Verbandsgemeinde: Alle Zeichen auf grüne Energie
Ins Rollen gebracht haben diese politische Entwicklung die Grünen im Verbandsgemeinderat mit dem Antrag, die Kommune solle ihre Liegenschaften mit klimaneutralem Ökostrom versorgen. Denn der aktuelle Strom-Mix laufe dem Klimaschutzkonzept des Rhein-Pfalz-Kreises zuwider, argumentierten sie.
Daher hatte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Stefan Veth (CDU), den Betriebsleiter des Verbandsgemeinde-Stromwerks, Sebastian Körner, eingeladen, die verschiedenen Ökostrom-Optionen vorzustellen. Dazu gehörte das frisch aufgelegte Produkt „Regionalstrom“. Das kam zwar mit dem größten Aufschlag gegenüber dem bisherigen Tarif daher – 0,75 Cent je Kilowattstunde –, überzeugte die Ratsmitglieder aber am meisten. Das bedeutet jährliche Mehrkosten von 9900 Euro. Denn dabei bezieht die Kommune den Strom ausschließlich aus Wind- und Solarparks sowie einem Erdwärmekraftwerk in einem Umkreis von 50 Kilometern. Trotzdem kann zunächst auch noch herkömmlicher Strom aus der Steckdose kommen, da die Ökostrom-Versorgung gegenwärtig nur bilanziell ist. Je mehr Abnehmer sich jedoch für solchen regionalen Ökostrom entscheiden würden, desto eher könne es gelingen, Strom aus klimaschädlicher Erzeugung wie von Kohlekraftwerken eines Tages vom Markt zu verdrängen, erläuterte Körner das langfristige Ziel.
Sparsame LED-Technik
Im Rödersheim-Gronauer Rat griffen Christ- und Sozialdemokraten das Thema auf. Sie schlugen vor, dem Beispiel der Verbandsgemeinde zu folgen. Es sei davon auszugehen, dass bei entsprechender Öffentlichkeitsarbeit viele Bürger ebenfalls ihre heimische Stromversorgung auf Ökostrom umstellen, wovon dann wiederum das Stromwerk profitieren werde, begründeten die Fraktionsvorsitzenden Artur Oberbeck (CDU) und Axel Fischer (SPD). Ortsbürgermeister Thomas Angel (FWG) ergänzte die Idee um den Vorschlag, neben den kommunalen Gebäuden auch die Straßenbeleuchtung künftig mit Ökostrom zu betreiben. Da die Gemeinde die Laternen konsequent auf die sparsame LED-Technik umstelle, falle der Ökostrom-Aufschlag kaum ins Gewicht. Dabei entschieden sich die Rödersheim-Gronauer Politiker ebenfalls für den Regionalstrom-Tarif. Die reinen Mehrkosten hierfür schätzten die Verantwortlichen auf 4000 Euro.
Ortsgemeinden schließen sich an
In Hochdorf-Assenheim wies Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG) den Rat auf die Möglichkeit hin, gemeindeeigene Einrichtungen mit einer der Ökostrom-Varianten zu betreiben. Bei einem Jahresverbrauch von 11.000 Kilowattstunden für die öffentlichen Gebäude koste Regional-Strom 82,50 Euro mehr als herkömmlich erzeugter, informierte Körner. Doch die Straßenbeleuchtung benötige wesentlich mehr „Saft“: Komme sie hinzu, betrage der Jahresverbrauch 180.000 Kilowattstunden und der Preisaufschlag für Regionalstrom 1350 Euro. „Durch die beschlossene Umstellung auf LED-Leuchten sinkt der Verbrauch aber erheblich“, hob Schmitt hervor. So verursache eine der alten Quecksilberdampflampen je nach Modell mit 90 oder 170 Watt jährliche Stromkosten von 108 oder 205 Euro. Für LED-Lampen mit 19 oder 45 Watt koste der Strom jährlich nur 16 oder 54 Euro. Vor diesem Hintergrund bevorzugten auch die Hochdorf-Assenheimer Regionalstrom.
Dannstadt-Schauernheims Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) fand den Beschluss im Verbandsgemeinderat gut und hielt Regionalstrom auch für die Ortsgemeinde für sinnvoll. Der Strombedarf beträgt hier 400.000 Kilowattstunden (Gebäude und Straßenbeleuchtung). Im Regionalstrom-Tarif bedeutet das einen Aufschlag von rund 3000 Euro im Jahr. Zudem nutzten alle Kommunen die angebotene Preiszusage über vier Jahre.