Rhein-Pfalz Kreis Variante „Pfalzmarktweg“
«Ludwigshafen/Dannstadt-Schauernheim.» Der Verein Bürgerwille, der den Schwerlastverkehr aus dem Ort bekommen möchte, hält das Thema am Laufen. Sorgt mit seinen Behauptungen und Gegenbehauptungen aber bisweilen auch für Verwirrung. Die Kreistagsfraktion der SPD wollte deshalb gerne von der Kreisverwaltung auf den neuesten Stand gesetzt werden: Was soll da draußen an der K 22 passieren? Wird die Straße verlegt oder nicht? Sperrt sich der Kreis inzwischen tatsächlich gegen das Projekt, wie es den Eindruck macht, wenn man Mitgliedern von Bürgerwille zuhört? Um die Fragen der Sozialdemokraten zu beantworten, hat sich die Kreisverwaltung die Mühe gemacht und zwei Möglichkeiten für die Münchhoftrasse gegenübergestellt. Die erste Variante ist die bislang diskutierte Verlegung der K 22: Die Kreisstraße würde an dem Knick, wo ein Pumpwerk steht, auf den jetzigen Münchhofweg und darüber zur L 454 geführt werden. Der Schwerlastverkehr von und zu landwirtschaftlichen Betrieben müsste damit nicht mehr über die Böhler Straße in den Ort rollen, wo er derzeit noch – gerade auf der Dannstadter Hauptstraße – immer wieder für Chaos sorgt. Kostenpunkt dieser Verkehrsentlastung: geschätzte 3,6 Millionen Euro. Viel Geld, weil viele Sachen zusammenkommen: Es ist nicht nur eine Strecke für Autos zu bauen. Eine Kreisstraße muss viele Kriterien erfüllen. Sie muss etwa einen Geh- und Radweg haben und in dem landwirtschaftlich dicht besiedelten Gebiet auch einen extra Wirtschaftsweg bekommen. Je breiter aber die Trasse geplant ist, desto teurer wird sie. Dazu kommt, dass eine Hauptleitung des Beregnungsverbands für dieses Vorhaben verlegt werden muss. Das kostet laut Kreisverwaltung allein eine Million Euro. Nicht zu vergessen die Haubenlerche. Sollte sich bestätigen, dass ihr Brutgebiet die Trasse kreuzt, muss der Vogel umgesiedelt werden. Und das kostet nicht nur Geld, sondern auch noch Zeit. Frühester Baubeginn: 2021. Doch ist es sinnvoll, mit aller Gewalt an dieser Version festzuhalten? Möglich ist laut Kreisverwaltung nämlich auch, das Ganze eine Nummer kleiner zu fahren und trotzdem für Verkehrsentlastung im Ort zu sorgen. So könnte der Münchhofweg ausgebaut werden. Er könnte zu einem breiten Wirtschaftweg à la Pfalzmarktweg werden, auf dem schwere landwirtschaftliche Gespanne und Lkw fahren können. Sie kämen ebenso an der L 454 raus und müssten nicht durch den Ort fahren. Das lässt sich den Verantwortlichen zufolge schneller umsetzen, da der Eingriff kleiner und damit verträglicher für die Haubenlerche ist. Er bedarf weniger Vorbereitungszeit – die Vorplanungen des Landesbetriebs Mobilität für die Kreisstraßenverlegung können genutzt werden. Und: Es kommt billiger. Schon allein, weil für diese Variante die Rohre des Beregnungsverbands nicht verlegt werden müssen. „Ein guter Kompromiss, aber er muss von den Dannstadt-Schauernheimern gewollt werden“, sagt Landrat Clemens Körner (CDU). Halte man vor Ort an der Verlegung der K 22 fest, könnte es jedoch gut sein, dass die Realisierung keiner mehr erlebt. „Es stellt sich die Frage, ob wir wirklich noch ein paar Jahre weiter über die Luxusversion diskutieren wollen, oder aber das anpacken, was wir bald verwirklichen könnten?“ Was die Variante „Pfalzmarktweg“ kosten wird, sei noch nicht im Detail ausgerechnet worden, aber es ist bereits ausgelotet, wer was bezahlt. Da es sich um ein Wirtschaftsweg-Projekt handelt, würde das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum 55 Prozent zuschießen. Die übrigen 45 Prozent würden sich Kreis und Ortsgemeinde teilen.