Rhein-Pfalz Kreis Urlaub ohne Koffer packen

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LUDWIGSHAFEN. In den Ferien viel erleben, eine Menge Spaß haben, neue Freunde kennenlernen und dabei ganz nebenbei auch noch das eine oder andere dazulernen: Dazu muss man nicht (immer) eine weite Reise unternehmen. In den Gemeinden des Rhein-Pfalz-Kreises haben in den vergangenen Wochen viele Kinder – und viele fleißige Helfer – bei den Ortsranderholungen mitgemacht. Ein Rückblick kurz vor Ferienende.

Basteln und sporteln, werken und toben, aber auch Kino- und Schwimmbadbesuche standen beispielsweise in Mutterstadt vier Wochen lang auf dem Programm. Seit elf Jahren sind die Jugendtreff-Mitarbeiter Heike Klag und Klaus Schemmel von der Gemeindeverwaltung allsommerlich für die pädagogische Leitung der Ortsranderholung freigestellt. Träger ist hier die Arbeiterwohlfahrt, die auch fürs täglich frisch gekochte Essen sorgt. Bis zu 250 Kinder waren es wohl insgesamt, die diesmal Ferien ohne Kofferpacken vor der eigenen Haustür erlebt haben, schätzt Heike Klag: „Das wechselt wochenweise. In der ersten Ferienwoche waren die meisten gleichzeitig da.“ 111 Sechs- bis Elfjährige tummelten sich da an und um die Walderholungsstätte. Sie erlebten Vorlesestunden von Mitarbeitern der Gemeindebücherei, durften die Feuerwehr besuchen und mit dem Feuerwehrauto fahren, gingen schwimmen ins Kreisbad Aquabella und konnten zwischen einer Menge Kreativangeboten wählen. „Zum ersten Mal waren wir auch im Wasserwerk zur Besichtigung“, erzählt Klag. Dazu gab es zu bestimmten Terminen einen Mini-Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Filme gucken im Capitol-Kino in Limburgerhof. Ein großer Renner bei den Kindern waren die Besuche auf dem Pferdehof Stegili. „Malafubi“ – das ist der Name der Ortsranderholung in Maxdorf. Er setzt sich, wie unschwer zu erraten ist, aus den Namen der Orte zusammen, aus denen die Teilnehmer kommen – eben Maxdorf, Lambsheim, Fußgönheim und Birkenheide. 186 waren es diesmal in den drei ersten Ferienwochen, berichtet Jugendpfleger Reiner Pfungstein. Die Ortsranderholung auf dem Rasensportplatz und in und an der Waldsporthalle war sozusagen galaktisch: „Weltraum – unendliche Weiten“ lautete das Motto. 15 Workshops gab es dazu. „An den Hitzetagen haben wir natürlich mit viel Wasser gearbeitet“, sagt Pfungstein lachend. Das Kreisbad Maxdorf-Lambsheim war da ein willkommener Ort, aber auch auf dem Freigelände wurde mit Wasserrutsche und „suddeln“ abgekühlt. Erstmals waren auch Kinder von Asylsuchenden dabei, „das hat wunderbar funktioniert“. Schnell wurden Freundschaften geschlossen. Und auch unter den mehr als 30 Betreuern waren junge Asylbewerber. „Das ist eine gelungene Art der Integration“, sagt Pfungstein, die jungen Leute seien sehr motiviert gewesen. Für das kommende Jahr steht das Motto der Ortsranderholung schon fest: Ritter. Auch in Mutterstadt waren 13 kleine Flüchtlinge dabei, erzählt Heike Klag: „Sie haben in dieser Zeit eine tolle Entwicklung genommen, sprachlich, aber auch sonst.“ Die zunächst schüchternen und stillen Kinder seien sichtbar aufgetaut. In Altrip ging es in den Wald, zum zweiten Mal bereits. Vorher war die Ortsranderholung im Schulhof, aber im Waldpark gehe alles viel entspannter und abwechslungsreicher vor sich, sagt die Organisatorin Birgit Kremer vom Jugendtreff. 50 sechs- bis zwölfjährige Kinder tummelten sich hier in den ersten beiden Ferienwochen. „Wir haben schon eine Stammklientel“, sagt Kremer, fast 40 der Kinder seien „Wiederholungstäter“ gewesen. Darunter auch ein paar, die schon 13 Jahre alt sind, aber trotzdem gern dabei sein wollten. Neben den Workshops, in die sich die Kinder eintragen können, steht auch freies Spiel hoch im Kurs. Und im Wald findet man ja so einiges, mit dem man „arbeiten“ kann. Dazu stehen auch alle möglichen „Fahrzeuge“ und Seile bereit, so dass die Kinder auch schon mal mit alten Kinderwagen, Anhängern und Skateboards eine ganz eigene Art von „Karawane“ bauten. „Da suche ich immer Sachen vom Sperrmüll zusammen“, gesteht Kremer lachend. Die Großen hätten außerdem eine tolle Torwand mit Hölzern vom Bauhof gezimmert. Auch in Neuhofen ging es in den ersten drei Wochen der Sommerferien rund. Hier gab es kleinere Gruppen. „Pro Woche standen uns 24 Plätze zur Verfügung, die alle belegt waren“, berichtet die Leiterin der Jugendpflege, Iris Schäfer. Zunächst richtete sich das Angebot an Kinder von sechs bis neun Jahre. In der dritten Woche waren Kinder ab zehn Jahren angesprochen. Ausflüge führten in den Wildpark Rheingönheim, den Heidelberger Zoo und, als das Wetter nicht mitspielte, ins Kids Inn nach Frankenthal. In der zweiten und dritten Woche ging es jeweils an drei Tagen zum Verein Naturspur nach Otterstadt. Stöcke schnitzen und Stockbrot grillen stand da beispielsweise an. Und die Kinder lernten, ein Lagerfeuer ohne Feuerzeug oder Streichhölzer anzumachen. Dazu wurden Schmuck aus Kokosnussschalen gebastelt und T-Shirts bedruckt. „Das große Gelände von Naturspur hat uns viele Möglichkeiten der Beschäftigung geboten“, betont Schäfer. Ortsranderholungen haben auch noch in einer Reihe weiterer Orte im Rhein-Pfalz-Kreis den Kindern die Ferien verschönt. In Schifferstadt beispielsweise standen zwei Wochen lang 120 Plätze zur Verfügung. Eine Erlebniswoche für 40 Kinder schloss sich an. Der Dank der Anbieter gilt auch den zahlreichen Betreuern, und davon werden alljährlich jede Menge gebraucht: ältere Schüler oder Studenten etwa. „Der Einsatz dauert da schon zehn bis zwölf Stunden am Tag“, sagt Birgit Kremer aus Altrip. Schließlich müsse vorbereitet und weggeräumt werden.

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