VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Unterwegs im Wahlkampf: Lange To-do-Liste zum Thema Verkehr

Am Ortseingang Dudenhofen, von Berghausen kommend: Bürgermeisterkandidat Harald Löffler (Zweiter von rechts) mit Vertretern von
Am Ortseingang Dudenhofen, von Berghausen kommend: Bürgermeisterkandidat Harald Löffler (Zweiter von rechts) mit Vertretern von Bürgerinitiativen sowie dem Landtagsabgeordneten Michael Wagner (rote Jacke) und dem Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger (rechts).

„Rede mit de Leid“, zuhören, gute Lösungen suchen und diese umsetzen. Das ist seit 18 Jahren die Politik von Harald Löffler (CDU). Der Harthausener Ortsbürgermeister will so künftig die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen regieren. Besonders beschäftigt ihn das Thema Verkehr.

Harald Löffler hat sich am Freitag zum Thema Verkehr mit dem Sprecher des Ortsvereins Dudenhofen, Manfred Hick, und Johann Kilian von der Harthausener BI „Ruhe statt Lärm“ am stürmischen Ortseingang von Dudenhofen aus Richtung Römerberg getroffen. Von dort weg geht er ausgefroren und mit einer To-do-Liste fürs neue Amt, so er es am 6. März oder bei einer möglichen Stichwahl am 27. März erringt.

Ganz oben auf der neuen Aufgabenliste steht nicht etwa ein Tempolimit an dieser Stelle, wie es Löffler gefallen hätte. Vor wenigen Tagen erst hat seine Gemeinde dieses Minimalziel erreicht: Tempo 30 im gesamten Ort ab Ende Februar. Dank des Einsatzes der BI, der Unterstützung des Rates und weil der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Wagner sich dahintergeklemmt hatte.

Anwohnerin klagt

„Verkehr ist in jeder Gemeinde ein Problem“, begrüßt der Kandidat seine Gesprächspartner. Von der Bahnunterführung in Römerberg über Radwege, innerörtliche Verkehrsberuhigung, Lkw-Belastung, Südumgehung Dudenhofen, bis hin zu Lärm und gefährlichen Ortseinfahrten reiche die Problem-Palette. Änderungen seien nur gemeinsam zu erreichen. Er werbe dafür und plädiere für Vernetzung. Dieser Eingang von Dudenhofen stehe nur stellvertretend für überall vorhandene Schwachstellen.

Wie bestellt, rauscht bei Löfflers Ausführungen ein Fahrzeug aus Richtung Römerberg auf das Ortsschild zu. „69“ leuchtet auf der Kontrolltafel darüber auf, als es passiert. „Mit Tempo 100 kommen sie mitunter an“, schildert Hick, was sich tagtäglich an der Stelle abspielt. Susanne Seiler-Regenauer ist aus ihrem Haus, es ist das erste im Ort, herausgekommen und bestätigt Hicks Aussage aus persönlicher Erfahrung. 2006 hat sie gebaut. „Damals hat man denen noch zugewinkt, die vorbeifuhren. Heute kann man sich fast nie mehr in den Garten setzen. Der Verkehr hat Jahr für Jahr zugenommen“, klagt sie. 2013 habe schon „Rennstrecke Dudenhofen“ in der Zeitung gestanden. Seither sei es nur schlimmer geworden.

„Das ist ja tatsächlich eine kerzengerade Rennstrecke“, erkennt Johannes Steiniger, gerade in den Bundesvorstand der CDU gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises, in dem die Verbandsgemeinde liegt. „Wie kann man sowas planen? Da muss in jedem Fall eine Verschwenkung her, die zum Abbremsen zwingt sagt er. Schnell, zur Not zunächst provisorisch“, sagt er und fordert: Der zuständige Landesbetrieb Mobilität, LBM, müsse dringend handeln. Es sei ohnehin problematisch, dass die Kommunen, die die Probleme am besten kennen, sich immer nur an den LBM wenden, nicht direkt aktiv werden könnten, stellt er fest.

„Vielfach sind bei den Verkehrsfragen auch Land und Bund mit ihm Boot“, sagt Löffler. Deshalb habe er beide Ebenen in Person der Abgeordneten heute eingeladen, begründet er die Anwesenheit der Berufspolitiker.

Unterbesetzte Behörde

„LBM“ ist das Stichwort für Wagner, Hick und Kilian. Wagner berichtet von großem Kooperationswillen der verantwortlichen Planungsbehörde, aber auch von deren chronischer Unterbesetzung. Nicht mal Radwegeexperten hätten sie bisher im Team. Nun erst seien Stellen ausgeschrieben. „Aber ob sie überhaupt Personen finden?“ Kilian und Wagner bestreiten nicht den Willen zur Zusammenarbeit der Behörde. Sie kritisieren die lange Dauer des Entscheidungswegs und vor allem die fehlende Rückmeldung. „Dass Tempo 30 in Harthauen kommt, weiß ich aus der Zeitung, nicht vom LBM“, beschwert sich Kilian.

Am Ortseingang mündet auch ein Wirtschaftsweg, der intensiv als Radweg zwischen den beiden Nachbargemeinden genutzt wird, auch an diesem bitterkalten Freitagvormittag. „Der ist aber ab Ende Gemarkung Römerberg bis zu uns nachts nicht beleuchtet“, weisen die Dudenhofener auf ein weiteres großes Problem hin. Viele Schüler seien hier unterwegs. „Die Licht-Situation ist wie zwischen Harthauen und Hanhofen“, ergänzt Kandidat Löffler. Mangels Geld und wegen fehlender Zuständigkeit sei eine bilaterale lokale Lösung auf Ortsebene vor Jahren gescheitert. Bei beiden Wegverbindungen sei ein neuer Anlauf fällig. Auftrag: mehr Licht!

Die Serie

Vor der Bürgermeisterwahl in der VG Römerberg-Dudenhofen am 6. März begleiten wir jeden der vier Kandidaten einmal bei einem Wahlkampftermin.

x