Rhein-Pfalz Kreis Unmut über VG-Verwaltung

Fehlerhafte Gas- und Stromabrechnungen, die nicht entdeckt wurden, eine verloren gegangene Sicherheitskarte, um Schlüssel anzufertigen, und ein verschleppter Zuschussantrag für die Kleintierzüchter – mehrfach wurde in der Hauptausschusssitzung in Kleinniedesheim die Verbandsgemeindeverwaltung Lambsheim-Heßheim kritisiert.
Ortsbürgermeister Ewald Merkel (FWG) monierte fehlerhafte Abrechnungen bei der Gasversorgung. Am 1. Juli 2016 hatte die Verbandsgemeinde mit den Stadtwerken Frankenthal einen Rahmenvertrag über die Erdgaslieferung geschlossen. Bei einer Überprüfung der Rechnungen hat der Ortsbürgermeister festgestellt, dass die Preise nicht mit den Lieferverträgen übereinstimmen. Merkel auf Nachfrage der RHEINPFALZ: „Die VG-Verwaltung hat das nicht überprüft.“ Nach seinem Hinweis, habe der Versorger seine Rechnungen korrigiert. Allein bei den Gasabrechnungen müsse die Ortsgemeinde nun 900 Euro weniger zahlen. Bei der Straßenbeleuchtung gehe es um einen vierstelligen Betrag. Andere Gemeinden seien ebenfalls betroffen. Kritik an der Verwaltung übte Merkel auch mit Blick auf die Vermietung einer gemeindeeigenen Wohnung im Kleinniedesheimer Schloss. „Als wir Wohnungsschlüssel nachmachen wollten, war das nur mit einer Sicherungskarte möglich, die bei der VG aufbewahrt wurde, dort aber nicht mehr auffindbar ist“, sagt Merkel auf Nachfrage. Seit sechs Wochen warte er auf die Ersatzkarte. Merkel: „Wie ein Ordner mit den Sicherungskarten aus dem Tresor der VG verschwinden kann, ist mir ein Rätsel.“ Bei einem Zuschussantrag des Kleinniedesheimer Kleintierzuchtvereins, wurde die Arbeitsweise der VG-Verwaltung ein weiteres Mal kritisiert. Der Verein hat seine gestohlene Dachrinne am Vereinsheim erneuert, wegen wiederholter Diebstähle Objektschutzmaßnahmen organisiert und eine Zuchtanlage errichtet. Merkel bemängelte, dass es sich bereits um die dritte Vorlage des Antrags handele, da die VG-Verwaltung weder die Vereinsrichtlinien noch den Haushaltsansatz und die Trennung der Haushaltsjahre beachtet habe. Die Anträge seien nicht an die Ortsgemeinde weitergeleitet worden. Zudem fehle ein Kostenzusammenstellung. FWG-Sprecher Johannes Fruth schloss sich der Kritik an: „Die Missstände bei der Arbeitsweise der VG-Verwaltung sind erschreckend und nicht mehr hinnehmbar.“ Die Ausschussmitglieder waren sich jedoch einig, dass man den Kleintierzuchtverein nicht für Versäumnisse der Verwaltung strafen könne und befürworteten einen Zuschuss in Höhe von rund 1840 Euro.