Rhein-Pfalz Kreis Unkraut hacken per PC

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Beim Pfälzer Gemüsebaufeldtag, zu dem das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), die BASF und die Saatgut-Firma Enza Zaden vergangene Woche auf das Gelände des Queckbrunnerhofs in Schifferstadt eingeladen hatten, haben zahlreiche Firmen aus der Agrarbranche ihre neuesten Produkte und Maschinen vorgestellt. Für die Vertreter der Pfalzmarkt eG standen dabei die Demonstrationen des Robovators im Mittelpunkt.

Seit Juni hat die Pfalzmarkt-Genossenschaft eine solche Maschine im Einsatz. Als die Besuchergruppe sich nähert, steht der grün-gelbe Schlepper bereits mit laufendem Motor bereit. Doch alle Augen sind nur auf das gerichtet, was sich hinter dem Traktor befindet. Robovator steht auf dem blauen Anbaugerät, an dessen Ende mehrere Messer angebracht sind. Die Maschine ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Doch die Nachfrage wächst stetig, denn die mechanische Selektivhacke macht sowohl den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln als auch das Hacken und Zupfen von Hand weitgehend unnötig. „Es wurde bei verschiedenen Kulturen getestet, auch bei verschiedenem Stand des Unkrauts“, berichtet Raimund Theobald vom Pfalzmarkt. Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus: „Das hat gut funktioniert.“ Was genau die Maschine leistet, erklärt André Dülks von der Herstellerfirma Kress umweltschonende Landtechnik (KULT): „Es ist ein System, das über Kameras die Pflanzen erkennt und die Hackmaschine sehr präzise über die Reihen lenkt.“ Dabei gibt es für verschiedene Bedürfnisse unterschiedliche Geräte. Während auf dem Feld nebenan mithilfe des sogenannten optoelektronischen Systems bis dicht an die filigranen Spinatpflanzen gehackt wird, ist der Robovator in der Lage, auch in der Reihe zu hacken – also bei Pflanzen mit größerem Abstand wie etwa Salat oder Brokkoli. Die Kameras erkennen die Pflanzen anhand ihrer Größe und leiten diese Daten an den Computer weiter, der dann den Impuls an die Messer weitergibt. „Die Kamera nimmt Infrarotlicht und sichtbares Licht auf. Dadurch kann sie auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen eingesetzt werden“, sagt Dülks. Für die Landwirte, die sich in der Genossenschaft zusammengeschlossen haben, ist die Technik aus zwei Gründen interessant, wie Marketing-Manager Hans-Jörg Friedrich erklärt. Denn nicht nur Biobetriebe verzichteten auf den Einsatz von Spritzmitteln. Auch im konventionellen Anbau seien die Landwirte bemüht, möglichst wenig Chemie einzusetzen, da viele Großabnehmer die Anzahl der Wirkstoffe begrenzten. „Je weniger Pflanzenschutz ich einsetzen muss, umso leichter habe ich es, meine Produkte zu verkaufen“, sagt Friedrich. Aber auch der Mindestlohn treibt das Interesse an hochmoderner Technik in die Höhe. Bisher schicken die meisten Betriebe ihre Saisonarbeiter mit der Handhacke oder zum Zupfen auf die Felder, um das Unkraut fernzuhalten. Das sei mit einem Mindestlohn von 9,10 Euro nicht mehr machbar, so der Fachmann. Eine Anschaffung wie der Robovator, die laut Friedrich bei rund 80.000 Euro liegt, sei wiederum auch nicht für alle Landwirte sinnvoll. Deswegen bietet der Pfalzmarkt seinen Betrieben die Technik als Dienstleistung an; in der Testphase aber nur für wenige Mitglieder. „Im Gemüseanbau kommt es für 50 bis 60 Betriebe in Frage.“ Schon seit geraumer Zeit hat auch Armin Kreiselmaier, Bio-Landwirt aus Ruchheim, die Technik im Blick. Bei der Vorführung des Geräts schaute er ganz genau hin, um zu sehen, ob die Entwicklung ausgereift ist. „Es ist für mich wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein“, erklärte er. Er möchte eine solche Maschine anschaffen. Als Bio-Landwirt muss er auf Herbizide verzichten. Und die steigenden Mindestlöhne stellen ein enormes Problem dar. Allerdings ist er überzeugt, dass die Maschine nicht so perfekt arbeiten könne wie der Mensch: „Im intensiven Gemüseanbau ist auch weiterhin Handarbeit nötig.“

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