Rhein-Pfalz Kreis Unfälle beim Festtag

Mutterstadt. Die Band „Midnights“, ein Kinderkarussell, eine Fahrzeugausstellung und die Vorführungen der aktiven Wehr und der Jugendwehr – das Fest der Freiwilligen Feuerwehr Mutterstadt hat den Besuchern am Wochenende wieder viel geboten.
Zerbrochene Scheiben, ein eingeklemmter Fahrer. Und Feuerwehrleute, die mit einer riesigen Rettungsschere das Dach des verunfallten Fords aufschneiden und die Türen mit einem ebenso großen Spreizer auseinanderhebeln. Ein realistisches Szenario, wie Verbandsführer Ralph Magin feststellt, der bereits über 30 Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr im Dienst ist. Nur, dass die Autos bei realen Unfällen noch schlimmer aussehen, denn meist sind sie zusammengequetscht worden. Bei der Übung am Wochenende wird der eingeklemmte Fahrer mit einem Schutzhelm und einem Tuch vor den Fensterscherben geschützt. Ein Rettungssanitäter verbindet ihn noch im Auto und versorgt ihn mit Sauerstoff und einer Infusion, bis die Feuerwehrleute ihn freigeschnitten und herausgehebelt haben. Anschließend wird er mit einer speziellen Trage vorsichtig über die scharfen Kanten des Autos gehoben und weggetragen. „Diese Art von Unfällen kommt sehr häufig vor“, sagt Verbandsführer Magin. „Wir betreuen 40 Kilometer der A 61. Und die ist stark befahren.“ Die Unfälle können an die Nieren gehen. Um diese psychischen Belastungen auszuhalten, reden die Feuerwehrleute nach dem Einsatz miteinander. „In der Nachbesprechung merkt man, wenn jemand ruhig ist und sich absondert“, sagt Magin. Dieser Feuerwehrmann wird dann gesondert betreut. Bisher hat Magin das einmal erlebt: Bei einem schweren Lkw-Unfall mit sechs Lkw gab es drei Tote und sechs Eingeklemmte. „Das zu sehen, war heftig.“ Manchmal betreuen auch Seelsorger vor Ort die Feuerwehrleute, aber diese sind hauptsächlich für die Betroffenen und deren Angehörige zuständig. Mit der Übung will die aktive Wehr vor allem die Alarmierungskette zeigen: „Unfall, Erstversorgung über Passanten, Absetzen des Notrufs, Alarmierung der freiwilligen Feuerwehr, Umziehen, Besetzen der Fahrzeuge, Fahren zur Unfallstelle, Einsatz“, zählt Magin auf. Auch die Jugendfeuerwehr zeigt den Besuchern eine Löschübung. Ein von der Jugend gebasteltes Haus wird angezündet und gelöscht. Momentan sind bei der Jugend zwölf Jungen und drei Mädchen, die vor vier Wochen einen 24-Stunden-Dienst absolviert haben. „Wir hatten sieben Einsätze, unter anderem Brandbekämpfung, Ölspur, Tierrettung“, sagt Jugendwart Dennis Houbn. Das Fest selbst wird immer sehr gut angenommen, freut sich Magin. „Dank der angenehmen Witterung war es am Samstag voll und am Sonntag sehr gut besucht.“