Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Umwelttag: Schlachtabfälle erhöhen Ekel-Faktor

Viele junge Helfer: die Freiweilligen beim Umwelttag.
Viele junge Helfer: die Freiweilligen beim Umwelttag.

„Das ist eine Selbstverständlichkeit“, sagt Josef Zickgraf, bevor er zu Zange und Handschuhen greift, die vor der Sommerfesthalle in Waldsee bereit liegen. Noch nie hat der Mann aus der örtlichen Jägerschaft beim Umwelttag der Gemeinde gefehlt. Auch diesmal wird er zum allgemeinen Sammelergebnis beitragen, das nicht nur Kopfschütteln auslöst, sondern auch Ekel erregt.

Zickgraf sieht die Aktion als Pflichtveranstaltung. „Manchmal“, sagt er mit Verweis auf illegal entsorgten Unrat, „ist es eine Katastrophe.“ Ausschließlich den Campern den schwarzen Peter dafür zuschustern, wie es oft der Fall sei, will der Jäger nicht. „Es sind auch die, die einfach unterwegs sind und den Müll blind entsorgen“, meint er.

Eine negative Entwicklung dahingehend hat der zuständige Beigeordnete der Ortsgemeinde, Steffen Sternberger-Hahn (SPD), festgestellt. „Seit Beginn der Corona-Pandemie stellen wir vermehrt illegale Müllablagerungen fest“, lässt er auf RHEINPFALZ-Nachfrage wissen. Es handelt sich nicht nur um Kleinigkeiten, wie Sven Hosenmann vom Bauhof anmerkt. „Das geht bis hin zu kompletten Haushaltseinrichtungen und Baumüll“, hebt er hervor.

Reiner Stahl vom ASV-Rentnerteam erinnert sich ebenfalls an Denkwürdiges aus der Vergangenheit. „Das war, wie wenn einer ein komplettes Büro ausgeräumt hat“, erzählt Stahl. Von der Büroklammer bis zum Schnellhefter sei ein buntes Sammelsurium in freier Natur verstreut gewesen – allein das Mobiliar fehlte. Bis zur Altrheinklause will Stahl mit seinen Mitstreitern auf Streifzug gehen.

„Wir haben verschiedene Gebiete eingeteilt“, lässt Sternberger-Hahn zur Organisation wissen. Im Wald, auf dem Trimm-dich-Pfad, entlang von Radwegen, an Streuobstwiesen und anderen markanten Plätzen wird gut zweieinhalb Stunden gesammelt. Noch vor Ort zieht Sternberger-Hahn Bilanz. Ein Container ist mit Sammelgut gefüllt worden. „Erfreulicherweise etwas weniger als im vergangenen Jahr“, stellt der Beigeordnete fest. Dafür gab’s für alle Beteiligten einen extremen Ekelfaktor, wie er informiert: „Sogar Schlachtabfälle wurden beseitigt.“

Sternberger-Hahn lobt die Teilnehmer, die in Gruppen von maximal fünf Personen ausgeströmt sind. „Wir hätten nicht mit so vielen Anmeldungen gerechnet“, sagt er. Erfreulich: Viele Kinder helfen beim Großputz in der Natur mit. Kleine Präsente wie Dosenwurst und Gewürze sind symbolischer Dank für die Freiwilligen.

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