Bobenheim-Roxheim
Umweltbeauftragte schmeißt hin
Am 30. Dezember hat Nicole Born, Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, der Gemeindeverwaltung kurz und bündig per E-Mail mitgeteilt, dass sie das Ehrenamt der Umweltbeauftragten mit sofortiger Wirkung niederlege. Man möge bitte ihre „Umweltecke“ aus dem Amtsblatt und von der Internetseite der Gemeinde entfernen, die Zahlung von Auslagen einstellen und in der folgenden Woche ihr Diensthandy in Empfang nehmen. Eine Begründung für den Rücktritt lieferte die 50-Jährige nicht, und auch der RHEINPFALZ wollte sie nicht mehr sagen, als dass sie ihre Entscheidung „aus persönlichen Gründen“ getroffen habe.
Born war Anfang September 2020 mit den Stimmen der Koalition von CDU, Grünen und FWG in das ein Jahr zuvor neu geschaffene Amt gewählt worden. Sie trat damals die Nachfolge von Manfred Alban Pfeifer an, der den Job – ebenfalls nach nur gut einem Jahr – hingeschmissen hatte. Pfeifer sitzt für die Grünen im Bobenheim-Roxheimer Gemeinderat, ist nach Informationen der RHEINPFALZ aber mittlerweile nicht mehr Mitglied der Partei.
Jahresbericht zeugt von großem Eifer
Während Pfeifer seinen Rücktritt im Herbst 2020 mit seinem „zerrütteten Verhältnis“ zu dem für Umwelt- und Naturschutz zuständigen Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU) erklärte, hüllt sich Nicole Born über ihr Verhältnis zur Gemeindespitze in Schweigen. Es wird gemunkelt, dass es im Arbeitskreis Tourismus Widerstand gegenüber Ideen und Initiativen Borns gab, auch wegen der angespannten Haushaltslage der Gemeinde. Aus ihrem Jahresbericht vom 30. November geht hervor, dass Nicole Born, die im September für das Bürgermeisteramt kandidierte, in ihrem Ehrenamt sehr aktiv war und die Nähe zu jungen wie erwachsenen Bürgern gesucht hat.
Vonseiten der Grünen-Fraktion hieß es am Montag, man habe vom bevorstehenden Rücktritt schon längere Zeit gewusst. „Er wird akzeptiert und respektiert“, so Fraktionssprecher Matthias Vettermann. Gründe wollte auch er nicht nennen. Die Grünen würden sich demnächst mit ihren Koalitionspartnern über die Folgen des Rücktritts abstimmen.
FWG-Sprecher Manfred Schärf verweist auf Anfrage auf die Fraktionssitzung am Dienstagabend, wenn darüber gesprochen werden soll, wer den ehrenamtlichen Umweltposten übernehmen könnte oder ob das Amt überhaupt noch einmal besetzt werden soll.
SPD fordert Abschaffung der Stelle
Diese beiden Fragen wird sich zur gleichen Zeit auch die CDU-Fraktion stellen, wie Georg Zwilling berichtet. Er hält es für möglich, dass die Notwendigkeit des von den Grünen gewünschten Amts von den Christdemokraten nun anders gesehen wird als 2019. Denn: Zum 1. März wird eine Klimaschutzmanagementstelle in der Verwaltung geschaffen und besetzt. Darauf verweist auch SPD-Fraktionssprecher Rainer Schiffmann: „Wir werden deshalb bei der kommenden Haushaltsberatung fordern, dass die Stelle des Umweltbeauftragten gestrichen wird.“