Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel TV-Moderatorin Patricia Küll gibt Tipps für ein (selbst-)bewusstes Leben

Aus Krisen etwas Positives zu ziehen, sei gar nicht so schwer, verrät Patricia Küll in ihrer Lesung.
Aus Krisen etwas Positives zu ziehen, sei gar nicht so schwer, verrät Patricia Küll in ihrer Lesung.

Die TV-Moderatorin Patricia Küll versprüht nicht nur Lebensfreude, sie hilft als Buchautorin und Coach auch anderen Menschen, selbst wieder glücklicher und zufriedener zu werden. Bei einer Veranstaltung in Schifferstadt hat sie am Dienstag viele Tipps gegeben, wie man sich die Lebensfreude zurückholen kann. Und die wohl überraschendste Erkenntnis dabei war: Es ist eigentlich gar nicht so schwer.

„Selbst.Bewusst.Leben – Übernimm die Regie in deinem Leben“ lautete die Überschrift des Abends mit Patricia Küll, zu dem die Stadtbücherei Schifferstadt sowie die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Schifferstadt und des Kreises eingeladen hatten. Ursprünglich hätte der Vortrag schon im März 2020 stattfinden sollen – genau zum Beginn der Corona-Krise. 18 Monate später ist das Thema aktueller denn je, denn durch die Lockdowns und Auflagen haben sich bei vielen Menschen persönliche Krisen verschlimmert oder neu entwickelt.

Vor allem betreffe dies Frauen, für die die Belastung in der Corona-Zeit ungleich höher sei als für Männer, machte die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Heidi Wittmann, in ihrer Begrüßung klar. Und so wunderte es nicht, dass im Saal des Alten Rathauses am Dienstagabend deutlich mehr Frauen als Männer saßen. Insgesamt lauschten rund 35 Menschen der aus den SWR-Sendungen „Landesschau Rheinland-Pfalz“ und „Landesart“ bekannten Moderatorin. Und der gelang es mit ihrer herzlichen Art, schon in den ersten Minuten eine vertraute und lockere Atmosphäre zu schaffen.

Nicht auf gute Fee warten

Offen berichtete die 53-Jährige von einer eigenen Lebenskrise vor 15 Jahren, als an einem einzigen Tag Eheprobleme, Job-Verlust und die schwere Erkrankung ihrer Mutter zusammenkamen. Doch statt darüber zu verzweifeln, habe sie sich Kriseninterventionsmaßnahmen bei anderen abgeschaut und gehandelt. „Wir selbst haben sehr viel mehr in der Hand, als wir glauben“, schärfte Patricia Küll den Zuhörern ein. Auf eine gute Fee zu warten oder den Prinzen, der einem das Leben richte, sei dagegen zwecklos. „Wenn wir mal kapieren, dass wir selbst unsere eigene gute Fee oder unser Prinz sein müssen, haben wir schon ganz viel gewonnen.“

Doch wie funktioniert das? Darüber hat sich die Journalistin schon seit vielen Jahren Gedanken gemacht und mit zahlreichen Menschen gesprochen, die sich trotz Krisen und schwerer Zeiten ihre Lebensfreude bewahrt oder zurückgeholt haben. Einige dieser Gespräche sind in ihr Buch „Ab heute singe ich unter der Dusche“ eingeflossen, aus dem sie einige Passagen vortrug. Von der CDU-Politikerin Julia Klöckner etwa hat sie den Tipp für sich übernommen, abends an die Dinge zu denken, die an diesem Tag gut waren. „Wenn man so einschläft, wacht man morgens anders auf“, versprach Patricia Küll.

Diszipliniert auf sich selbst achten

Professor Jörg Kühnapfel, mit dem sie später ihr Buch „Kopf zerbrechen oder dem Herzen folgen“ über gute Entscheidungen geschrieben hat, habe ihr erklärt, dass Disziplin die wichtigste Charaktereigenschaft sei, um glücklich zu sein. Damit sei aber vor allem gemeint, diszipliniert auf sich selbst zu achten, statt bei Stress immer zuerst das Schöne zu streichen und etwa auf Sport oder Ruhepausen zu verzichten. „In Krisenzeiten sollte man sich gut ernähren, ausreichend bewegen und auf Schlafhygiene achten“, so die Expertin.

Eine ganze To-do-Liste für mehr Lebensfreude gab Patricia Küll ihrem Publikum mit auf den Weg. Dazu gehörte auch, dass man häufiger auf sein Bauchgefühl hören und öfter mal „Nein“ sagen sollte, wenn andere einem zu viel aufladen. „Krisenzeiten geben uns die Möglichkeit, etwas zu lernen und uns weiterzuentwickeln“, sagte die sympathische Moderatorin. Und das helfe dabei, das Leben nach der Krise bewusster und intensiver wahrzunehmen.

„Nichts passiert ohne Grund“

Dass es gelingen kann, selbst in der Krise etwas Positives zu finden, zeigte Patricia Küll an ihrem eigenen Beispiel. Denn nur weil sie ihre Sendung verloren habe, habe sie noch zehn volle Tage und Nächte mit ihrer Mutter verleben können, bevor diese starb. Ihr Mann und sie fanden danach wieder zueinander, und ein Jahr später sei ihr Sohn auf die Welt gekommen. Auch deshalb ist die 53-Jährige überzeugt: „Nichts passiert ohne Grund.“

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