Waldsee
Trotz Blaulichts und Martinshorn: Frau übersieht Kindernotarztwagen
Trotz eingeschalteten Blaulichts und Martinshorn übersah eine 49-jährige Pkw-Fahrerin laut Polizeibericht beim Abbiegen von der Landstraße 533 in den Schlittweg das in diesem Moment an ihr vorbeifahrende Einsatzfahrzeug des Kindernotarztes. Es kam zum Zusammenstoß. Danach waren beide Fahrzeuge nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Kindernotarzt Böhn meldete den Unfall bei der Rettungszentrale. „Von dort wurde sofort ein Ersatzfahrzeug zu dem Einsatz geschickt, zu dem ich gerade auf dem Weg war“, sagt Böhn. Ob der Ersatz rechtzeitig vor Ort sein und helfen konnte, entzieht sich seiner Kenntnis.
Wagen eigentlich gut sicht- und hörbar
Sorgen bereiten Ingo Böhn künftige Einsätze. Denn der Waldseer, der in Schifferstadt seine Praxis hat, wird vorerst mit einem alten Ersatzfahrzeug unterwegs sein. „Also nur mit 50 Prozent der Qualität des nagelneuen Fahrzeugs, das jetzt sehr beschädigt ist.“ Das Einsatzfahrzeug des Kindernotarztes war gerade mal acht Wochen lang im Einsatz. Ironie des Schicksals: Der neue VW Touareg sollte den Kindernotarzt schnell und sicher zu den kleinen Patienten bringen. „Jede Minute, die man eher beim Patienten ankommt, ist wertvoll und kann Leben retten“, betonte Böhn noch bei der Übergabe im Juli. Mit einem V6-Motor, 287 PS und einer modernen medizinischen Innenausstattung sollte der Kindernotarztwagen den besonderen Ansprüchen gerecht werden. Um im Straßenverkehr gut sicht- und hörbar zu sein, hat das Einsatzfahrzeug knallige Farben, eine auffällige Signalanlage sowie Presslufthörner, die hinzugeschaltet werden können. All das hat am Mittwochabend nicht gereicht.
Sonderausstattung beschädigt
Nach dem Unfall müsse nun geklärt werden, ob Anspruch auf ein neues Fahrzeug besteht oder der Wagen repariert wird. Der ist laut Böhn nicht nur von außen beschädigt – auch die Sonderausstattung im Inneren wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Wagen war bei dem Zusammenprall in einen Graben katapultiert worden. Kindernotarzt und die unfallbeteiligte Frau blieben unverletzt.
Seit dem Jahr 2002 ist der Schifferstadter Kinderarzt Ingo Böhn mit dem Kindernotarztwagen ehrenamtlich in der Region im Einsatz. Seitdem engagiert sich auch der Förderverein mit Sitz in Neulußheim für die Unterstützung und Finanzierung des Kindernotarztwagens.