Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzer bei Gay-Datingshow "Prince Charming" dabei

Manuel Flickinger ist ein extrovertierter Typ. Als schillernde Kunstfigur „Lafayette Diamond“ tritt der 31-Jährige zum Beispiel
Manuel Flickinger ist ein extrovertierter Typ. Als schillernde Kunstfigur »Lafayette Diamond« tritt der 31-Jährige zum Beispiel bei Christopher-Street-Day-Paraden auf. Foto: Ellen Wahl/frei

Für seinen „Prince Charming“ ist Manuel Flickinger nach Griechenland geflogen. Der Limburgerhofer ist Kandidat der Gay-Datingshow, die ab Mittwoch, 30. Oktober, im Netz gesendet wird. Im Vorfeld verrät er, worin der Reiz liegt, seine Liebe im Fernsehen aufzuspüren und warum es manchmal nicht so einfach ist, den Partner fürs Leben zu finden.

Limburgerhof. Liebe und Leben sind bunt und vielfältig. Dieses Motto passt zur Flagge der LGBT-Gemeinde (lesbisch, schwul, bisexuell und transgender) – und zu Manuel Flickinger. Der 31-Jährige, der ursprünglich aus einem Ort in der Westpfalz kommt, hat neben seinem Job als Justizfachwirt am Amtsgericht Ludwigshafen auch eine ganz besonders schillernde Leidenschaft: Als Kunstfigur „Lafayette Diamond“ tritt er seit 2013 auf diversen Christopher-Street-Day-Paraden (CSD) auf und hatte in diesem Jahr einen Auftritt im Badischen Staatstheater Karlsruhe. Jetzt fehlt nur noch der richtige Partner an seiner Seite.

19 Nebenbuhler in der Sendung

Doch wo findet den ein extrovertierter schwuler Mann? Manuel Flickingers Antwort: „Natürlich im Fernsehen! Die Heterosexuellen haben es ja vorgemacht.“ Tatsächlich sind Sendungen wie „Der Bachelor“ oder „Die Bachelorette“ beliebt beim Publikum. Ein Single-Mann oder eine Single-Frau suchen in paradiesischer Kulisse nach dem Partner fürs Leben. Auch Flickinger ist Fan solcher Formate. „Den ,Bachelor‘ gucke ich schon seit 2006. Ich hatte immer gehofft, dass es so ein Format auch mal für uns Schwule gibt. Und dann habe ich 2016 einfach mal RTL angeschrieben mit diesem Vorschlag“, erinnert sich der 31-Jährige. Als ihm dann ein Freund Anfang dieses Jahres erzählt habe, dass tatsächlich so eine Sendung geplant sei und man sich bewerben könne, habe er nicht lang gezögert.

Die Sendung „Prince Charming“, die am heutigen Mittwoch, 30. Oktober, auf dem RTL-Streaming-Dienst „TVNow“ startet, ist Deutschlands erste Dating-Show nur für homosexuelle Männer. 20 Kandidaten buhlen um die Gunst des „Prince Charming“, des 28-jährigen Account-Managers Nicolas Puschmann. Unter ihnen ist auch Manuel Flickinger.

Nicht der erste TV-Auftritt

Bereits 2018 hatte Flickinger einen Dating-Versuch im Fernsehen gestartet. Er war Gast in der Sendung „First Dates“ bei Vox – damals ohne Erfolg. Bei „Prince Charming“ erhofft sich der nebenberufliche Fitness-Trainer diesmal aber mehr: „Es ist einfach spannend. Eine ganze Gruppe, die einen Mann erkundet, in den man sich auch verlieben kann. Man soll ja da eigentlich nichts übers Knie brechen, aber wenn du dich entschließt bei so einem Format mitzumachen, musst du bereit sein, Gefühle zuzulassen.“

„So ein Format hat gefehlt“

Den Partner fürs Leben zu finden sei für ihn eine besondere Herausforderung, meint der Limburgerhofer, der seit gut drei Jahren Single ist. „Es gibt viele Schwule, die tatsächlich etwas homophob sind. Die finden es zwar gut, dass ich aktiv in der Szene bin und mich einsetze – aber mit zu mir kommen, wollen sie am Ende des Abends dann nicht“, sagt er scherzhaft. Vielen sei er einfach „zu offen“ und ein „zu femininer Typ“. Gerade deshalb baut er sehr auf die Gay-Datingshow. „So eine Show soll den Leuten die Augen öffnen – zeigen, dass es unterschiedliche Typen von schwulen Männern gibt und dass das vollkommen okay ist.“ Seiner Meinung nach werde Homosexualität in unserer Gesellschaft zwar toleriert, aber noch nicht völlig akzeptiert.

Diese Sendung sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Ich denke, die Leute werden darüber reden und es wird ihnen gefallen. Ein bisschen Drama, ein bisschen Leidenschaft. So ein Format hat einfach gefehlt“, sagt Flickinger, der im Vorstand des CSD Rhein-Neckar aktiv ist. Vielleicht helfe diese Art von Akzeptanz denjenigen, die sich noch nicht getraut haben, mit ihrer Sexualität offen umzugehen.

Auflösung in acht Wochen

Die Dreharbeiten sind schon einige Wochen her, trotzdem muss Manuel Flickinger sein Pokerface bewahren. Das sei wohl das Schwerste vor der Ausstrahlung gewesen. Denn ob er die letzte Krawatte – bei den anderen Formaten sind es Rosen – vom „Prince Charming“ bekommen hat, wird nicht verraten. Das erfahren die Zuschauer erst in acht Wochen, wenn die letzte Folge über den Bildschirm des Streaming-Portals geflimmert ist. Was er auf jeden Fall verraten hat: „Es war die beste Zeit meines Lebens!“

Jetzt freue er sich auf das Public Viewing der ersten Folgen in Hamburg und Köln. „Es macht mich einfach unheimlich stolz, bei diesem Format mitgewirkt zu haben, umso mehr als Pride-Aktivist. Ich hoffe, dass es so eine Sendung auch bald nur für die Mädels gibt.“

In der Online-Sendung „Prince Charming“ möchte Manuel Flickinger seinen Traummann finden. Was er in Griechenland erlebt hat, ist
In der Online-Sendung »Prince Charming« möchte Manuel Flickinger seinen Traummann finden. Was er in Griechenland erlebt hat, ist ab 30. Oktober im Netz zu sehen. Foto: TVNOW
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