Rhein-Pfalz Kreis Tour de Freundschaft

Wenn sich 16 Franzosen und neun Pfälzer schon morgens in vollständiger Radlermontur vor dem Limburgerhofer Rathaus treffen, muss etwas Besonderes im Gange sein. Und so ist es: Eine deutsch-französische Radtour ins burgundische Chenôve ist Auftakt der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen der pfälzischen und der französischen Ortschaft. Ebenso gefeiert wird das zehnjährige Bestehen des Partnerschaftsvereins.
. Strahlender Sonnenschein und ein laues Lüftchen versprechen der bunt gemischten Truppe hochmotivierter Radfahrer am Mittwochmorgen eine angenehme Tour. Alle 25 Sportler tragen weiße Trikots, die mit beiden Ortswappen bedruckt sind. Es symbolisiert die langjährige Freundschaft zwischen beiden Gemeinden. Innerhalb von vier Tagen wollen sie die knapp 500 Kilometer bis nach Chenôve mit dem Fahrrad absolvieren. Das heißt, dass an einem Tag ungefähr 120 bis 140 Kilometer geradelt werden müssen. „Diese Tour haben wir schon öfter gemacht“, berichtet Gunnar Weinert-Lax, Gründungsmitglied des seit zehn Jahren bestehenden Partnerschaftsvereins. „Wir werden alle 40 bis 50 Kilometer eine Pause machen. Unser heutiges Etappenziel ist Baerenthal im Elsass“, fasst er den Tagesplan zusammen. An den nächsten beiden Tagen seien dann noch zwei Etappen zu meistern, bis sie am Sonntagnachmittag schließlich ihr Ziel in der Nähe von Dijon erreichen. In Chenôve werden die Bürgermeister beider Gemeinden, Peter Kern (SPD) und Jean Esmonin, die Radfahrer begrüßen und den großen Festakt zum Jubiläum eröffnen. „Zur Festigung der freundschaftlichen Beziehungen wird der vor 40 Jahren unterzeichnete Partnerschaftsvertrag neu unterzeichnet“, erklärt Kern. Die Feierlichkeiten werden vier Wochen lang dauern. Es werde gemeinsame Wanderungen, Konzerte und Ausstellungen geben. Die deutsch-französische Partnerschaft erfahre auf beiden Seiten eine tiefe Wertschätzung, sagt der 70-Jährige. Nach einer Initiative des Landes Rheinland-Pfalz sei Limburgerhof eine der ersten Gemeinden gewesen, die eine konkrete Partnerschaft eingegangen ist. „Neben dem Beitrag für ein gemeinsames Europa ist diese Freundschaft vor allem aus menschlicher Sicht eine große Bereicherung“, ist Bürgermeister Peter Kern überzeugt. „Die großen politischen Köpfe wechseln ständig, der Frieden in Europa wackelt an einigen Ecken bedenklich, aber der Zusammenhalt unserer Gemeinden bleibt stark“, sagt er weiter. Tiefe Freundschaften seien in dieser Zeit entstanden, die sich mit gegenseitigen Besuchen und vielen gemeinsamen Festen über die Jahre intensiviert hätten. Er selbst sei circa fünfmal im Jahr in Chenôve zu Gast. „Neben all den schönen Anlässen arbeiten wir aber auch die schwierigen Seiten der deutsch-französischen Beziehungen auf“, meint Kern. Das Gedenken und die Verarbeitung der Geschehnisse im Ersten und Zweiten Weltkrieg gehören auch zur Partnerschaftsarbeit. Die Radtour wird Peter Kern nicht mitmachen. Genügend Mitfahrer haben sich aber trotzdem gefunden. Unter ihnen sind zahlreiche aktive Radsportler sowohl auf französischer als auch auf deutscher Seite, berichtet Brigitte Ehresmann. Sie ist in der Gemeindeverwaltung Limburgerhof für Partnerschaftsarbeit zuständig. Der älteste Fahrer der Truppe zählt stolze 73 Jahre. Manfred Slottar, der von seinen Freunden liebevoll „Kurt“ genannt wird, kennt die Tour bereits. „Vor zehn Jahren war ich auch schon dabei“, erzählt er. Mit regelmäßigem Radfahren halte er sich im Alter fit. „Wir werden Abends nach dem Essen wahrscheinlich direkt ins Bett fallen“, vermutet Gunnar Weinert-Lax. „Es wird aber trotzdem großen Spaß machen“, glaubt der 68-Jährige. Für ihn ist es bereits die sechste Tour nach Chenôve. Begleitet werden die Sportler von zwei Kleinbussen, die den Proviant und das Gepäck transportieren. Auch für Sicherheit ist gesorgt. Zu Beginn der Unternehmung begleitet ein Polizeiwagen die Tour. Im weiteren Verlauf werden die Busse den Zug einrahmen.