Rhein-Pfalz Kreis Tipps für künftige Kameraleute
Schifferstadt. Automatik aus, Schärfe von Hand einstellen, Blende wählen, Weißabgleich nicht vergessen. Es gibt eine Menge zu beachten, wenn man gute Videoaufnahmen machen will. Sebastian Lindemans, Referent der Landesmedienanstalt und Mitarbeiter des Offenen Kanals Trier, hat in einem Seminar im Schifferstadter Jugendtreff gezeigt, wie es geht. Denn das Leitungsteam des Offenen Kanals (OK) Speyer will eine Magazinsendung mit Schifferstadter Themen initiieren – dafür braucht es Mitstreiter.
„Wir haben in Trier Hunderte von Enten auf Film“, schmunzelt Dozent Lindemanns. Dort sind die Vögel das beliebteste Motiv der lernenden Videofilmer. Den Umgang mit der Technik sollte man nämlich ein bisschen üben, bevor man die eigentlichen Aufnahmen macht, erklärt der Dozent den Teilnehmern. Die sind gekommen, um in einer Art Crashkurs die wichtigsten Grundlagen des Videofilmens kennenzulernen. Dazu gehört der Umgang mit der Kamera, aber auch die Arbeit am Computer, um Schnitt, Bild und Ton zu gestalten. „Bürgerfernsehen“ nannte man schon vor 30 Jahren die Idee, interessierten Laien die nötigen Mittel und einen Sendeplatz für eigene Sendungen zu geben. Auch Schifferstadt hatte ein Studio und die nötige Technik. Die Räume in der Rehbachstraße werden heute vom Second Hand-Kleiderladen „Wühlmaus“ genutzt. 2012 hatte sich der Förderverein Offener Kanal Schifferstadt nach 25 Jahren aufgelöst. Seit Beginn des vergangenen Jahres ist die Stadt Schifferstadt nun ebenso wie Speyer, Römerberg und Dudenhofen im Trägerverein des Offenen Kanals Speyer Mitglied. Früher waren Videokameras in Profiqualität für Laien kaum bezahlbar. Heute hat jedes Smartphone eine Videofunktion und jeder kann ohne Kosten seine Filme auf Videoportalen wie Youtube veröffentlichen. „Die Beiträge verlieren sich auf solchen Portalen“, erklärt Lindemans im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Eine der wichtigsten Funktionen des Offenen Kanals in Trier sei die Mediathek, auf die es täglich über 2500 Zugriffe gebe. Zudem sei „richtiges“ Fernsehen immer noch ein besonderes Gefühl. Wolfgang Schuch, Vorsitzender des OK Speyer, hat zu dem Seminar eingeladen. Er möchte die Idee des Bürgerfernsehens wieder beleben. Schuch hat beim Speyerer OK ein Seniorenmagazin geleitet. Das allerdings wurde eingestellt, als sich für ihn kein Nachfolger gefunden hatte. Chancen sehen Schuch und Lindemans in der lokalen Berichterstattung. Man könne Ereignisse vor Ort begleiten und müsse sich nicht auf die in Sendern üblichen 90-Sekunden-Beiträge beschränken. Gerade in Schifferstadt, der größten Gemeinde im Landkreis, könnte das interessant sein. Die Schifferstadterin Petra Scherer interessiert sich dafür. „Ich habe den Offenen Kanal Haßloch kennengelernt und finde das Konzept gut“, sagt sie. Eigene Themen zu recherchieren und darüber Beiträge zu filmen könnte sie sich vorstellen. Als mögliches Thema nennt sie das Tierheim. „Ich würde zum Beispiel gerne wissen, wer dort arbeitet und wie sich die Arbeit finanziert“, sagt sie. Das Seminar gefällt ihr sehr gut. Es gebe viele praktische Informationen. Rainer Bach aus Speyer ist kein Neuling. Der 61-Jährige hat früher schon am OK-Seniorenmagazin mitgearbeitet und will sein Wissen auffrischen. Er wolle auch weitere Interessenten kennenlernen. „Man kann sich gegenseitig helfen und ich könnte mir vorstellen, auch in Schifferstadt mitzumachen“, sagt er. Kontakt Wolfgang Schuch, Telefon 06232/ 61160, E-Mail: info@okspeyer.de, Internet: www.okspeyer.de