Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Testzentren im Aufbau

Die Gemeinden im Kreis bauen Schnelltestzentren auf. Einige suchen noch Helfer. Und die müssen teilweise noch geschult werden. G
Die Gemeinden im Kreis bauen Schnelltestzentren auf. Einige suchen noch Helfer. Und die müssen teilweise noch geschult werden. Geplant ist, dass sich die Bürger ab Mitte März testen lassen können.

Mehr Tests, mehr Sicherheit und möglicherweise eine Perspektive auf weitere Lockerungen: So sieht eine Strategie des Landes im Kampf gegen Corona aus. Die Kommunen sollen sie umsetzen. In den Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis laufen die Vorbereitungen dazu auf Hochtouren. Am 15. März werden die Testzentren stehen. Und hoffentlich alle Fragen geklärt sein.

Wie groß wird wohl der Andrang sein? So recht vorstellen kann sich Paul Poje (CDU) noch nicht, wie die Bürger der Verbandsgemeinde Maxdorf auf das Testangebot vor Ort reagieren werden. Der Verbandsbürgermeister berichtet, dass man die Maxdorfer Waldsporthalle als Testzentrum auserkoren habe. „Am 16. März soll es erstmals in Betrieb gehen“, sagt Poje. Und fortan immer dienstags und donnerstags, von 18 bis 21 Uhr, offen haben. Ob sich die Leute dafür vorher anmelden müssen, sei noch nicht abschließend geklärt, meint Poje. Man warte in dieser Frage noch auf Rückmeldungen vom Land und der Kreisverwaltung. Am wichtigsten sei jedoch, dass die Mannschaft steht, die das Vorhaben Schnelltestzentrum umsetzen wird. „Die Feuerwehr kümmert sich um das operative Geschäft und baut das Testzentrum auf. Mitarbeiter aus der Verwaltung übernehmen administrative Aufgaben, etwa die Registrierung derjenigen, die sich testen lassen wollen. Und das DRK konnten wir für die Tests an sich, sprich: die Abstriche, gewinnen“, berichtet der Bürgermeister, der nicht nur an die Tests denkt, sondern auch ans Impfen. „Die Waldsporthalle wird für das mobile Impfen ebenfalls zur Verfügung stehen“, sagt er. Dann, wenn der Impfbus durch die Dörfer rollt. „Vermutlich ab Mitte des Monats, immer mittwochs“, sagt Poje. Wie berichtet, wird im Impfbus nur das Mittel gespritzt. Für Anmeldung, Belehrung und Ruhephase nach dem Impfen sollen nach Vorstellung der Kreisverwaltung geeignete Räume vor Ort zur Verfügung stehen. „Wir in den Gemeinden – unsere freiwilligen Helfer – wollen helfen, der Pandemie zu begegnen und den Weg aus dem Lockdown vorzubereiten.“

Und was, wenn alles wieder abgesagt wird?

Auch in den anderen Gemeinden im Kreis zeichnet sich ab, dass die Testzentren frühestens nach der Landtagswahl öffnen. Der 1. März als Starttermin, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt hatte, ist wieder vom Tisch. Heute soll beim Bund-Länder-Gipfel nochmals über eine Teststrategie gesprochen werden. Was auch immer dabei herauskommt – die Vorbereitungen laufen. „Aber wenn alles wieder abgesagt wird, ist es halt so“, sagt Peter Christ (CDU). „Aber ich glaube nicht, dass es so kommen wird. Schließlich ist das Testen ein Teil der Strategie im Kampf gegen Corona.“ Der Böhl-Iggelheimer Bürgermeister hat sich am Samstag mit einem Teil der Feuerwehrmannschaft das Testzentrum in Neustadt angeschaut. Um zu lernen. Anders als in der Verbandsgemeinde Maxdorf wird es in Böhl-Iggelheim zunächst keine festen Testtage geben. „Wir arbeiten mit Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung,“ sagt Christ. „Dort erhalten die Bürger einen Termin, an dem sie dann im Testcenter erscheinen können.“ Getestet werde im Rotkreuzhaus am Schwarzweiher. 15 freiwillige Helfer der First-Responder-Truppe, einer Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr, stehen dafür zur Verfügung. Sie können laut Christ alle auf eine medizinische Grundausbildung zurückgreifen. Bei Aufbau und Betrieb des Zentrums mitanpacken werden Feuerwehr und Gemeindeverwaltung.

Wer testet, soll auch geimpft sein

In Schifferstadt werden ab 15. März Schnelltests in der Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in der Rehbachstraße 12 angeboten. Eine vorherige Terminvereinbarung wird nötig sein. Der Malteser Hilfsdienst und das DRK werden gemeinsam diese Aufgabe übernehmen. „Dies hatte Bürgermeisterin Ilona Volk letzte Woche mit den beiden Hilfsorganisationen vereinbart und sie ist sehr dankbar, dass durch diese Kooperation ein Schnelltest-Angebot auch in Schifferstadt gemacht werden kann“, sagt Peter Schlindwein, der den Fachbereich Bürgerdienste bei der Stadt leitet. Konkrete Vereinbarungen wollen die beiden Hilfsdienste ihm zufolge diese Woche absprechen. Dann würden auch die Öffnungszeiten festgelegt.

Für das Schnelltestzentrum in Mutterstadt ist das Palatinum vorgesehen. „Vornehmlich das große Foyer“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Es liege zentral, biete sehr gute Parkmöglichkeiten, habe einen barrierefreien Zugang, entsprechende Nebenräume und Toiletten. „Wir haben derzeit über 20 Freiwillige, die testen werden, darunter Ärzte im Ruhestand, medizinisches Personal und auch viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.“ Dieses Personal habe mittlerweile großteils einen Impftermin angemeldet beziehungsweise werde dieser Tage noch nachgemeldet. Denn das gilt: Wer testet, soll auch geimpft sein. Das hatte auch Landrat Clemens Körner (CDU) für wichtig erachtet. Aufbau und Organisation des Mutterstadter Testzentrums übernehmen laut Schneider Mitarbeiter der Verwaltung und teilweise Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. „Mit dem Aufbau werden wir im Laufe der nächsten Woche beginnen“, informiert Schneider. „Wann wir genau öffnen und zu welchen Zeiten, steht noch nicht fest. Sicherlich wird das Testzentrum mehrmals wöchentlich und teilweise außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, also auch in den Abendstunden, geöffnet werden.“ Der Startzeitpunkt hänge von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Lieferzeitpunkt der Tests, der hygienischen Ausrüstung, der Dokumentationsmittel sowie dem Impfzeitpunkt des Personals und dem Zeitpunkt der Schulungen. Denn einige der freiwilligen Helfer müssten erst noch den Umgang mit den Schnelltests erlernen. Schneider geht jedoch davon aus, wie die anderen Kommunen im Kreis in der Woche nach den Landtagswahlen zu starten. Der Vorplatz des Palatinums sei im Übrigen auch der geplante Standort für den Impfbus des Kreises, wenn er in Mutterstadt Halt mache.

Erfahrungen sammeln und flexibel reagieren

In Limburgerhof sollen die Bürger im Kultursaal der Gemeinde schnellgetestet werden, voraussichtlich ab dem 17. März, jeweils an drei Tagen in der Woche. Das teilt Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) mit. Das Testzentrum soll jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet sein. Ob drei Öffnungstage reichen, oder gar zu viel sind? Und ob die Uhrzeiten passen? Um diese Fragen zu beantworten, müsse man Erfahrungen sammeln und flexibel reagieren. „Helfer werden derzeit akquiriert. Einige Personen mit medizinischer Erfahrung haben ihre Mitarbeit zugesagt“, berichtet Poignée. Sobald das Testzentrum startklar sei, könnten über die Homepage und über das Infotelefon der Gemeindeverwaltung Termine für Schnelltests vereinbart werden. „Startklar sind wir dann, wenn wir alles aufgebaut haben, genügend Helfer beisammen sind, wir genügend Testkits vor Ort haben und die entsprechende Schutzausrüstung“, sagt Poignée. „Wir informieren über Amtsblatt und Homepage, wenn es losgeht.“

In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sollen die Bürger dienstags und donnerstags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit erhalten, sich auf Corona testen zu lassen. Das Zentrum Alte Schule wird zum Testzentrum. Möglich sei dort, vier Teststraßen einzurichten, aber wie in allen anderen Kreisgemeinden gilt auch hier: Abwarten, wie das Angebot angenommen wird. Federführend wird sich die Freiwillige Feuerwehr um das Testangebot kümmern, sagt Pressesprecherin Ute Günther. Unterstützt werden die Wehrleute von Freiwilligen, die etwa Dienst am Computer tun oder schauen, dass die Corona-Regeln auf den Teststraßen eingehalten werden. „Wir sehen in den Testzentren eine große Chance, einen sinnvollen Beitrag dafür zu leisten, um unserer Bevölkerung wieder mehr Leben und Begegnung zu ermöglichen. Von daher gab es von Anfang an die einhellige Meinung unter Verwaltungsmitarbeitern und Wehrleuten, dass wir mitmachen. Die Pandemie hat durch die AHA-Regeln Mehraufwand produziert und gleichzeitig viele Dinge verlangsamen lassen. Uns war aber klar, dass die Priorität hier auf die Bekämpfung gerichtet werden muss. Und dazu tragen die Testzentren ein Stück weit bei“, sagt Bürgermeister Stefan Veth (CDU).

„Das Land muss liefern“

In der Verbandsgemeinde Rheinauen steht fest: Schnelltestzentren werden im Bürgerhaus in Neuhofen und in der Sommerfesthalle in Waldsee eingerichtet. Als Starttermin gibt Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) „nach den Landtagswahlen“ an. Vorgesehen ist, die Öffnungszeiten der Zentren so abzustimmen, dass die Bürger ohne Terminvergabe vier Tage in der Woche etwa „zwei bis drei Stunden nachmittags, abends“ die Möglichkeit haben, sich in der Verbandsgemeinde testen zu lassen. Pro Zentrum seien zwei Testplätze vorgesehen, sagt Fassott. Nun sollen freiwillige Helfer, die die Bürger testen, gesucht werden. In Neuhofen werde das DRK unterstützen, in Waldsee sei angedacht, Freiwillige bei den Vereinen – etwa ehrenamtliche Übungsleiter, die derzeit keine Stunden halten dürfen, aber über eine Erste-Hilfe-Ausbildung verfügen – zu akquirieren. Fassott legt Wert darauf, dass die Helfer gut ausgebildet sind. Das Land sprach zuletzt von einer rund 30-minütigen Online-Schulung. „Wenn sie gut ist, kann das erfolgreich sein. Aber das Land muss liefern“, sagt der Bürgermeister. Offen sei auch noch, wie reagiert werden müsse, wenn das Testergebnis positiv ausfällt. Inhaltlich sei er von der Idee vollkommen überzeugt, aber es sei „Wahnsinn“, wie schnell die Kommunen reagieren müssten, sagt Fassott.

Zur Sache: Vor- und Nachteile der Schnelltests

Landrat Clemens Körner (CDU) findet die kommunalen Teststationen wichtig – auch wenn zuletzt Selbsttests für zu Hause angekündigt wurden. Es brauche viele Mosaiksteinchen, um die Pandemie zu bekämpfen. Zudem kann sich der Landrat vorstellen, dass mit den Lockerungen eine mögliche Pflicht kommt, bei bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen ein negatives Testergebnis vorweisen zu müssen. Dieses werde eine gewisse Qualität haben müssen, außerdem brauche es ein Zertifikat, das nur in einem solchen Zentrum ausgestellt werden könne und nicht zu Hause, sagt Körner.

Alexander Weber, Leiter der Abteilung Gesundheit und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung, an die das Kreisgesundheitsamt angedockt ist, begrüßt die Schnelltests. Er macht aber auf zwei Probleme aufmerksam: Sie müssten richtig angewendet werden, und das Ergebnis sei nur eine Momentaufnahme. „Sie können sich nicht auf einen fünf Tage alten Schnelltest berufen“, sagt Weber.

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