Rhein-Pfalz Kreis Tempo 10 vor der Schule kommt
«Fussgönheim.» Seit Sommer haben sich die Fußgönheimer Gremien mit der Verkehrssituation vor der Schillerschule beschäftigt. Es gab viele Ideen für das Ziel, die Straße sicherer zu machen. Grundlage der Überlegungen war eine Tempomessung. Nun ist die Entscheidung gefallen – und sie hat nicht nur Freunde im Ortsgemeinderat.
Am Ende war sich selbst Fußgönheims Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) nicht so ganz sicher, was der Rat denn da gerade beschlossen hatte. „Die Geschwindigkeit vor der Schule wird nicht herabgesetzt“, lautete ihr Vorschlag, den sie am Mittwochabend zur Abstimmung stellte. Ein Ratsmitglied enthielt sich, neun waren dafür und neun – allen voran die SPD-Fraktion – dagegen. Da musste auch Klein kurz überlegen, was dieses Patt nun bedeutet. „Der Antrag wird abgelehnt“, sagte sie dann, „die Geschwindigkeit wird reduziert.“ Aktuell sind vor der Schillerschule 30 Kilometer pro Stunde erlaubt, bald nur noch zehn. Bereits vor den Sommerferien haben die Fußgönheimer Gremien begonnen, sich mit der Verkehrssituation vor der Grundschule zu beschäftigen (wir berichteten mehrfach). Gerade zu den Bring- und Holzeiten, also am Morgen und gegen Mittag, kommt es dort zu gefährlichen Situationen. Etwa, wenn Kinder zwischen geparkten Autos durchschlüpfen, um über die Straße zu gehen. Um sich ein Bild von der Lage machen zu können, installierte die Gemeinde ein Tempomessgerät in der Straße. Ergebnis der Auswertung: Ja, es wird zu schnell gefahren. Aber es sind weniger, die schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer fahren, als zunächst angenommen oder befürchtet. „Wir sehen nicht, dass viel zu schnell gefahren wird“, sagte denn auch Jürgen Kuß (FWG). Es sei nur ein Schild mehr, das aufgehängt werden müsse. „Es ist keine Hauptstraße, keine Nebenstraße, sondern ein Wohngebiet“, sagte er. Dort sei die Versuchung, auf das Gaspedal zu treten, ohnehin geringer. Unterstützung erhielt die Wählergruppe von der CDU. „Wir sehen keine Möglichkeit, zehn Stundenkilometer zu installieren“, sagte deren Sprecherin Martina Ficker. Anders sah es die SPD, deren Fraktionschef Thomas Bauer überzeugt ist: Wenn zehn Stundenkilometer erlaubt seien, würden 20 oder 25 gefahren werden. „So, dass es bei einer Kontrolle eben nicht zu teuer wird“, sagte er. Doch nicht nur mit dem neuen Tempolimit wollen die Fußgönheimer dem Chaos vor der Schule Einhalt gebieten. Zusätzlich wird ein zeitweises absolutes Halteverbot eingerichtet. Dieses gilt an Schultagen zwischen 7.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 11.30 und 13.30 Uhr. Einzig die Größe des Schildes mit allen Uhrzeiten machte der FWG zu schaffen. Letztlich konnten aber alle Fraktionen dieser Idee zustimmen. Ortsbürgermeisterin Klein wies indes darauf hin, dass das Parkverbot vor allem in Kombination mit dem Tempolimit Sinn ergebe. Ansonsten würde die leere Straße zum Rasen verleiten. Durchgefallen hingegen ist der Vorschlag der CDU, eine Einbahnstraßenregelung vor der Schule zu testen. „Absolut dagegen“ war die FWG, auch die SPD lehnte den Gedanken ab. „Auf die Einbahnstraßenregelung wird verzichtet“, formulierte Klein den Beschlussvorschlag – sodass einige Ratsmitglieder auch hier genau hinhören und bei ihrem Votum aufpassen mussten, um die gewünschte Entscheidung zu treffen.