Rhein-Pfalz Kreis Super Sitzung im Jubiläumsjahr

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Im 66. Strunzerjahr haben sich die Fasnachter des Heuchelheimer ATB am Samstagabend mit einer Prunksitzung der Superlative präsentiert. Die scharfzüngigen bis deftigen Büttenbeiträge sprühten von Humor und Spott, die hochkarätigen Choreographien waren eine Augenweide. Letzteres traf auch auf den Elferrat und die Elwetritsche zu, die als Piratenschar einmarschierten und das kanonenbewehrte Schiff auf der Bühne enterten. Sitzungspräsident Michael Decker-Mahr gab einen grandiosen Käpt’n Sparrow, der seinem cineastischen Vorbild alle Ehre machte.

Ob Flüchtlingskrise, Fußball-Skandal, VW-Mogeleien, Fusion in der Verbandsgemeinde oder die Siemens-Pläne für Frankenthal: Protokoller Stefan Kehl ließ im Bürgerhaus keines der brandheißen Themen aus und hielt zum Büttenauftakt der Gesellschaft den Narrenspiegel vor. Mutti Merkel rief er zu, „so kann es nicht mehr weitergehn“. Werde die europäische Solidarität verweigert, solle sie die Zahlungen nach Brüssel stoppen. Für die Täter von Köln hatte er nur eine Botschaft: „Narhalla-Marsch un naus demit.“ Die Pläne des Siemens-Managements zum Abbau von 200 Stellen in Frankenthal quittiert er mit „pfui Deifel was e Sauerei.“ Kinder in Bewegung gibt es beim ATB zu Genüge. Doch die Strunzerflöhe gaben eine besonders attraktives Bild ab. In ihrem blau-weiß-roten Skaterdress fegten die Kleinen mit und ohne Skateboard über die Bühne und verzauberten mit ihrem gekonnt dargebotenen Schautanz das Publikum. Das gelang auch der Juniorengarde in ihrem Beitrag „Under the sea“. Calypsoklänge, Techno-Stomp begleiteten die Meeresbewohner rund um das Narrenschiff. Vor der Pause brachten die drei Dolle mit Musik und Humor viel Schwung ins närrische Volk. Leierkastenmann Ede Schneider eröffnete mit dem Strunzerlied „Ottilie“ die zweite Runde. Als Schiffskoch ging Volker Schütthelm in die Bütt. Ihn plagt seine Leibesfülle. Von der Winterwelle direkt in die Frühlingsrolle habe sich seine Figur entwickelt. Nach der Konsultation eines Schönheitschirurgen wusste er zu berichten, dass nach dem Lifting an der Stirn ein kleines Grübchen verbleiben würde. Das wäre vorher der Bauchnabel gewesen. Figurprobleme dieses Ausmaßes plagten die beiden Urlauberinnen Evelin Klein und Iris Vockerodt als Miss Malle und die Kraxlerin in der Krachledernen nicht. Während die Strandurlauberin vom FKK-Strand erzählte, gestand die Wanderfreundin ihre Gewichtszunahme ein. Wenn aber auf dem Zeitplan des Hotels Frühstück von sieben bis elf, Mittagessen von halb zwölf bis halb drei und dann noch ein ausgedehntes Abendbrot stehe, da bliebe eben nur wenig Zeit zum spazieren. Großen Eindruck machten die tollen Tanzeinlagen der Strunzergarde. Ob im farbenfrohen Spektakel als Clowns oder im exotischen Showtanz aus dem Land der aufgehenden Sonne, als Geishas mit wunderbarem Kostüm und großartigem Fächer. Die von Nicole Mahr trainierten Tanzformationen des ATB bieten Choreographien auf ganz hohem Niveau, Akrobatik in großer Klasse. Das darf auch von dem Männerballett der Strunzer gesagt werden. Ihr Showtanz „Popey“ brachte einige der Spinat verzehrenden maritimen Kraftprotze und eine weitere Schar Seeleute auf die Bühne. Sie überzeugten nicht nur mit ihrem ästhetischen wie leidenschaftlichen Tanz, sondern auch mit akrobatischen Spitzenleistungen. Als Metzgersfraa begeisterte Altbürgermeister Hans-Jürgen Binder in der Bütt. Diese brach eine Lanze für das altehrwürdige Handwerk und wusste allerlei aus dem Nähkästchen des heimischen Betriebes zu erzählen. Zu guter Letzt bekam der Elferrat die Würstchen, die um den Hals der Metzgersgattin hingen. Steffen Meister brachte als Theaterbesucher Schwolles das Publikum zum Toben. Bestens kamen auch Sigrid Raquet als „Bawett vun Frankenthal“ und Giacomo Galante als „Marktplatzräuber“ von der Chorania Frankenthal an. Das „We will rock you“ der Elwetritsche sollte keine leere Versprechung bleiben. Der Queen-Klassiker und dann die alpenländische Variante mit „Rock mi“, aus der Feder von „voXXclub“ machte den Auftakt zu einem grandiosen musikalischen Spektakel, das die Narrenschar für das große Finale in Schwung brachte.

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