Rhein-Pfalz Kreis Suche nach der Brandursache
«Mutterstadt.» Ein Brandsachverständiger soll möglichst rasch klären, wie es zu dem Großbrand auf dem Gelände der Mutterstadter Recyclingfirma gekommen war. „Eine Selbstentzündung war es nicht“, sagt Firmeninhaber Andreas Zeller. „Doch mehr steht einfach noch nicht fest.“ Spekulieren möchte er nicht, sondern die Untersuchung des Experten abwarten. Die Polizei hatte am Wochenende davon gesprochen, dass ein Blitz in die Halle eingeschlagen und das Feuer entfacht haben könnte. Für den Chef des Mutterstadter Unternehmens ist erst mal wichtig, dass der Betrieb läuft. So kurz nach dem Brand sei das keine Selbstverständlichkeit. „Dank der Hilfe vieler langjähriger Mitarbeiter ist das möglich – ihr Einsatz ist fast grenzenlos“, berichtet Zeller. „Wir können normal arbeiten, die Aufräumarbeiten konnten wir sogar noch am Wochenende abschließen.“ Was den Schaden anbelangt, bleibt Andreas Zeller bei seiner vorläufigen Schätzung von 500.000 bis 800.000 Euro. Um genau abzusehen, was das Feuer zerstört hat, muss noch ein Spezialist her: Ein Statiker wird dem Firmenchef zufolge die Halle untersuchen, in der der Sperrmüll gelagert worden war. „Dann wird sich entscheiden, ob das Gebäude zu retten ist oder ob wir es abreißen und neu aufbauen müssen.“ Das Zeller-Gelände liegt außerhalb von Mutterstadt in einem Industriegebiet an der L 524 in Richtung Schifferstadt. Dorthin waren am Samstagabend – der Alarm ging um 18.18 Uhr los – insgesamt 103 Kräfte ausgerückt. Im Einsatz waren die Mannschaften der umliegenden Feuerwehren, der Gefahrstoffzug des Rhein-Pfalz-Kreises und der Feuerwehr Speyer sowie die Schnelleinsatzgruppe des Kreises „Sanität und Verpflegung“. Die Brandbekämpfer mussten die Nacht durcharbeiten. Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Der Sperrmüll war mit Radladern aus der Halle geräumt und auf einem separaten Platz gelöscht worden. „Darunter war alles, was man sich unter Sperrmüll eben so vorstellt – vom Sofa bis zur Matratze.“ Zellers Firma schlägt den Sperrmüll für das Gebiet der Abfallwirtschaftsgesellschaft Ludwigshafen (GML) um. Im Rhein-Pfalz-Kreis sammelt das Unternehmen die alten Haushaltsgegenstände auch selbst ein – im Auftrag des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft. Das Mutterstadter Recyclingunternehmen beschäftigt sich aber nicht nur mit alten Sofas. Die Firma bietet nach eigenen Angaben sämtliche Dienstleistungen im Bereich Abfallsammlung, Containerdienst, Transport, Verwertung und Aufbereitung von Restabfällen, Bioabfällen, Sperrmüll, Papier, Glas und Sonderabfällen an. Um die Abwicklung der Aufträge kümmern sich über 80 Mitarbeiter.