Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Studenten sollen Ideen sammeln: Schöner Wohnen im Ortskern

Das älteste Haus in Dannstadt steht in der Kirchenstraße und ist aus dem Jahr 1686. Studenten sollen nun Ideen sammeln, wie der
Das älteste Haus in Dannstadt steht in der Kirchenstraße und ist aus dem Jahr 1686. Studenten sollen nun Ideen sammeln, wie der Ortskern weiter entwickelt werden kann.

Neben Neubaugebieten im Außenbereich möchte Dannstadt-Schauernheim auch im Dorf selbst für Bauherren attraktiv werden. Wie der Ortskern entwickelt werden kann, sollen sich nun Studenten in einem Projekt überlegen. Im Dezember sollen sie eine Zwischenpräsentation liefern.

„Um die Ortskerne zu entwickeln, gibt es viele Möglichkeiten“, sagte die Sachbearbeiterin Julia Kaiser-Blumenthal von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. Für die Ortsgemeinde seien aber nur vier geeignet: Bebauungsplan, Gestaltungssatzung, Ortsentwicklungsplan oder städtebaulicher Entwurf. Eine weitere Möglichkeit stelle die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern dar. Diese könne in drei Varianten erfolgen: bei einem Studienprojekt des Bachelorstudiengangs, bei einer Masterarbeit oder bei einem Projektmodul des Masterstudiengangs. Bei einer Auftaktbesprechung am 27. Mai mit der Dannstadt-Schauernheimer Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU), zwei der Ortsbeigeordneten, den Fraktionsvorsitzenden und Vertretern der Verwaltung hätten die Beteiligten das Projektmodul favorisiert.

Das Projektmodul findet laut Kaiser-Blumenthal in der Masterausbildung im Fach Stadtumbau und Stadterneuerung im Wintersemester statt, das von November bis Februar dauert. Daran würden etwa 30 Studenten teilnehmen. Sie sollten im Dezember eine Zwischenpräsentation liefern. Die interne Abschlusspräsentation solle mit Vertretern der Ortsgemeinde im Februar erfolgen. Der Öffentlichkeit sollten die Ergebnisse schließlich im Februar oder März präsentiert werden. Da die Studenten vorübergehend in der Gemeinde verweilen und sich mit den Örtlichkeiten vertraut machen sollen, sei eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 9000 Euro vorgesehen.

Baulich, funktional, sozial

Auf Nachfrage von Monika Fußer (CDU) im Ortsgemeinderat, ob sich an das Konzept der Studenten dann jeder halten müsse, sagte Kaiser-Blumenthal: „Nein, das ist nur eine Vorarbeit. Ist das Konzept gut, können wir darauf aufbauen und müssen daraus einen Bebauungsplan entwickeln. Das letzte Wort hat in jedem Fall der Rat.“ Winkelmann sah eine große Herausforderung darin, die Ortskerne für junge und alte Menschen attraktiv zu gestalten. Da es im Dorf nur sehr wenige Bauplätze gebe, müsse der Innenentwicklung oberste Priorität eingeräumt werden. Von dem Projektmodul erhoffe sie sich Leitbilder für die Zukunft der Gemeinde. Das Entwicklungskonzept soll baulich, funktional, sozial und aussagekräftig dargestellt werden.

„Ich sehe darin eine Riesenchance für die Innenentwicklung unserer Ortsgemeinde“, sagte Marc Hauck (FDP). Bisher seien die alten Ortslagen nicht überplant, sodass Bauvorhaben nur danach beurteilt würden, ob sie in die Umgebung passen. Der 1986 aufgestellte und 1998 fortgeschriebene Ortsentwicklungsplan habe diese Beurteilung erleichtern sollen und das Bebauen der Scheunenzone ermöglicht. Allerdings habe sich seither vieles verändert. Deswegen sei es gut, den Ortsentwicklungsplan erneut fortzuschreiben und dafür die TU Kaiserslautern mit ins Boot zu holen. Zumal es eine riesige finanzielle Belastung wäre und die Kapazitäten der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung sprengen würde, das gesamte Dorfgebiet mit Bebauungsplänen zu überplanen. Die Kooperation sei daher eine gute Möglichkeit, Ideen entwickeln zu lassen. „Am Ende können wir entscheiden, was zu uns passt und was wir umsetzen möchten“, fand er. Bei einer Gegenstimme beschloss der Rat die Zusammenarbeit mit der TU Kaiserslautern.

Projekt ist günstiger als Bebauungsplan

SPD-Fraktionschef Uwe Schölles hielt die Zusammenarbeit mit der TU Kaiserslautern für eine tolle Chance, fremde Ideen mit einzubeziehen. Zumal diese auf dem Stand der Zeit sei. „Wir sind ganz gespannt, was uns da blüht an neuen Ideen, um unsere Gemeinde zu entwickeln.“ Beate Berg (CDU) interessierte, ob für das Vorhaben Mittel im Haushalt eingestellt seien. „Es sind Mittel für Bauleitplanung vorgesehen, und wir hoffen, dass diese reichen“, sagte Bauabteilungsleiter Bernd Ziegler. Die etwa 9000 Euro Aufwandsentschädigung seien nicht vergleichbar mit den Kosten für einen Bebauungsplan und entsprechende Gutachten, ergänzte Kaiser-Blumenthal.

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