Schifferstadt Stromkästen: „Molemol“ setzt darauf wichtige Themen
In einem trüben Grau standen sie da, die Stromverteilerkästen auf dem Kreuzplatz in Schifferstadt, und passten so nur bedingt in das Erscheinungsbild des erst neu gestalteten zentralen Platzes. Die „Molemol“-Malgruppe der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt hat diesem Grau ein Ende bereitet und gestaltete unter Leitung von Künstlerin Karin Bury die Stromkästen farbenfroh zu unterschiedlichen Themen: Zum einen symbolisieren Figuren mit dem Wort „Respekt“ laut Lebenshilfe ein genderneutrales, diverses und respektvolles Miteinander sowie die Wertschätzung der Natur. Zum anderen zeige ein anderes Motiv einen großen Käfer, der wichtig für die Biodiversität ist. Die Schönheit der Natur werde durch Blumen und Schmetterlinge anhand einer Schmetterlingswiese dargestellt.
Die Motive wurden gemeinsam in der Gruppe erarbeitet, heißt es in der Pressemitteilung der Lebenshilfe. Mit Sprühfarben entstanden die unterschiedlichen Bilder direkt vor Ort. Mit Hilfe der Verfügungsfonds des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt konnte diesem Projekt eine finanzielle Unterstützung zuteilwerden. „Der Zweck unserer Fonds wurde bei diesem Projekt genau erfüllt: bürgerschaftliches Engagement, um die Stadtentwicklung zu aktivieren und zu unterstützen“, sagt Ingrid Schwarz, Quartiersmanagerin Soziale Stadt. „Ich freue mich sehr über das großartige Engagement von Karin Bury und der ,Molemol’-Gruppe der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt. Durch dieses kreative Projekt strahlt unser Kreuzplatz nun noch ein Stück mehr in wundervollen Farben“, wird Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) zitiert.
Die Gruppe „Molemol“ ist vielfältig aktiv. Der Wunsch nach einer individuellen und integrierten Förderung, bei der die Teilnehmenden selbstständig arbeiten können, entstand schon vor vielen Jahren. Hierzu wurden die ehemaligen Geschäftsräume der Lebenshilfe zum Atelier umgestaltet. Seitdem bietet Karin Bury dort wöchentlich unterschiedliche Angebote wie Malgruppen, Kreativzeit oder Atelierzeiten an. „Molemol“ setzt sich Angaben der Lebenshilfe zufolge aktuell aus sieben Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen und beteiligt sich regelmäßig an Wettbewerben, inklusiven Kunstprojekten und überregionalen Ausstellungen. So ist beispielsweise Jürgen Stahl in diesem Jahr einer der Preisträger des Kalenderwettbewerbs des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung.