Rhein-Pfalz Kreis Streit um Jahrgänge und Schulräume

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LAMBSHEIM

/MAXDORF. Es bedarf wohl einer Entscheidung von oben, um den Konflikt zwischen der Justus-von-Liebig-Realschule plus und der Karl-Wendel-Grundschule beziehungsweise zwischen den Schulträgern Rhein-Pfalz-Kreis und Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim zu lösen. Das wurde Ende Oktober im Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde deutlich. Zum einen geht es um den Raumbedarf der beiden Einrichtungen innerhalb der Lambsheimer Schulgebäude. Für die Realschule sei er gesunken, deshalb wolle die Verbandsgemeinde die vertraglich festgelegte Nutzung des Musik-, des Kunst- und eines Nebenraums streichen, um den Bedarf der Grundschule zu decken. Darüber will VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) noch mit dem Kreis verhandeln. „Wir arbeiten seit Jahren beengt, nutzen momentan drei Ersatzklassenzimmer“, erläutert Grundschulrektor Peter Bisson. Das seien zwei Räume neben der Mensa, in denen für Veranstaltungen wie den Neujahrsempfang Zwischenwände und Mobiliar entfernt werden könnten. Räume, die kein Waschbecken haben, betont Bisson, was Unterricht mittels herkömmlicher Schultafeln erschwere. In diesen Behelfsräumen sollen keine teuren Smartboards (interaktive digitale Schultafeln) installiert werden, weil sie bei Veranstaltungen dort beschädigt werden könnten. Des Weiteren fehlen laut Rektor sogenannte Differenzierungsräume sowie ein Musik- und Computerraum. Diese Funktionsräume gibt es und sollten laut Vertrag der beiden Schulträger einvernehmlich genutzt werden. Maßgeblich ist allerdings der Bedarf der Realschule plus. „Wir werden zu jeder Stunde hinausgeworfen“, beschwerte sich eine Lehrerin in der Sitzung des Schulträgerausschusses Lambsheim-Heßheim. Die Realschule beanspruche den Raum, auch wenn sie ihn bei 30 Vormittagsschulstunden tatsächlich nur zehn Stunden nutze. Rektor Christoph Martiny von der Realschule bestreitet das nicht, bemerkt jedoch: „Im Raumprogramm der Grundschule ist ein PC-Raum gar nicht drin.“ Unterschiedliche Ansichten gibt es auch hinsichtlich der Klassenstufen, die am Standort Lambsheim unterrichtet werden. Bislang waren das die ältesten Jahrgänge neun und zehn. Und die sollen nach Wunsch des Realschulkollegiums künftig in Maxdorf angesiedelt werden. Nach sechs Jahren sei man zum Entschluss gekommen, dass diese älteren Schüler dort gebraucht würden, wo die Fünft- und Sechstklässler seien. Im Antrag von Schulleiter Christoph Martiny heißt es, am Standort Maxdorf fehle der regulierende Einfluss der Neunt- und Zehntklässler, beispielsweise als Streitschlichter oder Paten für junge beziehungsweise ausländische Schüler. Darüber hinaus sei in der jetzigen Aufteilung der Jahrgänge die Mitbestimmung schwieriger. „Die Schülersprecher rekrutieren sich in aller Regel aus den oberen Klassenstufen“, heißt es in dem Antrag, der noch vom Kreistag abgesegnet werden muss. Diese Schüler hätten jedoch aufgrund des anderen Standorts „keinen Kontakt mehr zu den unteren Klassen“. Die Argumentation kann der Rhein-Pfalz-Kreis als Träger „uneingeschränkt nachvollziehen“, teilt dessen Pressestelle mit. Die neunten und zehnten Klassen zurückzuholen habe zusätzlich den Vorteil, dass der Übergang von der Realschule aufs Gymnasium, das ebenfalls am Schulzentrum Maxdorf angesiedelt sei, erleichtert werde. „Die Kinder werden am gleichen Ort unterrichtet und können direkt das Abitur anstreben, ohne den Schulstandort wechseln zu müssen.“ Das Lambsheimer Kollegium dagegen kann diesen Argumenten nicht folgen und fürchtet, dass die Grundschüler mit den Siebt- und Achtklässlern in ihrer Nähe, die „entwicklungspsychologisch in der Selbstfindungsphase“ seien, nicht so gut klarkommen werden wie mit den ältesten Jahrgängen. Peter Bisson erkennt an, dass es eine schwere Aufgabe sei, Unterricht „an zwei Standorten, in zwei verschiedenen Orten pädagogisch sinnvoll zu gestalten“. Doch einfach die ausgelagerten Klassenstufen zu tauschen, bedeute nur „eine Verlagerung des Problems“. Wenn sich beide Seiten nicht einigen können, muss die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD ) als übergeordnete Schulbehörde entscheiden. So wie zu Beginn der Realschule plus, als sie festlegte, dass die Klassen neun und zehn nach Lambsheim ziehen sollen.

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