Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Straßenausbau im Ort: Eher ein Progrämmchen

In Fußgönheim steht der Ausbau der Jakobstraße an.
In Fußgönheim steht der Ausbau der Jakobstraße an.

In Fußgönheim soll die Jakobstraße erneuert werden. Sie ist der einzige Bestandteil des neuen Straßenausbauprogramms. Eigentlich war mehr geplant, aber daraus wird wohl nichts. Mehr zahlen müssen die Bürger trotzdem.

Besser ein kleines Programm als gar kein Programm, könnte man sagen. Oder womöglich noch treffender: Immerhin überhaupt ein Programm. Denn die Erneuerung der Straßen in Fußgönheim liegt seit geraumer Zeit darnieder. In der Regel plant die Kommune stets einige Jahre im Voraus, welche Straßen wie saniert werden sollen. „Nach vier Jahren haben wir nun wieder ein Straßenausbauprogramm“, sagt Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG). Doch zufrieden wirken nicht alle Mitglieder des Fußgönheimer Ortsgemeinderats mit dem, was das Gremium gerade einstimmig beschlossen hat.

„Ein Lob kann ich nicht aussprechen“, sagt Eckhard Koch (CDU). „Es wäre schon die Aufgabe des letzten Rats gewesen, ein Ausbauprogramm zu beschließen.“ Dann hätten einige Arbeiten schon erledigt werden können, findet Koch, denn: „Jetzt wird es teurer.“ Auch für den Bürger. Die wiederkehrenden Beiträge, die sie entrichten müssen, liegen im Ausbauprogramm 2021-2023 bei 19 Cent je Quadratmeter. Für das erste Ausbauprogramm 2013-2017 lag der Betrag bei 8 Cent je Quadratmeter. „Das ist mehr als eine Verdopplung“, sagt Koch und vermisst die Kontinuität in der Planung: „Einige Jahre mussten die Menschen nichts bezahlen, nun doppelt so viel.“

„Pragmatisch handeln“

Zudem ist das nun beschlossene Programm nicht gerade die Wunschlösung der Politiker in Fußgönheim. Eigentlich hätten sie gerne die Hauptstraße im Ort erneuert, allen voran die Gehwege. Das war Tenor des allgemeinen Bauprogramms, das der Rat im September beschlossen hat. Das Problem: Die Hauptstraße ist zugleich Landesstraße und somit hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) seine Finger mit im Spiel. Die Ortsgemeinde ist nicht allein Herr des Verfahrens. Die Ortsgemeinde könnte nur in Abstimmung mit dem LBM agieren, was zu Verzögerungen führen würde, argumentiert die Verwaltung der Verbandsgemeinde Maxdorf. Unklar sei etwa, ob der LBM mehreren Sperrungen der Hauptstraße zustimmen würde. Kurzum: Es sind zu viele Unsicherheiten im Spiel. „Der große Plan in einem 5-Jahres-Plan funktioniert leider nicht“, sagt Jürgen Kuß (FWG).

Deshalb empfiehlt die Bauabteilung im Maxdorfer Rathaus eine andere Variante: Geplant ist nun ein Vollausbau der Jakobstraße, für den mit Gesamtkosten von 672.000 Euro gerechnet wird, von denen letztlich knapp 157.000 Euro auf die Bürger umgelegt werden. Weil sich die Jakobstraße ein Entwässerungssystem mit der Kalmitstraße teilt, soll deren Ausbau für das folgende Ausbauprogramm vorgesehen werden. Anders als beispielsweise Eckhard Koch wertet CDU-Fraktionschefin Heike Seifert-Leschhorn das neue Ausbauprogramm zumindest als kleinen Fortschritt. „Wir sollten es pragmatisch angehen und nach vorne kommen“, sagt sie. Marie-Luise Klein (SPD) fordert derweil, den Ausbau der Hauptstraße nicht gänzlich ad acta zu legen: „Das Thema sollten wir beibehalten, als Ausdruck des politischen Willens.“ Dem hat der Rat entsprochen.

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