Rhein-Pfalz Kreis Stillstand statt Breitband

Wenn das Lichtlein am Router leuchtet, ist das ein gutes Zeichen. Aber wehe, wenn nicht.
Wenn das Lichtlein am Router leuchtet, ist das ein gutes Zeichen. Aber wehe, wenn nicht.

«Dannstadt-Schauernheim.» „Ihr Highspeed-Internet ist da“ teilt mir die Werbebroschüre Ende 2017 mit. Ein großes Versprechen für das bislang in dieser Hinsicht eher unterversorgte Dannstadt-Schauernheim. Entsprechend riesig ist die Vorfreude. Offizieller Bereitstellungstermin soll der 10. Januar bis spätestens 21 Uhr sein. An diesem Tag gegen 16 Uhr bricht die bisherige langsame Internetverbindung ab. Das muss die Umstellung sein. Ein paar Minuten später macht sich Ernüchterung breit. Der Kontakt zum World Wide Web bleibt weiter aus und damit auch das Telefon tot. Ich warte bis 20.30 Uhr, ehe ich den Kundenservice anrufe. Mitarbeiterin Nummer eins weist mich daraufhin, dass es bis 21 Uhr dauern kann. Sie erklärt mir zudem, dass sich bei so einer Umstellung alle betroffenen Server in einer Reihe anstellen und nach und nach angeschlossen werden. Meiner stehe eben ganz hinten. Ich bin kein IT-Fachmann, aber die Erläuterung erscheint mir fragwürdig. Ich halte eine Störung für wahrscheinlicher und erlaube mir die Frage: „Ich darf also noch circa 20 Minuten hoffen und mich dann wieder bei Ihnen melden?“ Die Frau lacht und verspricht mir: „Nein, das wird um 21 Uhr funktionieren.“ Also warte ich und siehe da: Es funktioniert um 21 Uhr erwartungsgemäß nicht. Nächster Anruf: Mitarbeiterin zwei erkundigt sich nach den Lämpchen am Router, überprüft die Leitung und stellt eine Störung im Hauptverteiler fest. „Wann kann das repariert werden?“, möchte ich wissen. Sie bietet mir einen Technikertermin am 31. Januar (!) an. Ich erkläre ihr freundlich aber bestimmt, dass das zu lange ist, da ich den Anschluss auch beruflich nutze. Einen früheren Termin könnten mir nur die Techniker geben, die seien aber nicht mehr da. Also soll ich mich am nächsten Morgen melden. Das tue ich. Mitarbeiter drei bietet mir als Termin den 19. Januar an. Immer noch nicht akzeptabel, finde ich. Er stellt mich zu seinem angeblichen Chef durch. Der könne Techniker umdisponieren. Mitarbeiter vier, der vermeintliche Chef, bietet mir Freitag zwischen 8 und 16 Uhr an. Ich stimme zu. Freitag, 12. Januar, 16 Uhr: Zu früh gefreut. Ich greife wieder zum Hörer. Mitarbeiter fünf teilt mir mit, der Techniker arbeite noch immer an der Störung. Beim Hauptverteiler könne das manchmal länger dauern. Ich soll mich noch ein bisschen gedulden. Ich lasse das Bisschen eineinhalb Stunden werden. Mitarbeiter sechs ist verwundert. Die Störung sei eingetragen, als Technikertermin jedoch erst der 31. Januar. Ich glaube, ich habe mich verhört. Habe ich aber nicht. „Das sollte laut Ihrem Vorgesetzten heute bis spätestens 16 Uhr erledigt sein“, werfe ich ein. „Welcher Techniker? Welcher Vorgesetzte?! Davon sehe ich im System nichts.“ Ich bin mit meiner Geduld am Ende und verlange jetzt wirklich nach einem Vorgesetzten. „Die sind alle unterwegs“, bekomme ich zur Antwort. Ich konfrontiere Mitarbeiter sechs ungehaltener werdend mit den offensichtlichen Lügen seiner Kollegen. „Ich kann Ihnen nur als Termin den 16. Januar anbieten.“ Nach einem IT-Märchen, wenigstens zwei Lügen und sechs Telefonaten darf ich also auch noch ein verlängertes Wochenende mit meinem Null-Mbit-Anschluss genießen, statt mit Highspeed durchs Netz zu surfen.

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