Rhein-Pfalz Kreis Statt Geranien Pflegeheim und Häuser

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Ein Pflegeheim mit 50 Betten, betreutes Wohnen, neue Einfamilienhäuser – schon bald könnte das Gelände der Gärtnerei Schwaab anders aussehen. Einstimmig hat der Dirmsteiner Gemeinderat am Mittwoch beschlossen, den Bebauungsplan Alte Gärtnerei aufzustellen.

Wie berichtet, hat die Gärtnerei Schwaab in der Gerolsheimer Straße ihr Geschäft aufgegeben, künftig soll es – unter neuer Führung – nur noch das Blumenhaus geben. Wo im vergangenen Jahr noch Geranien gezüchtet wurden, könnte bald neuer Wohnraum für Senioren und Familien entstehen. Als Investor hat sich die Römerhaus Bauträger GmbH angeboten. Das Schifferstadter Unternehmen möchte dort ein dreigeschossiges 50-Betten-Pflegeheim bauen. Das von Römerhaus mit einem Entwurf beauftragte Wormser Ingenieurbüro L.O.P. hat dem Gemeinderat das Konzept vorgestellt. Neben dem Heim wäre auf einem 1800 Quadratmeter großen Grundstück noch Platz für eine Wohnanlage (betreutes Wohnen) und für fünf Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen zwischen 270 und 400 Quadratmetern. Weil die Gesamtfläche unter zwei Hektar liegt, kann das beschleunigte Bauleitverfahren angewendet werden, bei dem keine Umweltprüfung notwendig ist. Rainer Tolkendorf vom Bauamt der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land versicherte, dass trotzdem alle umweltrelevanten Belange geprüft würden. „Wir versiegeln ja keine Flächen, sondern entsiegeln die jetzige zubetonierte Fläche und schaffen neben Wohnraum auch neue Grünflächen“, fügte Uwe Hock vom Ingenieurbüro hinzu. Hinsichtlich der geplanten Stichstraße mit einer Fahrbahnbreite von nur 5,5 Metern äußerte der FWG-Fraktionsvorsitzende Theo Halama Bedenken. Diese teilten der Bauausschussvorsitzende Jörg Jokisch (SPD) und Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) nicht, da es sich bei der Stichstraße nur um die Zufahrt zu den Einfamilienhäusern, nicht aber zu den Betreuungseinrichtungen handele. Die von einigen Ratsmitgliedern angesprochene Parkplatzsituation konnte Uwe Hock zur Zufriedenheit aller beantworten: Neben Kurzzeitparkplätzen beim Pflegeheim sind zirka 40 Stellplätze für Besucher vorgesehen. Dies sei weit mehr, als in den Bauvorgaben des Landes (ein Parkplatz pro 15 Betten) vorgesehen. Für die Einfamilienhäuser sei neben je einer Garage auch ein Stellplatz geplant. Bei einer Enthaltung (SPD) stimmten die Ratsmitglieder der Aufstellung eines Bebauungsplans zu. Alle Fraktionen schlossen sich der Ansicht von Theo Halama an, wonach ein Pflegeheim in Dirmstein nicht nur für die älteren Einwohner eine Chance sei, sondern die Gemeinde auch insgesamt ein Stück attraktiver mache. Ebenfalls einstimmig wurden die Ergänzungsvorschläge des Planungsbüros Dörhöfer zum Baugebiet Nachtgärten angenommen. Allerdings äußerten Halama und Ruth Faber Hedjazi (FWG) starke Bedenken, was die Zufahrt zum geplanten Edeka-Markt betrifft. Im Wesentlichen geht es um zwei Aspekte: Fußläufig soll der neue Markt über einen Gehweg entlang der jetzt schon von Autoverkehr stark frequentierten Tankstelle erreichbar sein. Die Sicherheitsbedenken sahen Jörg Jokisch (SPD) und Eberle nicht so kritisch: „Wenn der Gehweg erst einmal deutlich als solcher sichtbar ist, wird auch kein Auto darauf parken“, sagte der Bürgermeister. „In Frankenthal funktioniert das an stärker frequentierten Tankstellen sehr gut“, ergänzte Jokisch. Der zweite Kritikpunkt bezog sich auf die Zufahrt zum Einkaufsmarkt, die nicht direkt über die Landstraße erfolgen soll, sondern von Heuchelheim kommend über die neue Verbindung Richtung Gerolsheim. „Die Abbiegung zum Markt erfolgt genau 22 Meter nach der Abzweigung von der Landstraße“, sagte Faber-Hedjazi. „Wie soll hier ein 18 Meter langer Doppelschlepper – und davon werden einige den Weg zum Landhandel Maurer-Parat passieren – insbesondere im Begegnungsverkehr mit einem Pkw klarkommen?“ Das sei erfahrungsgemäß kein Problem und selbst bei über 10.000 Fahrzeugen pro Tag erprobt, so die Erklärung des Ingenieurbüros Dörhöfer. Außerdem entsprächen die 22 Meter Abstand genau den Vorschriften. Eine Änderung betrifft die Anzahl der Stellplätze: Statt anderthalb pro Wohneinheit sind jetzt zwei vorgesehen. (evg)

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