Rhein-Pfalz Kreis Spontan für Mosambik entschieden

Sammelt vor seiner Abreise noch Spenden für seinen Aufenthalt in Mosambik: Jonas Buchholz.
Sammelt vor seiner Abreise noch Spenden für seinen Aufenthalt in Mosambik: Jonas Buchholz.

«Waldsee». Bis vor Kurzem hat Jonas Buchholz aus Waldsee nicht einmal gewusst, wo genau Mosambik überhaupt liegt, geschweige denn, welche Sprache dort gesprochen wird. Das hat sich geändert. Der 19-Jährige hat sich informiert und büffelt im Moment fleißig Portugiesisch, denn am 9. August steigt er ins Flugzeug nach Maputo. Dort wird er ein Jahr lang seinen Freiwilligendienst im „Weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) absolvieren.

Die Entscheidung hat er relativ kurzfristig gefällt. Nach dem Abitur am Gymnasium am Kaiserdom in Speyer konnte Buchholz sich nicht entscheiden, was er studieren oder welche Ausbildung er machen möchte. „Ideen hatte ich schon, aber da war nichts dabei, von dem ich sagen kann: Ja, das ist es!“, erzählt der Waldseer. Bereits im März hat er einen Vortrag eines jungen Otterstadters gehört, der mit „Weltwärts“ ein Jahr lang in Indien war. „Ich hatte viel Respekt, als ich das gehört habe“, erzählt Buchholz. Vor einigen Wochen beschloss er dann, diesen Schritt auch zu wagen. Viel Auswahl hatte er nicht, denn er war spät dran. Klar war für den 19-Jährigen, dass Afrika das Ziel sein sollte. Der Verein Alegro hat Buchholz in das Projekt Soziales Recycling in Mosambik vermittelt. Der junge Mann erklärt: „Es geht darum, Müll zu sammeln, zu trennen und zu recyceln.“ In Maputo gibt es laut dem Waldseer acht Ökopunkte, zu denen ein Unternehmen kostenlos Müll anliefert. Zusätzlich bringen HIV-infizierte Frauen Müll mit Transportfahrrädern. Der Müll wird dann getrennt und zum Teil weiterverkauft. Mit dem Projekt soll den betroffenen Frauen die Möglichkeit gegeben werden, Geld zu verdienen. Buchholz wird für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein, auf der Straße und im Internet. „Ich werde die Internetseite auf dem aktuellen Stand halten, die Facebook-Seite pflegen und Youtube-Videos ins Netz stellen“, erklärt er. Welch hohen Stellwert das Internet in dem armen Land hat, habe ihn überrascht, sagt Buchholz. Seit der 19-Jährige vor Kurzem auf einem vorbereitenden Seminar in Weimar junge Leute kennengelernt hat, die bereits für Alegro im Einsatz waren oder nun zusammen mit ihm nach Mosambik fliegen werden, kann er es kaum erwarten, bis es losgeht. Schön findet er, dass Alegro auch Menschen aus Mosambik einen Aufenthalt in Deutschland anbietet. Der Austausch funktioniert in beide Richtungen. In Maputo wird er zunächst in einer Gastfamilie untergebracht. „Es wurde uns aber geraten, uns eine Wohngemeinschaft mit Einheimischen zu suchen, da findet man schnell Kontakt“, erzählt Buchholz. In den ersten beiden Wochen wird er in Afrika einen Sprachkurs absolvieren. „Das ist zum ersten Mal eine Sprache, die ich von mir aus lernen möchte“, sagt Buchholz, der in der Schule Latein, Englisch und Altgriechisch hatte. Der 19-Jährige freut sich darauf, eine Kultur kennenzulernen, die komplett anders ist. „Dieser krasse Kontrast reizt mich.“ Klar habe er auch Angst vor dem, was auf ihn zukommt, davor, dass er mit den Leuten im Projekt nicht klarkommen könnte oder das Essen nicht vertrage. Auch Angst vor Krankheiten – Malaria ist in Mosambik weit verbreitet, außerdem ist dort mehr als jeder zehnte Erwachsene mit dem Aids-Virus infiziert. Und natürlich wird er seine Familie, Freunde und die Fußball-Kameraden vom FSV Schifferstadt vermissen. Ein Freund und sein Vater, Pfarrer Andreas Buchholz, haben schon angekündigt, dass sie ihn besuchen werden. Allzu viel werde er in seinen Koffer nicht einpacken, sagt Buchholz. Das meiste möchte er vor Ort kaufen. Nicht fehlen darf aber der Laptop, erstens weil er Berichte für sein Projekt schreiben muss und zweitens um Kontakt zu halten, dazu Medikamente und ein großer Rucksack zum Herumreisen. „Es gibt so viel zu sehen. Der Kruger-Nationalpark ist nur 100 Kilometer entfernt, und ich habe 28 Tage Urlaub, in denen ich mir das Land ansehen möchte“, sagt er. Im Moment versucht Buchholz, sein Projekt bekanntzumachen. Denn einen Teil der Kosten soll er, wenn möglich, durch Spenden selbst finanzieren. 75 Prozent der Kosten übernimmt das BMZ, 3000 Euro soll der 19-Jährige an Spenden zusammentragen. Kontakt —Wer Jonas Buchholz kennenlernen möchte, hat dazu am kommenden Sonntagnachmittag in der Sommerfesthalle in Otterstadt beim Karpfenfest Gelegenheit. Oder am heutigen Freitagabend ab 18.30 Uhr beim Ortsturnier des ASV Waldsee auf dem Rasenplatz. —Spenden können an folgende Bankverbindung überwiesen werden. Wichtig dabei ist, dass im Betreff nur „Spende“ und kein Name steht. Empfänger: Alegro e.V. IBAN: DE74 4306 0967 1116 4916 02, BIC: GENODEM1GLS.

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