Rhein-Pfalz Kreis Spektakel in Schauernheim
«Dannstadt-Schauernheim.» „Hoch soll se leben, hoch soll se leben, dreimal hoch“. Die Schauernheimer sind am Freitag ganz außer sich gewesen und stimmten spontan das Jubellied an, nachdem die Schauernheimer Kerwe nach ihrer Ausgrabung dem Kerwevolk „präsentiert“ wurde. Vier Tage lang wird in der Gemeinde gefeiert. Am heutigen Montagabend wird die Kerwe wieder mit viel Trauer für ein Jahr zu Grabe getragen.
Pünktlich startete der Kerweumzug am Samstag und machte sich, musikalisch angeführt vom Musikverein Oggersheim, auf den Weg, die Kerweprinzessin aus ihrer Residenz abzuholen. Mit dabei waren die Kerweprinzessin Victoria I. vom vergangenem Jahr und etliche Hoheiten aus den umliegenden Gemeinden sowie Kerwefrau Monika Seiberth-Hesch und Kerwebursch Gaby Narock samt zweier Schauernheimer Eselchen. Ebenso reihten sich die Vertreter der Kommunalpolitik und etlicher Vereine ein. Hingucker war Lothar Distler von der Gruppe „Wir aus Schauernheim“ mit seinem Handwagen, auf dem der Schauernheimer Goldesel und der Spruch standen: „Im Rathaus ist das Geld sehr knapp, wie gut, dass Schaurem seinen Esel hat.“ Krönendes „Schlusslicht“ der Zugs waren die Oldtimerfreunde Dannstadt mit ihren Traktoren. Beim Elternhaus der neuen Kerweprinzessin angekommen, übergab Victoria I. mit dem Eselszepter das Amt an ihre Nachfolgerin Katrin I. Weiter ging es zum Seniorenstift zur Ausgrabung der Kerwe. Etliche Senioren hatten es sich auf Balkonen und draußen im Café gemütlich gemacht. Feierlich hoben die Schauernheimer Eselchen die Kerwe aus ihrem „Grab“ und präsentierten sie dem Kerwevolk. Das war begeistert. „Ganz toll hier, hätte ich so gar nicht erwartet“, kommentierte eine Besucherin aus Mutterstadt das Geschehen. Nächstes Ziel war der Kerweplatz an der Grundschule. Dort wurde der Kerwebaum aufgestellte, und es folgten Festreden der „Prominenz“. So blickten Kerwefrau und -bursch im Dialog auf das Ortsgeschehen der letzten 365 Tage zurück und sparten nicht mit Kritik. Entzückend war der Auftritt der Kinder der Kindertagesstätte „Sonne, Mond und Sterne“. Begleitet von Ortsbürgermeister Bernd Fey an der Gitarre sangen sie „Wir sind die Kleinen“ und „Im Kindergarten“ und mussten sogar eine Zugabe geben. Lothar Distler von „Wir aus Schauernheim“ überraschte die Kleinen mit einem Scheck in Höhe von 1000 Euro für ihre Kita. Ebenso viel spendete die Gruppe für den Jubiläumslauf zum 1250-jährigen Bestehen der Gemeinde im kommenden Jahr. Die Spende nahm Detlef Höhn vom SV Schauernheim entgegen. Die 2000 Euro sind laut Distler der Erlös, den die Gruppe während der Festmeile in Dannstadt vor ein paar Wochen erwirtschaftet hat. Mit einem gezielten Schlag hat Ortsbürgermeister Bernd Fey dann endlich das Bierfass angestochen und die Kerwe ganz offiziell eröffnet. Das Kerwevolk stärkte sich mit Freibier. Am Abend sorgten die Smokies für Stimmung. Am Sonntagmorgen wurde es beim Kerwegottesdienst besinnlicher, am Nachmittag kamen die Kleinen beim Kinderprogramm auf ihre Kosten und am Abend die Älteren beim Auftritt der Schauerheimer Oldies. Heute, 14.30 Uhr, ist der musikalische Nachmittag mit der Gruppe Edelweiß, und am Abend muss zum Leidwesen der Kerwegemeinde um 21 Uhr die Kerwe wieder für ein Jahr zur Ruhe gebettet werden.