Rhein-Pfalz Kreis SPD setzt auf Frank Sommer

. Weil Amtsinhaberin Marie-Luise Klein am 5. März nicht mehr antritt, befand sich die SPD auf Kandidatensuche für den Chefsessel im Maxdorfer Rathaus. Während die politische Konkurrenz mit Paul Poje (CDU) und Oliver Nagel-Schwab (FDP) schon seit längerer Zeit fündig geworden war und auf Bewerber aus der Verbandsgemeinde setzt, ließen sich die Genossen mehr Zeit und bauen mit Frank Sommer auf einen Kandidaten, der nicht aus den Verbandsgemeinde-Orten Maxdorf, Fußgönheim oder Birkenheide kommt. Doch daran stört sich Alfons Wiebelskircher nicht. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat war von den drei Ortsvereinen damit beauftragt worden, einen geeigneten Kandidaten zu finden. Fünf Bewerber habe er insgesamt angesprochen, sagte Wiebelskircher gestern zur RHEINPFALZ. Überzeugt habe ihn letztlich Sommer, „weil wir jemanden aus der Verwaltung für die Verwaltung haben möchten“. Dieses Kriterium hätten potenzielle Kandidaten aus dem Verbandsgemeindegebiet eben nicht so gut erfüllt wie Sommer. Dass dieser nicht aus der Verbandsgemeinde kommt, sondern in Bobenheim-Roxheim wohnt, bereitet Wiebelskircher keine Sorgen. Wichtiger sei, dass der 45-Jährige in seiner Heimatgemeinde als Beigeordneter tätig sei und in der Stadtverwaltung in Worms arbeite: „Er erfüllt damit genau unser Profil: aus der Verwaltung, für die Verwaltung.“ Seit mehr als 23 Jahren arbeitet Sommer nach eigenen Angaben in der öffentlichen Verwaltung. „Ich weiß, wie sie funktioniert und konnte mir über die Jahre das Rüstzeug aneignen, das ein Bürgermeister braucht.“ Dass er einstimmig von den Maxdorfer Genossen nominiert wurde, wertet der frischgebackene SPD-Kandidat als „tollen Vertrauensbeweis“. Die Partei stehe geschlossen hinter ihm, und das habe ihn überzeugt, für sie ins Rennen zu gehen. Sommer ist nicht nur kein Maxdorfer, er ist auch kein Pfälzer. Er stammt aus Mecklenburg. Der Liebe wegen ist er in der Region hängen geblieben. Seit 2009 lebt er in Bobenheim-Roxheim. Seit 2011 ist er dort aktives Mitglied der SPD. Sommer ist verheiratet und hat ein Kind. Sein Arbeitsplatz in Worms ist die Abteilung 6.2 Stadtvermessung und Geoinformationen, deren stellvertretender Leiter er ist. Sein Beruf hat den Vermessungsamtsrat schon in mehrere Bundesländer geführt, unter anderem Baden-Württemberg, „genauer gesagt: Heidelberg“. Der Wahlpfälzer glaubt nicht, dass der Wahlkampf für ihn schwieriger wird, nur weil er nicht in der Verbandsgemeinde Maxdorf lebt. „Im Gegenteil, ich sehe das als positiv an. Ich habe auf alle drei Orte die gleiche Sichtweise. Und mein Ziel ist, für alle Bürger der Verbandsgemeinde eine ehrliche und verlässliche Politik zu machen.“ Wie das im Konkreten aussehen kann, dazu will er sich in den kommenden Wochen ein Bild machen. Diese Wochen will er auch dazu nutzen, sich den Bürgern in Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf vorzustellen. „Ich bin motiviert, will Politik aktiv gestalten und das Amt für die SPD einfahren.“ In den kommenden Tagen sollen der Wahlkampfplan festgezurrt und Termine anberaumt werden, damit ihm die Wähler auf den Zahn fühlen können. Am Donnerstag hatten dazu schon alle SPD-Mitglieder im ASV-Clubheim die Chance. Um das in Ruhe machen zu können, habe man nichtöffentlich getagt. „Die Mitglieder haben die Gelegenheit ausgiebig genutzt, die Sitzung dauerte zweieinhalb Stunden“, berichtet Wiebelskircher, der sich freut, dass Sommer von allen 36 Genossen eine Ja-Stimme bekommen habe. Auch Marie-Luise Klein sei dabei gewesen, sie wolle Sommer ebenso unterstützen. Alfons Wiebelskircher betont: „Unser Wahlziel ist, das Bürgermeisteramt zu verteidigen.“ Er sei sehr zuversichtlich, dass dies auch gelingen kann. „Die Bürger werden es honorieren, dass wir auf jemanden mit Verwaltungserfahrung setzen. Schließlich geht es um eine Verbandsgemeinde mit fast 13.000 Bürgern und ein Rathaus mit rund 50 Mitarbeitern.“ Die Verbandsgemeinde stehe gut da: „Wir haben Schulden abgebaut und einen ausgeglichenen Haushalt. Das wollen wir so weiterführen.“ Ein möglicher Umzug von Sommer sei aktuell kein Thema. Wiebelskircher hält es mit seinem Kandidaten: „Ein Blick von außen ist manchmal ja sogar hilfreich.“