Rhein-Pfalz Kreis „Spachtel“, der gute Geist

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FUSSGÖNHEIM. „Ohne Leute wie Franz Hartmann könnten kleine Sportvereine wie wir kaum existieren“, sagt Jörg Balß, der Vereinschef des ASV Fußgönheim. Der 68-jährige Franz Hartmann ist beim Fußball-Verbandsligisten so etwas wie das „Mädchen für alles“, einer der da hilft, wo er gebraucht wird.

„Franz“ wird Hartmann beim ASV nur in den seltensten Fällen gerufen. Die meisten nennen ihn bei seinem Spitznamen „Spachtel“. Der Name hat mit seinem früheren Beruf zu tun, denn der Rentner war Karosseriespengler – und zwar einer mit Leib und Seele. Hartmann hat seinen Beruf geliebt, hat Autos ausgebeult und ausgebessert, hat gehämmert und eben gespachtelt. Wenn er darüber erzählt, dann leuchten seine Augen. „Ich habe auch mal ein Auto komplett restauriert, alles in Handarbeit, und die einzelnen Schritte gefilmt“, erzählt der patente Handwerker. Seit 40 Jahren wohnt er in Fußgönheim, und seit Langem hilft der Fußballfreund bei seinem ASV. Und zwar dort, wo es gerade brennt. Sein Meisterwerk ist die sogenannte „Spachtelhütte“, quasi die Vip-Lounge des Verbandsligisten. „Wir hatten vor etwa zehn Jahren nach der Errichtung von Flutlichtmasten für den Trainingsplatz noch Beton übrig. Da hatte einer die Idee, die Hütte zu bauen“, berichtet Hartmann. Er besorgte das Material und war Chef der Baugruppe „Spachtelhütte“. Ihm zu Ehren ist an der Hütte ein stilisierter Spachtel angebracht. Und der Namensgeber ist bei jedem Heimspiel vor Ort, verteilt Sitzkissen und Getränke an die Honoratioren des Vereins. Seit er vor fünf Jahren in Rente gegangen ist, ist Hartmann noch öfter beim ASV anzutreffen. „Ich bin jeden Morgen auf dem Sportplatz. Es gibt immer etwas zu tun“, sagt der gute Geist des Klubs. Immer dabei ist Hündin Anka. Mit Platzwart Ludwig Weissmann und der ASV-Rentnergruppe sorgt Hartmann dafür, dass alles in Schuss bleibt. Das erspart dem Verein enorme Ausgaben. Derzeit hat er Aluminiumstangen für die Netzaufhängung besorgt, für das Verkleiden der Räume oberhalb der Umkleidekabinen hat er die Bretter beschafft, und auch die Getränke, die bei den Heimspielen im ASV-Kiosk verkauft werden, liefert Hartmann an. Er war maßgeblich beteiligt am Bau eines fahrenden Schiffs, mit dem der ASV die Attraktion bei der Kerwe und an Fasnacht war. Und vor ein paar Jahren hat er einen Lieferwagen zum sogenannten Speisemobil umgebaut. Vollständig ist die Liste seiner guten Taten damit noch längst nicht. Auch wenn andere ihm zur Hand gehen, der Motor heißt Franz Hartmann – oder „Spachtel“ wie man in Fußgönheim sagt. Dabei ist er eher zufällig in der Gemeinde zwischen Ludwigshafen und Bad Dürkheim sesshaft geworden. Der in Österreich geborene Hartmann, dessen Eltern Rumänien-Deutsche waren, lebte in Römerberg-Heiligenstein. „Von dort aus bin ich jeden Morgen zu meiner Arbeitsstelle nach Lambsheim gefahren. An einer Tankstelle in Fußgönheim habe ich meine Inge kennengelernt“, erinnert sich Hartmann. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Und so ähnlich wie er seine Frau in diesem Moment anschaut, muss er es auch damals gemacht haben. Jedenfalls haben die beiden später geheiratet und wohnen heute im Erdgeschoss des Elternhauses von Inge Hartmann. Eine Etage höher wohnen der Sohn mit seiner Familie und Kater Max. Fußball gespielt hat Hartmann in Fußgönheim kurioserweise nie. „In Heiligenstein und Lambsheim habe ich gekickt. Ich war Abwehrspieler, so eine Art Sonderbewacher“, sagt der rüstige Rentner und lacht. Wenn er mal nicht repariert und spachtelt, ist Hartmann in seinem Garten anzutreffen, wo er ein kleines Gewächshaus stehen hat, einen selbstgebauten Geräteschuppen und eine Pergola. Die Hartmanns bauen Salat, Tomaten, Zwiebeln, Bohnen und Gurken an. „Auf Franz kann man sich verlassen, er ist gutmütig, liebenswert und hilfsbereit“, sagt Inge Hartmann nach 40 Jahren Ehe. Beim ASV denkt man über den „Spachtel“ ganz sicher genauso.

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