Drei Fragen
Sonja Welz vom Seniorenbeirat: „Das Internet ist für Senioren eine Bereicherung“
Frau Welz, warum sollten sich Senioren überhaupt mit dem Thema Internet befassen?
Weil es das Medium ist. Weil das Internet ein riesiges Angebot vorhält und man so viel Wissen daraus ziehen kann. Und es hat auch praktischen Nutzen. Man kann mit den Enkeln skypen oder sich vor einem Kauf im Internet über die Produktpalette schlau machen. Und was auch wichtig ist: Man kann Online-Banking nutzen. Das Filialnetz wird ja immer dünner, und in den SB-Centern fühlt man sich gehetzt, weil schon der nächste wartet. Dann gibt es die Videoplattform Youtube. Ein alleinstehender Senior kann sich dort über viele Themen informieren und sogar Oper, Theater oder Comedy genießen. Und nicht zu vergessen ist auch die Seite des Seniorenbeirats mit Links zum Kreisseniorenbeirat und zur Landesseniorenvertretung. Hier findet der Senior alles, was er wissen muss. Es ist ein gigantisches Angebot. Das Internet ist auch für Senioren eine Bereicherung im Alltag.
Jeder Zweite in der Altersgruppe 70 plus ist laut einer Studie im Internet aktiv, aber nur jeder Zehnte aus dieser Gruppe nutzt auch Social Media. Woran liegt das?
Die Gründe dafür sind sicher Unsicherheit im Gebrauch, aber auch Misstrauen. Ich nutze Signal, das ist ähnlich wie Facebook, aber sehr sicher. Generell geben solche Social-Media-Plattformen, wozu auch WhatsApp zählt, die Möglichkeit, Kontakt zu anderen zu halten, sich kleine Botschaften zu schicken, sich schnell mal auszutauschen mit wenigen Worten, statt endlos zu telefonieren. Man ist dem anderen relativ nah. Natürlich besteht die große Gefahr, dass der persönliche Kontakt gänzlich verloren geht. Da sollte man sich schon disziplinieren und ab und zu zum Telefon greifen oder, wenn möglich, nach draußen gehen.
Und was ist mit jenen, denen die Geräte zu teuer sind oder die sich nicht trauen, den Anfang zu machen?
Ich denke, Tablet oder Smartphone werden immer günstiger, und auch mit Flatrates dürfte das für jeden erschwinglich sein. Und für den Anfang ist ein Smartphone ausreichend. Man hat damit WhatsApp und Internet. Die Einladung zu unserer Informationsveranstaltung, die am Mittwoch stattfindet, gilt auch für jene, die noch gar keine Erfahrung mit digitalen Geräten haben. Oder die einfach mal wissen wollen, was das Internet ist, was es ihnen persönlich bieten kann. Wir wollen erfahren, welche konkreten Bedürfnisse die Senioren haben. Wir sind offen für alles. Auch oder gerade totale Neulinge in der digitalen Welt sollten das Angebot wahrnehmen. Wir sind ja keine Volkshochschule, bei der man sich verpflichten muss. Wir helfen individuell und gehen gezielt Probleme an.
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