SPEYERER UMLAND RHEINPFALZ Plus Artikel Sommerschule: In den Ferien die Schulbank drücken

Üben in der Schule: Das ist in den vergangenen Monaten wegen Corona zu kurz gekommen.
Üben in der Schule: Das ist in den vergangenen Monaten wegen Corona zu kurz gekommen.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Weil wegen der Corona-Krise viel Unterricht an den öffentlichen Schulen ausgefallen ist, hat das Land Rheinland-Pfalz 500 000 Euro für die Organisation von Sommerschulen locker gemacht. Wie ist das Speyerer Umland bei dem Förderangebot aufgestellt? Wie wird dieses angenommen? Und was gehört alles dazu?

Rund 7300 Schülerinnen und Schüler besuchen die weiterführenden Schulen sowie die Förderschulen in Trägerschaft des Landkreises Germersheim. Sie alle konnten sich für die beiden von der Kreisverwaltung organisierten Sommerschul-Wochen anmelden, teilt Kreis-Pressesprecherin Claudia Seyboldt auf Anfrage mit. Bis zum Anmeldeschluss am 10. Juli haben sich allerdings lediglich 126 Mädchen und Jungen für den Unterricht in Mathematik und Deutsch entschieden.

Der Stoff in den beiden Hauptfächern wird in den letzten beiden Ferienwochen jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr an zwei Standorten vermittelt: am Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium in Germersheim und an der Carl-Benz-Gesamtschule in Wörth. „Bei der Anmeldung konnten die Schülerinnen und Schüler angeben, welchen ,Wunschstandort’ sie bevorzugen. Die Wunschstandorte konnten bei allen, bis auf drei Ausnahmen, erfüllt werden“, informiert Sprecherin Seyboldt. Allein organisatorische Gründe hätten die 100-prozentige Erfolgsquote verhindert.

Kompetenzen stärken

Jeder Sommerschul-Teilnehmer wird das Angebot eine Woche nutzen können, so Seyboldt. Beim Unterricht werden alle Vorgaben des aktuellen Hygieneplans des Landes für die Schulen eingehalten, versichert sie. Ziel des Förderangebots sei die Stärkung der Kernkompetenzen in Deutsch und Mathematik sowie der allgemeinen sozialen Fähigkeiten der Teilnehmer. Die Sprecherin weist darauf hin, dass die Verbandsgemeinden (VG) und Städte für die Grundschulen in ihrer Trägerschaft die Sommerschule selbstständig organisieren.

Bei der VG Lingenfeld findet der Unterricht für alle Ortsgemeinden zentral in der Grundschule in Lustadt statt. „Alle Schülerinnen und Schüler unserer fünf Grundschulen konnten sich anmelden“, informiert Gemeindemitarbeiterin Christine Degen auf Anfrage. Die Anmeldefrist endete auch hier am 10. Juli. Von den über 700 Grundschul-Besuchern haben sich nach Auskunft Degens insgesamt 35 für die Sommerschule angemeldet. Auch in Lustadt läuft der Unterricht werktags von 9 bis 12 Uhr.

Ähnlich wie bei den Kreisschulen sind in Lustadt neben Lehrkräften, die das Land stellt, auch Mitarbeiter der Gemeinde zur Unterstützung der Sommerschule im Einsatz, wie Schulleiter, Hausmeister und Schulsekretärinnen. Ein Verpflegungsangebot gibt es weder bei der Sommerschule der VG Lingenfeld noch bei der des Kreises Germersheim.

Im Rhein-Pfalz-Kreis ist die Planung für die Sommerschule noch im Fluss, wie Tilo Meinke, persönlicher Referent von Landrat Clemens Körner, auf Anfrage mitteilt. „Auch wenn wenige Schulen bisher keine konkreten Angebote haben, kann sich dies durchaus noch ändern“, informiert er. Wobei der Kreis das Sommerangebot für die Klassenstufen eins bis acht „grundsätzlich“ koordiniere. Ein Teil der Kreisgemeinden habe die Planungen für alle Schulen vor Ort selbst übernommen. Ein weiterer Teil der Kommunen im Rhein-Pfalz-Kreis organisiere nur das Förderangebot der eigenen Grundschulen.

Meinke betont, dass alle weiterführenden Kreisschulen eine Sommerschule für die Klassenstufen fünf bis acht auf die Beine stellen. Die Ausnahme seien die Realschulen plus in Dudenhofen und in Limburgerhof sowie die Realschule plus und das Lise-Meitner-Gymnasium in Maxdorf (Stand 17. Juli). Die endgültigen Abstimmungen, so der Sprecher weiter, liefen gerade noch. Alle verfügbaren Angebote werden dann auf der entsprechenden Webseite des Landes verfügbar sein („Zur Sache“).

Zentrale Angebote

Gerade erst online gegangen ist die Anmeldung für die Sommerschule in der Kulturscheune in Hanhofen. Nach Auskunft von VG-Mitarbeiterin Ramona Schweigert gibt es für das Angebot mit zehn Plätzen pro Woche für Grundschüler in der VG keinen Anmeldeschluss. Unterricht ist täglich von 9 bis 12 Uhr.

Für die VG Rheinauen gibt es eine Sommerschule in Neuhofen. Von 68 Plätzen für Grundschulkinder sind 39 belegt (Stand 17. Juli). Die teilnehmenden Kinder stammen laut Verwaltung aus allen Ortsgemeinden der VG. Wie in den anderen Fällen, läuft das Angebot auch in Neuhofen in den letzten beiden Ferienwochen. Die Grundschulen in Altrip und Waldsee stehen wegen Renovierungen nicht zur Verfügung.

Zur Sache: Sommerschule

In der „Sommerschule RLP“ werden vom Ministerium für Bildung in Mainz in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden pädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler von der ersten bis achten Klasse auf die Beine gestellt. Die beteiligten Kommunen, also Städte und Gemeinden, stellen die Gebäude für das Förderangebot zur Verfügung, und das Bildungsministerium steuert die Inhalte bei. In den letzten beiden Ferienwochen wird es vor allem, aber nicht nur in Schulgebäuden drei Stunden Unterricht pro Tag geben. Dieser wird angeleitet von Lehramtsstudierenden, Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern, Lehrkräften und pädagogischen Personal, pensionierten Lehrkräften sowie älteren Schülerinnen und Schülern, die dafür geschult werden. Insgesamt stehen für die „Sommerschule RLP“ 500.000 Euro zur Verfügung. Ähnliche Förderangebote gibt es auch in anderen Bundesländern. Ein Überblick über die Sommerschul-Standorte in Rheinland-Pfalz findet sich unter www.ferien.bildung-rp.de/veranstaltungskatalog/.tbg

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