Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel So lief die Christbaumsammelaktion des Bierklubs

Auf dem Kerweplatz laden Markus Bültemann (Mitte), Michael Gast (links) und Florian Geringk (rechts) die eingesammelten Christbä
Auf dem Kerweplatz laden Markus Bültemann (Mitte), Michael Gast (links) und Florian Geringk (rechts) die eingesammelten Christbäume ab.

Nach eineinhalb Stunden Christbaumsammeln ist der Container auf dem Kerweplatz in Heiligenstein schon brechend voll. Die Mitglieder des Bierklubs haben das Grün am Samstagmorgen eingesammelt – in guter Tradition, mit sozialem Gedanken und trotz Corona.

Ein eindeutiges „Ja“ zur Christbaumsammelaktion hört man an diesem Samstagmorgen von den Bierklub-Mitgliedern. „Das ist mal wieder eine Abwechslung“, ruft Dominik Settelmeyer vom Hänger herab, der am Traktor von Bierklub-Sprecher Ruben Rössler hängt. Gemeinsam haben die Männer ein Hygienekonzept für die Sammelaktion ausgearbeitet, für das sie von der Gemeinde grünes Licht bekommen haben.

„Für uns zählt die soziale Komponente“, macht Rössler deutlich. Bisher habe der Bierklub den Erlös aus den eingenommenen Spenden an die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt gespendet. Jetzt soll es erstmals an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen gehen. Nicht zuletzt, meint Rössler, trägt die Sammlung dazu bei, den Ansturm auf den Wertstoffhof einzugrenzen – in Corona-Zeiten ein zusätzlicher Ansatzpunkt, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Viele Bäume sind um die zwei Meter groß

Anders als sonst hat es wegen Corona an diesem Samstagmorgen kein gemeinsames Frühstück gegeben. Auch der gesellige Abschluss bleibt in diesem Jahr aus. „Wir hatten getrennte Startpunkte, es fahren nicht alle auf dem Hänger mit, es gibt Masken, Abstand und kein Wechselgeld“, erklärt Rössler das Hygienekonzept. Alle halten sich daran, und die gute Laune scheint trotzdem nicht zu leiden.

Rössler biegt in die Uhlandstraße ein. In Höhe von Hausnummer fünf ist der erste Baum in Sicht. Der erste Blick zeigt, was Rössler schon vor der Abfahrt prophezeit hat: „Die meisten Bäume sind um die zwei Meter hoch. Einige sind kleiner, wenige größer.“ Dirk Walburg ist einer der Kassierer. Er hat sich für ein Bambusschälchen entschieden, in das die Christbaumbesitzer ihre Spende legen – auf Distanz, kontaktlos, abgezählt.

2,50 Euro sind der Grundpreis. „Die meisten wissen, dass es für die Sterntaler ist und geben mehr“, sagt Walburg. Fünf Euro sei vielen der Luxus wert, dass der Baum vor der eigenen Haustür abgeholt werde. An der Kreuzung zur Lina-Sommer-Straße ist der zweite Bierklub-Trupp in Sicht. Kurzer Zuruf aus der Ferne, fertig. Die Männer verstehen sich.

Mädchen winkt aus dem Fenster

Markus Bültemann, der ebenfalls auf dem Hänger steht, hat mittlerweile eine Wand aus Tannengrün gebaut. Ein paar Bäume, die von ihren ehemaligen Besitzern vorbildlich abgeschmückt wurden, sind bereits gesichert. Die nächsten warten in einer Sackgasse. Zwei fallen direkt ins Auge. Vier sind es am Ende. Der Christbaum war offensichtlich auch zum Fest 2020 ein gern gesehener Gast.

Geld wechselt die Besitzer. Ein Mädchen beobachtet die Männer vom Fenster aus. Sie winken und lachen. Die Kleine winkt zurück. Schöne Momente am Morgen. Mit offenen Augen fahren die Bierfreunde durch den Ort. „Des sin drei Leit, die do wohnen“, formuliert Walburg kreativ die Aufforderung an die anderen, die Aufmerksamkeit auf das Adressetikett eines eingesammelten Baumes zu richten. Passt.

31 Bäume hat das Team in einer guten halben Stunde gesammelt. Etliche Straßen liegen noch vor ihnen. „Im Neubaugebiet werden es noch etliche Bäume sein“, vermutet Rössler. Das bedeutet Stampfen im Container – auf Abstand, mit Maske, aber mit viel Spaß.

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