Böhl-Iggelheim
Singend und tanzend durchs Leben: Hilde und Rolf Monath feiern Eiserne Hochzeit
Wann sie sich kennengelernt haben, können Rolf und Hilde Monath gar nicht mehr so genau sagen. Schließlich sind beide in Böhl aufgewachsen und hatten gemeinsame Freunde. Doch wann es gefunkt hat, weiß das Paar noch gut: „Das war beim Kirchweihtanz 1958“, erinnert sich der 87-Jährige. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Tanzen habe sie von Anfang an verbunden. Die damals 18-Jährige habe so gut getanzt, dass er sie gleich wieder aufgefordert habe, erzählt Rolf Monath und verrät: „Das Näherkommen gelang am besten beim Tango.“
Als am 29. April 1960 die Hochzeit anstand, leistete der Bräutigam gerade seinen Wehrdienst ab. „Wir haben samstags geheiratet und montags musste ich wieder einrücken“, berichtet er. Auf die Flitterwochen mussten die Frischvermählten zunächst verzichten. „Aber die haben wir später jedes Jahr nachgeholt“, sagen die Monaths. In ganz Europa sind sie herumgereist – anfangs mit dem Zelt, später mit dem Wohnwagen. Mit dabei ihre beiden Söhne Uli und Andreas, die 1960 und 1967 auf die Welt gekommen sind.
Nach der Bundeswehr fing Rolf Monath bei der BASF in Ludwigshafen an. Schon sein Vater hatte dort gearbeitet, beide Söhne schlugen später auch diesen Weg ein. Monath machte eine Ausbildung zum Betriebsschlosser, legte anschließend die Meisterprüfung ab und war lange als Ausbilder sowie als Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer tätig.
Seine Frau Hilde, geborene Schillinger, hatte als junge Frau in Speyer die Haushaltungsschule besucht und bis zur Geburt des ersten Kindes in der Miederwaren-Fabrik Felina in Mannheim gearbeitet. Den Beruf gab sie zwar auf, um sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern, das Nähen und Handarbeiten blieben jedoch ihre liebsten Hobbys. „Für meine Kinder habe ich ganze Anzügelchen gestrickt“, erzählt die 84-Jährige.
Temperamentvoller Alltag
Gemeinsam hat das Paar gerne und viel getanzt. Und auch das Singen hat sie ein Leben lang begleitet. Hilde Monath war bereits als Jugendliche in den Protestantischen Kirchenchor in Böhl eingetreten, ihr Mann folgte ihr später. „Dann war ich 40 Jahre lang Vorsitzender“, berichtet er lachend. Heute ist er Ehrenvorsitzender und denkt gerne an die Chorfreizeiten und Konzerte zurück, die er zusammen mit seiner Frau erleben durfte. „Da haben wir viele schöne Stunden gehabt“, bekräftigen beide.
Hilde Monath kam wiederum durch ihren Mann zum SPD-Ortsverein. Er sei quasi in die Partei hineingewachsen, da sein Vater Kreistagsmitglied und Ortsvereinsvorsitzender gewesen sei, sagt der Böhler, der zunächst Juso-Vorsitzender wurde, später Parteivorsitzender und Ratsmitglied. Schließlich war er elf Jahre lang als Beigeordneter für die Gemeinde im Einsatz. Für sein breitgefächertes Engagement, zu dem auch eine langjährige Schöffentätigkeit gehört, erhielt Rolf Monath 1998 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz.
Mit Freunden hatten die Monaths rund 45 Jahre lang eine private Kegelgruppe – ebenfalls ein Hobby, das ihnen viel Spaß gemacht hat. Rolf Monath begeistert sich zudem für Steine und Mineralien, von denen er etliche selbst bei Reisen gefunden hat. Hilde Monath hat sich immer gerne um den Garten gekümmert. Seitdem sie in ihrer Mobilität eingeschränkt ist, hat ihr Mann diese Aufgabe übernommen.
Am wichtigsten ist dem Paar heute, dass im Kreis der Familie alles in Ordnung ist. Sie freuen sich, wenn sie ihre Söhne und die zwei Enkel um sich haben.
Streit habe es natürlich auch mal gegeben, räumen die Böhler ein. „Wir haben beide etwas mehr Temperament“, sagen sie. Doch das Geheimnis ihrer nunmehr 65 Jahre währenden Ehe sei ihre Fähigkeit, immer wieder Kompromisse zu finden.