Rhein-Pfalz Kreis Sicheres Fahrradfahren im Fokus

Mutterstadt. Der Verkehr in Mutterstadt soll sicherer und ruhiger werden. Um diese Pläne umzusetzen, müssen auch das Land und der Landesbetrieb Mobilität mitspielen. Die Kreistagsfraktion der Grünen hat deshalb die Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler, Verkehrsexpertin der Grünen, zum Ortstermin geladen. Zweite Station der Tour: die geplante Bahnunterführung in Schifferstadt an der Iggelheimer Straße.
Die Ideen und Pläne zur Umgestaltung der Verkehrssituation in Mutterstadt betreffen nicht nur Ortsstraßen. Über die könnte die Gemeinde alleine entscheiden. Es geht auch um Landes- und Kreisstraßen. Hier redet der Landesbetrieb Mobilität mit, wenn es um Genehmigung und Bewilligung von Zuschüssen geht. Die Umgestaltung der Ortsmitte mit der Ampelkreuzung wurde drei Jahre lang diskutiert. Anlieger, Bürger und Lokale Agenda haben mitgewirkt. Über den jetzigen Planungsstand informierte der Leiter des Bauamts, Werner Klein. Unstrittig ist, dass die Ampeln abgebaut werden sollen. Ein Verkehrsversuch habe gezeigt, dass eine Rechts-vor-Links-Regelung praktikabel sei. Beschlossene Sache ist auch, dass der erste Abschnitt der Ludwigshafener Straße entsprechend umgebaut wird. Wie Klein anhand der Pläne erläuterte, werde die Straße verschwenkt, so dass vor dem Fachwerkensemble ein kleiner Platz entstehe. Unterschiedliche Ansichten gibt es über die Führung des Fahrradverkehrs. Werner Stubenrauch von der Lokalen Agenda plädiert dafür, Fahrradstreifen auf der Fahrbahn einzuzeichnen (wir berichteten ausführlich). Bauamtschef Klein wiederum hält die Bahnen für Radler nicht für sinnvoll, da die Fahrbahn dafür nicht breit genug sei. In seinen Augen würde der Streifen den Fahrradfahrern überdies eine trügerische Sicherheit vermitteln. Der Besuch aus Mainz vertrat dagegen die Ansicht, dass Fahrradstreifen auch auf weniger breiten Straßen nützlich seien. Autofahrer würden Rücksicht nehmen, dies sei in Holland zu beobachten, wo Fahrradstreifen üblich seien. Ein weiterer Vorschlag: Den Radverkehr von der Ludwigshafener Straße herunter unmittelbar um das Zentrum Neue Pforte zu führen und dann in die Hartmannstraße zu leiten, die dann zur Fahrradstraße werden könnte. Aus Sicht der Bauverwaltung sei dieser Plan auch umsetzbar, ohne gleich eine Fahrradstraße auszuweisen. Eine Bitte in Richtung Mainz gaben die Exkursionsteilnehmer Jutta Blatzheim-Roegler zum weiteren Ausbau der Ludwigshafener Straße mit. Hier habe das Land nämlich noch keine Zusagen zur Bewilligung von Zuschüssen gegeben. Der kombinierte Rad- und Fußweg entlang der Ludwigshafener Straße ist auf der Brücke Richtung Maudach schmal und durch einen relativ hohen Absatz von der Fahrbahn getrennt. Lokale Agenda und Grüne baten die Abgeordnete, sich beim LBM für eine Änderung dieses Zustands einzusetzen. Wie der Mutterstadter Beigeordnete Volker Strub (FWG) berichtete, habe die Gemeinde schon weitgehend Tempo 30 auf den Ortsstraßen eingerichtet. Gehe es aber um klassifizierte Straßen, zeige sich der LBM „unwillig“, sagten Agenda-Vertreter. Für Blatzheim-Roegler war dies nichts Neues: „Das ist beim LBM so, da müssen sie beharrlich dran bleiben“, empfahl sie den Mutterstadtern. In Schifferstadt haben die Grünen festgestellt, dass die Pläne der Bahnunterführung eigentlich nicht genehmigungsfähig seien, sagte das Schifferstadter Stadtratsmitglied Klaus Pohlmey (Grüne). Hier sind Land und Kreis für die Umsetzung zuständig. Es sei nicht zulässig, dass der kombinierte Rad- und Fußweg ein Gefälle von rund fünf Prozent habe, der Wert müsse kleiner als drei Prozent sein. Zudem sei er auch nach der überarbeiteten Planung nicht ausreichend breit für das Verkehrsaufkommen. Laut Pohlmey will die Abgeordnete hierzu eine Anfrage an das zuständige Ministerium richten. (ghx)