Rhein-Pfalz Kreis Selbst Hip-Hop ist echt pfälzisch
«Dannstadt-Schauernheim.» Ein unterhaltsamer Festabend mit intelligenter Mundart-Comedy von „Chako“ Habekost am Samstag, ein Jazz-Frühschoppen sowie ein begeisterndes Chorkonzert am Sonntag: Zum Auftakt der Feierlichkeiten rund um das 1250. Dorfjubiläum haben die Dannstadt-Schauernheimer den Besuchern ein tolles Programm geboten. „Die feiern gleich ein Jahr lang“, stellt Habekost erfreut gleich zu Beginn seines Auftritts fest. Erfreut deshalb, weil das sehr pfälzisch sei, bescheinigt er seinen Gastgebern. Den Pfälzern und ihren liebenswerten Eigenschaften, ihrer außerhalb der Region oft unverstandenen und daher unterschätzten Art und Sprache widmet er sein Gastspiel. Charmant, auch wenn er mal ein bisschen böse wird, bemerkenswert wortgewandt, stets witzig. Ungeachtet der durstfördernden Temperaturen ist das Eis zwischen Habekost und dem Publikum bereits gebrochen, sobald er nur die Bühne betritt. Kein Wunder, bezieht er Zuhörer und selbst Servicekräfte wie nebenbei in seinen Vortrag ein. Indem er etwa Bedienungen durch die Halle zu lotsen versucht, nachdem sich aber keiner zum georderten Schnitzel bekennt, erklärt: „Im Zweifel kriegt’s de Zehfuß, der isst eh alles.“ Da lacht auch der angesprochene CDU-Landtagsabgeordnete mit. Habekosts feines Sprachgespür reicht weit über die pfälzische Mundart hinaus, selbst über das von ihm als „Oxford-Deutsch“ betitelte Hochdeutsch, bis hinein ins Englische. So klärt er die Gäste zunächst darüber auf, dass Hip-Hop und Rap – „des is die Musik, die eier Kinner un Enkel höre“ – nicht „bei de Amis“ entstanden sind, sondern „bei uns do“. Das beweist er mit einem melodischen Mundart-Sprechgesang. „Mei Sprooch is niemols akademisch, und des steert mansche Leit / die denken, akademisch is desselbe Wort wie gscheid.“ Unnachahmlich auch, wie „Chako“ in die Rolle eines US-Fernsehpredigers schlüpft, um seine Festgemeinde in einem einmaligen Englisch-Pfälzisch-Mix zu bekehren. Die Geschichte vom Turmbau zu Babel hat sich ihm zufolge ebenfalls ein wenig anders zugetragen: Die Völker habe es nämlich nach unterschiedlichen Dialekten verlangt, nur die Pfälzer seien dabei anfangs leer ausgegangen. Nachdem sie Gott beharrlich baten, diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen, habe „the Lord“ schließlich eingelenkt: „Dann babbeln halt wie isch.“ Einige mit viel Beifall unterstützte und von herzhaften Lachern begleitete, verbale Seitenhiebe auf die Hauptdarsteller des Ludwigshafener Tatorts gipfeln in der Forderung: „Mir wollen en gscheide Dadort – mit ,Chako’ als Kommissar!“ Als er sich verabschieden möchte, verlangt ihm frenetischer Jubel eine Zugabe ab. Den Applaus hat Habekost nicht zuletzt verdient, da er – wie Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) verrät – eigens für den Auftritt seinen Jahresurlaub verschoben hat. Der Ortschef lobt zudem den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer, die in fünf Arbeitskreisen seit zwei Jahren sämtliche Festlichkeiten vorbereitet haben. Alleine die Sporthalle für den Jubiläumsabend herzurichten, habe einen enormen logistischen Aufwand bedeutet: Beleuchtung, Stromversorgung, Sitzplatzverteilung, Ochs-und-Esel-Express, die Idee mit dem Dresscode, die Dekoration nennt er als Beispiele. Stellvertretend für alle Helfer würdigt er die erste Ortsbeigeordnete Manuela Winkelmann (CDU), die sich federführend um die Organisation des Festwochenendes kümmerte. „Ich hätte mir für den Auftaktabend noch ein bisschen mehr Zuspruch gewünscht, aber mit rund 500 Gästen war er trotzdem gut besucht“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Nicht so gut besucht sei leider der Jazz-Frühschoppen am Sonntagmorgen gewesen. „Aber die, die da waren, waren begeistert. Die Leute standen auf, klatschten mit den Musikern mit, da herrschte eine tolle Stimmung“, berichtet er. Den krönenden Abschluss habe das Konzert des Musikvereins Harmonie und des Projektchors am Sonntagabend in der nahezu ausverkauften Kurpfalzhalle dargestellt. „Sie haben eine tolle musikalische Leistung gezeigt, die Atmosphäre war hervorragend“, erzählt Fey. Aus diesem Grund sei es nicht unwahrscheinlich, dass es irgendwann eine Wiederholung gibt. Nächste Fest-Termine 15. Juli, Open-Air-Konzert bei der FG Dannstadt; 18. bis 20. August, Mittelaltermarkt.