Rhein-Pfalz Kreis Sechs Welpen aus Gully gerettet

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Sechs gerade geborene Welpen sind am Montag in einem Kanalschacht in Wachenheim gefunden worden. Die Tiere können erst wenige Stunden zuvor zur Welt gekommen sein, die Nabelschnur war noch dran. Der Verein Tierhilfe hat die Hundebabys an eine Pflegerin aus den eigenen Reihen gegeben und Anzeige gegen Unbekannt erstattet (wir berichteten gestern kurz auf „Südwest“).

Eine Anwohnerin, die gegen 11 Uhr ihre eigenen Hunde ausführte, war auf ein Fiepen aufmerksam geworden, dessen Herkunft sie schließlich unter einem Gullydeckel mitten auf der Straße ausmachte. Die Passantin alarmierte den Bauhof, und mit dessen Hilfe sowie einiger Nachbarn konnte der schwere Kanaldeckel angehoben werden. Im Schacht stießen sie auf sechs Welpen. So schildert es Judith Räch, Vorsitzende des Vereins Tierhilfe, der RHEINPFALZ. „Die Nabelschnur war noch nicht trocken, das heißt, die Welpen sind erst in der Nacht oder gar am Morgen geworfen worden.“ Die Wachenheimerin, die auf die Welpen stieß, ging mit ihnen zunächst zum Tierarzt und informierte die Tierhilfe. Am Nachmittag kamen sie in die Obhut von Helga Schreuder, einer erfahrenen Tierpflegerin aus den eigenen Reihen, die in Herxheim am Berg wohnt. „Wir wissen noch nicht, ob wir sie durchbringen“, sagt Räch. Die 50-Jährige, die den Verein seit 2007 leitet, hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. Sie selbst, die schon vorher lange Jahre im Tierschutz aktiv war, hat einen solchen Fall auch noch nicht erlebt. „Dass man uns zu Hause einen Karton mit Katzen vor die Tür gesetzt hat, das hatten wir schon. Da hat sich wenigstens noch jemand Mühe gegeben, dass sie gefunden werden. Aber so etwas ...“ Da habe jemand bewusst gewollt, dass die Hunde nicht überleben, verdeutlicht Räch. Inzwischen sind die Welpen in besten Händen. Helga Schreuder ist mit Hunden vertraut, „so lange ich denken kann“. Sie habe „schon einiges an Hund, Katze, Maus, Fisch, Vogel“ in Pflege gehabt. Die Frau hält selbst ein halbes Dutzend Hunde. Meist „hängengebliebene“, wie sie sagt. Unter anderem Dreibeiner wie einen Schäferhund und einen Schäfer-Husky oder Panikhunde wie einen 37 Zentimeter großen Mischling, der in einer Höhle gefunden worden war und den sie in den ersten fünf Monaten auf dem Arm Gassi tragen musste. „13 Hunde im Haus war mal das Höchste der Gefühle“, verrät die 53-Jährige lachend. Ihre neuesten Pensionsgäste werden mit Ziegenaufzuchtmilch samt Zusatzstoffen aus der Nuckelflasche aufgepäppelt, bekommen alle zwei Stunden eine Mahlzeit und den Bauch massiert. Feste Nahrung gibt’s wohl erst nach der vierten, fünften Woche. Auch die Tierärztin habe ein Auge auf die kleinen Hunde. Das Wachenheimer Sextett besteht aus vier Rüden und zwei Mädchen. Sie kamen als Federgewichte zwischen 128 und 140 Gramm in Herxheim an. Die Rasse der Tiere ist vorerst noch nicht zu bestimmen, doch die Hundeexpertin tippt auf eine eher kleinere Art in der Größenordnung von Dackel oder Chihuahua. Wenn die Kleinen über den Berg sind, wird der Verein Tierhilfe versuchen, neue Besitzer für sie zu finden – was nach Judith Rächs Erfahrung nicht allzu schwer sein sollte: „Welpen gehen immer.“

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