Rhein-Pfalz Kreis Schwungvoller Auftakt
Mutterstadt. Tolle Musik, die spaßige Übergabe der Rathausschlüssel an den Carneval-Verein Die Geeßtreiwer sowie ein Ausblick auf das neue Jahr mit Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD): Beim Mutterstadter Neujahrsempfang am Sonntag wurde den mehr als 800 Gästen im Palatinum viel geboten.
„Das ist wohl eine Rekordbeteiligung“, schätzte Bürgermeister Schneider erfreut. Ebenfalls erfreulich: Die Gemeinde sei erneut leicht gewachsen und biete nun 13.676 Menschen ein Zuhause. Sie alle erwarte im noch jungen Jahr 2016 das größte Bauvorhaben in Mutterstadt seit Jahrzehnten: die Neugestaltung der Dorfmitte. Losgehen soll es laut Schneider Anfang April. Ziel der wohl 15 Monate dauernden Arbeiten sei ein wirklich toller Ortskern. Zu den Projekten, die dieses Jahr umgesetzt werden sollen, zähle auch der Umbau des protestantischen Kindergartens 1. „Das erzähle ich hier schon seit einigen Jahren. Dass sich bisher nichts getan hat, liegt an einer ungeklärten Zuschussfrage“, erläuterte der Verwaltungschef. Daneben sollen die Pestalozzischule saniert, ein Fahrstuhl am Haus der Vereine gebaut und die Geruchssituation im Ort verbessert werden. „Auch die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen wird uns weiter vor Herausforderungen stellen“, sagte Schneider. In diesem Zusammenhang dankte er allen Bürgern, die bei der Arbeit mit den Flüchtlingen helfen. Daran knüpfte Geeßtreiwer-Präsident Norbert Herold an. Während hier gefeiert werde, würden anderswo Recht und Ordnung geknebelt und die Menschenrechte mit Füßen getreten. In der Pfalz und damit auch in Mutterstadt werde Gastfreundschaft großgeschrieben. Flüchtlingen zu helfen, sei eine Ehrenpflicht. Nach diesen nachdenklichen Worten schlug Herold fröhlichere Töne an und legte den Bürgermeister an die Narrenkette. Dieses Jahr wollten die Mutterstadter Fasnachter die 60er- Jahre wieder aufleben lassen. Passend dazu präsentierte Herold auf der großen Leinwand Fotomontagen, die den Rathauschef und dessen Frau als Teilnehmer des Woodstock-Festivals zeigten sowie Schneider als Darsteller im Film „Saturday Night Fever“. In dem weißen Anzug, den Schauspieler John Travolta einst berühmt machte, soll er auch zur Prunksitzung erscheinen und eine flotte Tanzvorstellung abliefern. Wie das aussehen könnte, zeigten ihm die sieben Mädchen der Hoppser mit ihrem Gardetanz. Angesichts der ausgelassenen Stimmung mahnte Schneider die Narren bei der Übergabe der Schlüssel zum Rathaus und des kleinen Gemeindesäckels: „Macht keinen Blödsinn!“ Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Blaskapelle. Sie spielte den Standschützenmarsch und „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“. Zum krönenden Abschluss begeisterte das Ensemble De roode Pelikan aus Wiesloch die Besucher. Julie André (Gesang), Harald Schell (Gitarre), Michael Weisbarth (Akkordeon), Manfred Müller (Klarinette), Dieter Bauer (Kontrabass) und Jochen Rautenstrauch (Schlagzeug) trugen ihre Lieder sehr leidenschaftlich vor. Der Funke sprang schon beim ersten Klezmerstück auf die Zuschauer über und regte sie zum Mitklatschen an. Das gute Zusammenspiel der Instrumente belohnten die Gäste wiederholt mit Szenenapplaus. Ebenso beeindruckend ließ die französische Sängerin Julie André mit ihrer angenehmen Altstimme später wohlbekannte Lieder von Rina Kettys („J’attendrai“) bis hin zum Chanson-Klassiker „La vie en rose“ von Édith Piaf erklingen. Zwischendurch unterhielt das Ensemble mit „Gebrauchslyrik“ und brachte die Gäste mit Witzen und lockeren Sprüchen zum Lachen. Eine A-cappella-Zugabe gab es auch. Schließlich erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen, um ihrer Begeisterung mit langem Beifall sowie vereinzelten Jubelrufen und -pfiffen Ausdruck zu verleihen. (mamü)