Rhein-Pfalz Kreis Schutt und Asche
«Mutterstadt/Dannstadt-Schauernheim.»Die gute Nachricht der Einsatzleitung in beiden Fällen lautet: Menschen sind nicht in Gefahr. Es wird niemand verletzt. Die schlechte Nachricht: Der Schaden ist jeweils immens. In Mutterstadt bei der Recyclingfirma Zeller brennt am ersten Septemberwochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Sperrmülllager komplett aus. Die Halle, in der vom Sofa bis zur Matratze alles lagert, wird dabei so arg in Mitleidenschaft gezogen, dass Firmenchef Andreas Zeller anschließend von einem Schaden von bis zu 800.000 Euro ausgehen muss. Glück im Unglück: Das Feuer kann sich dank des Großaufgebots an Feuerwehrleuten nicht weiter auf dem Gelände ausbreiten. 103 Einsatzkräfte sind eine Nacht lang im Einsatz. Darunter die Mannschaften der umliegenden Feuerwehren, der Gefahrstoffzug des Rhein-Pfalz-Kreises und der Wehr Speyer sowie eine Schnelleinsatzgruppe. Die Einsatzkräfte werden von einem Brandsachverständigen abgelöst, der nach seinen Ermittlungen nur ausschließen kann: Brandstiftung ist es nicht. Eine elektrotechnische Ursache ist es auch nicht. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hakt den Fall ab – „mangels Straftat“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber. Möglicherweise hat ein Blitz den Sperrmüll entzündet – die Vermutung steht jedenfalls lange im Raum. Dann zieht ein anderes Brandunglück die Aufmerksamkeit auf sich. Mitte November stehen die Mitglieder der Segelfluggruppe Giulini vor Schutt und Asche. In der Nacht zum 14. November zerstört ein Brand eine Halle, in der Klubhaus und Werkstatt der Segelflieger untergebracht sind. Wichtige Utensilien werden vom Feuer zerstört: Fallschirme, Funkgeräte und die Seilwinde etwa, mit der die Flugzeuge nach oben gezogen werden. Immerhin können es 64 Feuerwehrleute verhindern, dass die Flammen auf die benachbarte Halle des SSV Ludwigshafen übergreifen. Der SSV hat Glück, die Segelfluggruppe Giulini dagegen muss einen Schaden von 500.000 Euro verkraften. Und sich mit zwei Fragen herumschlagen: Wie geht es weiter? Und wie hat das alles nur passieren können? Denn die Ursache für das Feuer lässt sich auch mit Hilfe eines Brandgutachters, der samt Spürhund das Gelände untersucht, nicht mehr feststellen. Hinweise für eine Brandstiftung findet er keine, einen technischen Defekt mag er nicht ausschließen. Nach dem Schock rappeln sich die Segelflieger auf. Unterkriegen lassen sie sich nicht. Und sie bekommen Unterstützung: vom Nachbarn SSV, von Leuten aus der Umgebung und der Schifferstadter Baufirma Heberger: Sie stellt kostenlos drei Container. Die Segelfluggruppe hat ein Notquartier, von dem aus sie die Zukunft planen kann. Denn dort, wo Schutt und Asche liegen, soll etwas Neues entstehen.