Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schulverkehr: Sammelpunkt und Lotsen sollen Entlastung bringen

Zweiräder erwünscht: Es gibt bereits eine Vielzahl an Kindern, die morgens mit dem Rad oder Roller zur Karl-Wendel-Schule fahren
Zweiräder erwünscht: Es gibt bereits eine Vielzahl an Kindern, die morgens mit dem Rad oder Roller zur Karl-Wendel-Schule fahren.

Im Umkreis der Karl-Wendel-Schule und der Kita Lambiland in Lambsheim sorgen Elterntaxis bis vors Schultor regelmäßig für verstopfte Straßen und unübersichtliche Situationen. Feste Bring- und Abholzonen sowie Schülerlotsen sollen Abhilfe schaffen. Baulich nachschärfen kann indes nur die Ortsgemeinde.

Ein Runder Tisch hatte in den vergangenen Monaten lebhaft über die Verkehrssituation vor der Karl-Wendel-Schule diskutiert. In der Runde saßen nicht nur Vertreter des Verkehrsamts Heidelberg sowie Mitarbeiter des Ordnungsamts, der Bauabteilung und des Schulträgerausschusses der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim, sondern auch Mitglieder aus dem Schulelternbeirat der Karl-Wendel-Schule, dem Elternausschuss der Kita Lambiland und den Fraktionen der Ortsgemeinde. Das Ergebnis: ein Flyer, der für die Nutzung einer Bring- und Abholzone sowie für den Einsatz von Schülerlotsen wirbt.

Den Flyer sieht Michael Reith (SPD) als ersten Schritt zur Entschärfung der Verkehrssituation: „Mir war wichtig, dass wir jetzt ins Umsetzen kommen“, sagt der Bürgermeister der VG Lambsheim-Heßheim. Künftig sollen Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule fahren, ihren Nachwuchs in den Haltebuchten in der Mühltorstraße absetzen. In der Hol- und Bringzone können bis zu drei Fahrzeuge gleichzeitig anhalten. „Ich denke, das reicht, da man beim Ein- und Ausladen nur kurz vor Ort verweilt“, meint Reith. Vom Sammelpunkt aus sollen ehrenamtliche Lotsen die Kinder als „laufender Schulbus“ die letzten Meter bis zur Schule begleiten. Aus dem Schulelternbeirat hat es laut Reith bereits positive Rückmeldungen für diese Aufgabe gegeben, allerdings noch keine festen Zusagen. Er hofft, dass sich genügend Eltern oder auch Rentner finden, die mithelfen wollen. „Für den laufenden Schulbus ist kein Gremienbeschluss nötig. Wir können ihn direkt mit der Schule zusammen umsetzen“, sagt Reith.

Ortsgemeinde am Zug

Der Verbandsbürgermeister verweist auf andere Ideen, die bereits zügig umgesetzt worden seien, wie etwa der Fußweg bei den Parkplätzen am A-Gebäude, der es Kindern ermöglichen soll, außer Reichweite des Autofahrwegs zum Gebäude zu laufen. Ein zweiter Fußweg bei den Fahrradständern ist laut Reith in Planung. Außerdem ist ein Teil der Parkplätze für Personal reserviert. Ob sich die Kindertaxistände in der Mühltorstraße bewähren oder ob nachträglich noch eine gesonderte Hol- und Bringzone für den Schulverkehr eingerichtet wird, ist noch offen. „Bisher ist es eine Übergangslösung. Da muss die Gemeinde entscheiden, was sie will“, erklärt Reith. Er selbst tendiere eher zur Nutzung der bereits vorhandenen Parkbuchten.

Bauliche Veränderungen wie Aufpflasterungen oder eine Überquerungshilfe in der Neustadter Straße sind ebenso wie Vorrangregelungen für Fußgänger und Radfahrer oder Parkverbote nicht ohne Beschluss des Gemeinderats umzusetzen. „Solche Veränderungen sind immer mit Kosten verbunden. Wir werden die Vorschläge aber in den Gemeinderat einbringen“, versichert der VG-Chef. Er gibt aber auch zu, dass am Runden Tisch kontrovers diskutiert worden sei, ob bestimmte Veränderungen wirklich erforderlich sind. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sind nach Reiths Ansicht Anstoß für die politischen Gremien, sich mit den Problemen zu beschäftigen. Der Runde Tisch soll demnach erst wieder zum Thema Schulweg tagen, wenn der Gemeinderat Veränderungen tatsächlich beschließt und weitere Vorbereitungen nötig sind.

Verkehrskonzept wird fortgeschrieben

Die Verkehrsbehörde mahnt in einer Beschlussvorlage für die Videositzung des Umwelt- und Bauausschusses am Dienstag, 18. Januar, 19 Uhr, zum Blick aufs Ganze. Mit einer neuen Verkehrserhebung, in die auch die am Runden Tisch erarbeiteten Themenfelder einfließen sollen, wird das Verkehrskonzept aus dem Jahr 2012 fortgeschrieben. Als oberste Priorität nennt die Verkehrsbehörde in der Vorlage die Provisorien im Dorf. Allein auf den Hauptverkehrswegen Friedhof-, Mühltor- und Maxdorferstraße stehen demnach sechs Provisorien, weitere finden sich auf der Entlastungsstraße West sowie in der Fußgönheimer- und der Gerolfstraße. In Lambsheim sollten nach Ansicht der Behörde keine weiteren Provisorien aufgestellt und stattdessen feste bauliche Veränderungen umgesetzt werden, um die Geschwindigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Außerdem wird der Rückbau der Ampelanlage Ecke Haupt-/Marktstraße von der Verkehrsbehörde nur innerhalb eines Gesamtkonzepts empfohlen. Als etwas weniger dringlich erachtet die Behörde die Themen Fahrradwege und Parken. Wie die Gremien das letztlich sehen, wird sich zeigen.

Lars Pletscher, der für den Elternausschuss der Karl-Wendel-Schule am Runden Tisch saß, zeigt sich mit den Ergebnissen der Arbeitsgruppe zufrieden. „Das ist das beste Ergebnis, das wir erzielen konnten“, sagt er. Dennoch glaubt er nicht, dass die Ideen ausreichen werden, um den Autoverkehr vor der Schule zu begrenzen. „Am Ende ist die Vernunft der Eltern entscheidend. Das Problem wird weiter bestehen, wenn die Eltern ihren Kindern nicht zutrauen, den Weg alleine zu Fuß zu gehen.“ Er habe kein Verständnis für Elterntaxis bis zum Schultor. Die Schule sei von überall im Dorf in maximal 15 Gehminuten erreichbar. „Aus meiner Sicht sind die Grundschulkinder mindestens sechs Jahre alt und können den Weg nach einer Eingewöhnungszeit auch alleine schaffen.“

Start nach Osterferien

Am Freitag wurden die Elterntaxistände und der Aufruf für die freiwilligen Lotsen über das Amtsblatt bekanntgemacht. „Wir wollen die Rückmeldungen abwarten und dann einen Starttermin festlegen“, informiert Reith. Er rechnet mit einem Beginn nach den Osterferien. Nach rund drei Monaten will der VG-Chef in Sachen Kindertaxistand Bilanz ziehen und gegebenenfalls nachjustieren.

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