Fussgönheim
Schulsozialarbeit an Grundschule wird fortgeführt
Auf Antrag der Schulleitung und der Lehrer der Schillerschule hatte die Mehrheit der Ratsmitglieder im September vergangenen Jahres beschlossen, dass ein Schulsozialarbeiter bis Ende Juli 2022 zwölf Stunden pro Woche in der Schillerschule tätig sein soll. Es wäre zu früh gewesen, mit der Schulsozialarbeit zum Ende des Schuljahres aufzuhören, begründete Bürgermeister Jochen Schubert (FWG), warum dieser Beschluss nicht umgesetzt wurde. Die Arbeit scheine „langsam zu greifen“ und sollte mindestens bis Ende des jetzigen Schuljahres fortgesetzt werden.
Die Stelle koste pro Monat knapp 2000 Euro. Wie Schubert berichtete, hat der Rhein-Pfalz-Kreis bereits im Mai einen Zuschuss zugesagt, bisher sei aber noch kein Geld überwiesen worden. Mit dem Zuschuss des Kreises sei die Finanzierung der Stelle bis einschließlich Mai kommenden Jahres gesichert, sagte Schubert.
Schulleiterin: Bedarf ist groß
Schulleiterin Martina Hauck plädierte dafür, dass die Schulsozialarbeit fortgesetzt werden soll. Durch die Restriktionen der Pandemie seien bei vielen Kindern „sehr große Ängste“ ausgelöst worden. „Da ist ganz viel Arbeit zu leisten“, sagte Hauck. Doch nicht nur deshalb sei der Bedarf an Schulsozialarbeit an der Schillerschule groß. Bisher leiste der Schulsozialarbeiter ausschließlich Einzelfallarbeit. Notwendig sei jedoch auch Arbeit in Gruppen sowie Präventionsmaßnahmen. „Wir wünschen uns, soziales Lernen in den Mittelpunkt zu stellen“, so Hauck. Als Probleme, um die es in der Einzelfallarbeit geht, nannte Hauck unter anderem notorisches Schuleschwänzen, Leistungsverweigerung, übermäßiger Konsum von digitalen Medien, gestörtes Sozialverhalten, massive Verhaltensauffälligkeiten, Gewalt in der Familie, Vernachlässigung. „Auch Fußgönheim ist keine heile Welt“, sagte Hauck. Etwa 25 Prozent der Schüler der Schillerschule würden Schulsozialarbeit benötigen, sagte Hauck auf Anfrage von Markus Leppla (CDU). Bisher hatte sie angegeben, dass dies bei zehn bis 15 Prozent der Kinder der Fall sei.
Debatte: Wer muss zahlen?
„Ich sehe nicht ein, dass die Gemeinde das zahlt, das ist eine freiwillige Leistung, das Land soll die Kosten übernehmen“, meinte Lothar Straßer (CDU). Ähnlich äußerten sich Eckhard Koch (CDU) und Martina Fickler (CDU). „Kommen Sie nicht immer zur Gemeinde“, forderte Koch die Schulleiterin auf. Schulsozialarbeit sei Sache des Landes und des Landkreises, so Fickler. Die Gemeinde dürfe aufgrund ihrer Haushaltssituation keine freiwilligen Leistungen tätigen, betonte Koch. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauer, Stephen Drumm (FWG) und Schubert betonten, dass das Geld für Schulsozialarbeit sinnvoll angelegt sei. Die Arbeit sei nicht in kurzer Zeit zu bewältigen, sagte Bauer. Hier würde an der falschen Stelle gespart.
Die CDU zeigte sich bereit, der Fortsetzung der Schulsozialarbeit bis zum Ende des Schuljahres zuzustimmen. „Aber wir wollen keine Finanzierung auf Dauer“, betonte Fickler. Deshalb solle festgelegt werden, dass die Finanzierung durch die Gemeinde zum Ende des derzeitigen Schuljahres eingestellt wird. Die Mehrheit von sieben Ratsmitgliedern votierte jedoch dafür, dass die Schulsozialarbeit vorläufig bis zum Schuljahresende fortgesetzt und dann über eine weitere Fortsetzung entschieden werden soll.