Wer keine Corona-Symptome hat und sich testen lassen möchte, für den stehen ab dieser Woche Testzentren in den Kreisgemeinden offen. Der Bund sieht für jeden Bürger einen kostenlosen Schnelltest pro Woche vor, um die Pandemie einzudämmen. Viele freiwillige Hände waren und sind nötig, um dieses Angebot möglich zu machen.
In der Verbandsgemeinde Rheinauen wird es für die rund 25.000 Einwohner drei Testzentren geben – in Neuhofen, Waldsee und Altrip. Die Öffnungszeiten sind laut Verwaltung so abgestimmt, dass von Montag bis Samstag täglich die Möglichkeit für einen Abstrich in der Verbandsgemeinde besteht. Der Startschuss erfolgt diese Woche am Mittwoch in Neuhofen. Dort wird im Bürgerhaus Neuer Hof getestet. Zwei Kabinen stehen zur Verfügung. Geöffnet ist dort fortan immer montags und mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr. Mitzubringen ist ein Personalausweis.
„Wir bieten es, so wie vom Staatssekretär vorgegeben, nachmittags beziehungsweise abends an, damit sich Berufstätige testen lassen können und die Helfer nach der Arbeit Zeit haben“, sagt Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) auf Anfrage. Ihm zufolge haben sich mehr als 100 Bürger zum Helfen gemeldet – in Neuhofen Ehrenamtliche des DRK und der DLRG, in Waldsee und Altrip Mitglieder unterschiedlicher Vereine. Je nach Bedarf könne ein solches Angebot auch noch in Otterstadt aufgebaut werden, sagt der Bürgermeister.
Lob an die Feuerwehr
Im Zentrum Alte Schule in Dannstadt sind von Dienstag, 16. März, an jeweils dienstags, donnerstags und samstags Schnelltests auf das Coronavirus für Bürger der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim möglich. Das teilt Bürgermeister Stefan Veth (CDU) mit. Dienstags und donnerstags können sich Bürger zwischen 17 und 20 Uhr testen lassen, samstags zwischen 14 und 17 Uhr. „Dass wir diese Teststelle einrichten können, verdanken wir der Feuerwehr der Verbandsgemeinde. Sie hat sich von Anfang an bereit erklärt, hierfür mitzuhelfen“, lobt Veth. Der Bund plane, dieses Angebot zunächst bis einschließlich 30. Juni aufrechtzuerhalten, ergänzt Wehrleiter Christopher Diehl.
In Schifferstadt betreiben das Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst ein Corona-Schnelltestzentrum im DRK-Haus, Rehbachstraße 12. Das Onlineportal für die Terminvergabe ist freigeschaltet, ab sofort kann über die Homepage der Stadt ein Termin ausgewählt und gebucht werden. Für Bürger ohne E-Mail gibt es eine Telefon-Hotline, die ebenfalls auf der Homepage zu finden ist. Das Testzentrum soll dienstags und donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr (letzte Terminbuchung: 12 Uhr) und von 16 bis 19 Uhr (letzte Terminbuchung: 18.30 Uhr) sowie samstags von 8.30 bis 19 Uhr (letzte Terminbuchung: 18.30 Uhr) geöffnet haben. Gelegenheit zum Parken wird es gegenüber dem DRK-Haus geben – für die drei Parkplätze entlang des Gymnastikraums der Grundschule Nord werde eine Parkzeitbeschränkung für Dienstag und Donnerstag während der Öffnungszeiten angeordnet. Der Schulbetrieb wird dadurch laut Stadtverwaltung nicht tangiert. Wenn möglich, bittet sie jedoch darum, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen.
Ärger in Schifferstadt
Obwohl es ein Angebot für alle Bürger ist, sich symptomfrei testen zu lassen, um mehr Sicherheit aufzubauen, gibt es im Vorfeld Ärger wegen der Standortwahl für das Testzentrum. Im sozialen Netzwerk Facebook machen sich einige Schifferstadter Luft. Sie sprechen von einer Gefahr für die Anwohner durch die Testpersonen, Parkproblemen und werfen „den Amateuren im Rathaus“ ein Agieren „ohne Kopf und Verstand“ vor, weil nicht die Waldfesthalle als Teststandort gewählt wurde. Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) kann die Empörung nicht nachvollziehen. „Wir können dankbar sein, dass sich DRK und Malteser einbringen. Man muss der ganzen Aktion eine Chance geben und nicht gleich Panik verbreiten“, sagt sie. Die Verwaltung stehe in ständigem Austausch mit den beiden Gruppen. In einem Anfangsgespräch sei auch über den Standortvorschlag der Stadt – nämlich die Waldfesthalle – gesprochen worden. Man habe sich auf Wunsch der Ehrenamtlichen jedoch auf die DRK-Geschäftsstelle verständigt. Die Bürgermeisterin rechnet überdies nicht mit dem von Bürgern befürchteten Parkchaos vor Ort. „Aufgrund der Terminvergabe gehen wir davon aus, dass es keine Probleme geben wird.“
In Limburgerhof sind Schnelltests ab dem Mittwoch, 17. März, möglich. Die Anmeldung erfolgt über einen Link auf der Homepage der Gemeinde. Das Testzentrum befindet sich im Kultursaal und ist über den Rathaus-Eingang zu erreichen. Geöffnet ist es fortan dann immer montags und mittwochs, 17 bis 19 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr. Betrieben wird das Schnelltestzentrum von der Gemeindeverwaltung. Rund 50 freiwillige Helfer unterstützen sie dabei. Darunter laut Verwaltung viele Personen mit einem medizinischen Beruf, das Rote Kreuz und die Feuerwehr.
Testzeiten der Nachfrage anpassen
In der Verbandsgemeinde Maxdorf wird in der Maxdorfer Waldsporthalle schnellgetestet. Planung und Betrieb liegen in den Händen von Verbandsgemeindeverwaltung, Feuerwehr und DRK. „Das Angebot zur Schnelltestung startet am 16. März und richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger“, ist auf der Homepage der Verbandsgemeinde zu lesen. „Das Angebot ist kostenlos und ohne vorherige Terminvereinbarung möglich.“ Getestet wird jeweils dienstags und donnerstags, zunächst in der Zeit von 18 bis 21 Uhr. „Wir behalten uns vor, die Testzeiten abhängig von der Nachfrage zu ändern“, heißt es seitens der Verwaltung.
Die Verwaltung in Böhl-Iggelheim hat zwei Telefonnummern veröffentlicht – 06324/963 555 und - 556 – unter denen sich Bürger von Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, für einen Test anmelden können. Die Termine werden dort vergeben. Erste Tests sind Bürgermeister Peter Christ (CDU) zufolge ab Mittwoch, 17. März, möglich. „Wir haben 40 Freiwillige von der Freiwilligen Feuerwehr und durch einen Aufruf im Amtsblatt“, sagt er. Eingerichtet seien drei Testplätze, an denen parallel getestet werden könne.
Die Gemeindeverwaltung Mutterstadt richtet mit Hilfe von Freiwilligen eine Teststation im Palatinum ein. Geplant ist, dass diese am Dienstag, 23. März, in Betrieb geht. „Nach aktuellem Stand werden alle Helferinnen und Helfer aus allen Kreisgemeinden, die in den Testzentren arbeiten werden, bei uns in Mutterstadt am Palatinum im Impfbus des Kreises nächste Woche Montag, Mittwoch und Donnerstag geimpft. Daher können wir an gleicher Stelle nächste Woche noch nicht mit der Schnelltest-Stelle starten“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). „Wir planen zunächst, dienstags von 15 bis 18 Uhr und donnerstags von 16 bis 19 Uhr zu öffnen.“ Genaue Informationen sollen an die Bürger aber noch über Amtsblatt und Homepage der Gemeinde erfolgen. Dort soll man sich dann auch einen Termin für das Testcenter buchen können.
Wer positiv ist, muss zum PCR-Test
Die Gemeinden sind vorbereitet, der Startschuss kann fallen. Generell gilt: Wer in einem der Zentren getestet wurde, sollte nach rund 15 Minuten das Ergebnis und eine Bescheinigung erhalten. Ein positiver Befund muss an das Gesundheitsamt gemeldet werden, zudem ist dann ein genauerer PCR-Test erforderlich, der in einer Fieberambulanz oder Corona-Praxis gemacht werden kann. Bürger, die Symptome haben, sollen sich direkt dorthin wenden. Eine positiv getestete Person muss sich sofort in Quarantäne begeben.
Ob es Privilegien für Getestete gibt, wird nach Angaben der Landesregierung derzeit mit Blick auf weitere Lockerungen diskutiert. Bisher ist ein negatives Testergebnis nur für körpernahe Dienstleistungen, bei denen keine Maske getragen werden kann, Pflicht. Voraussetzung für die Inanspruchnahme etwaiger Leistungen sei die Vorlage eines negativen Testergebnisses, das nicht älter als 24 Stunden sein dürfe oder die Durchführung eines Schnelltests vor Ort, heißt es seitens der Landesregierung. Neben den Schnelltests in den kommunalen Zentren gibt es solche kostenlose Angebote auch bei manchen Apotheken. Selbsttests für zu Hause werden seit Kurzem auch im Einzelhandel verkauft.