Wegen Sanierung RHEINPFALZ Plus Artikel Schließung der Dudenhofener Ganerbhalle für Vereine große Herausforderung

Soll laut der Kreisverwaltung ab Oktober für eine umfangreiche Sanierung geschlossen werden: die Ganerbhalle in Dudenhofen. Die
Soll laut der Kreisverwaltung ab Oktober für eine umfangreiche Sanierung geschlossen werden: die Ganerbhalle in Dudenhofen. Die Sanierung wird voraussichtlich bis Januar 2023 dauern.

Die Ganerbhalle in Dudenhofen muss saniert und soll deshalb im Oktober für etwas mehr als zwei Jahre geschlossen werden. Die Sportvereine, die die Halle nutzen, stellt das vor große Herausforderungen. Vereinsvertreter erzählen, welche Möglichkeiten ihnen nun bleiben.

Die Ganerbhalle des Rhein-Pfalz-Kreises im Norden von Dudenhofen wurde vor 41 Jahren eingeweiht und ist seitdem nicht mehr saniert worden. Nach Angaben der Kreisverwaltung nutzen die Realschule plus, die Grundschule sowie der Turnverein Dudenhofen, der örtliche Fußballverein, der Radfahrerverein und der ASV Harthausen die Halle.

Die Realschüler sollen nach Plänen der Kreisverwaltung vermehrt in das sanierte Kreisbad nach Heiligenstein und in die benachbarte Rhein-Pfalz-Halle ausweichen. Nach Angaben von Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, ist das vormittags möglich, weil die Halle dann noch nicht belegt sei. Die Grundschule hat laut Scharfenberger mit ihrer Gymnastikhalle bereits eine Ausweichmöglichkeit. Problematisch sei allerdings, eine Lösung für die betroffenen Vereine zu finden, sagt der Bürgermeister.

Andere Sporthallen keine Lösung

Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD), der auch Vorsitzender des Jugendfördervereins (JFV) Ganerb ist, bestätigt dies auf Anfrage. Die Kapazitäten in anderen Hallen seien sehr rar, sagt Hook. Beim JFV, bei dem Nachwuchsfußballer aus Dudenhofen, Hanhofen und Harthausen ausgebildet werden, seien vor allem die Bambini sowie die F- und die E-Jugend von der Sperrung betroffen. Im Sommer könnte man mit den Kleinen noch raus, ab Herbst bis zum Frühling braucht es aber eine andere Möglichkeit. Vor allem eine, die nicht weit entfernt sei, denn den Eltern der Kinder solle nicht zugemutet werden, dass sie weit fahren müssen.

Hook nennt als Alternative für die Ganerbhalle das SAM-Center in Dudenhofen. Allerdings stelle dies einen finanziellen Mehraufwand für den Verein dar, weil der Betreiber gutes Geld verlange. Der JFV käme an seine Grenzen, wenn er die üblichen Mietpreise zahlen müsste. Hook hofft deshalb, dass der Betreiber dem Verein finanziell entgegenkomme. Ansonsten müsste der Verein weitere Sponsoren gewinnen oder die Mitglieder um finanzielle Unterstützung bitten, sagt der Vorsitzende.

Trotz der Herausforderung, die der JFV aufgrund der vorgesehenen 27-monatigen Schließung der Ganerbhalle hat, relativiert Hook die Probleme mit Blick auf andere Sportler: „Es trifft uns zwar, aber nicht so hart wie die Handballer.“ Gemeint ist die Handballspielgemeinschaft (HSG) Dudenhofen-Schifferstadt, die 24 Mannschaften hat. Sie ist ein Zusammenschluss der Handballer des TV Schifferstadt und des TV Dudenhofen.

Problem sind die Heimspiele

Arnd Bäuerle vom Führungsteam der HSG sieht für den Trainingsbetrieb bisher nur die Möglichkeit, dass die Handballer im Winter in den drei Schifferstadter Hallen enger zusammenrücken. Die „ganz Kleinen“ bräuchten dagegen nicht unbedingt ein Handballspielfeld und könnten vielleicht in eine Gymnastikhalle in Dudenhofen und im Sommer nach draußen ausweichen, sagt Bäuerle.

Das größte Problem, das dem Verein auf der Seele brenne, sei aber die Austragung der Handballspiele, macht Gerald Denk, Vorsitzender des TV Dudenhofen, deutlich. „Ich möchte nicht unser Spielplaner sein“, sagt sein Kollege Bäuerle. Er spricht als angedachte Ausweichmöglichkeit eine Halle in Haßloch an, die der Verein mieten müsste. Das sei aber eine finanzielle Frage, auch weil dem Verein die Einnahmen, zum Beispiel durch Werbebanner, in der Ganerbhalle fehlten.

Beim TV Dudenhofen sind laut dem Vorsitzenden Denk die Leichtathleten und Turngruppen von der Schließung betroffen. Die Situation sei aber nicht ganz so extrem, weil es weniger Gruppen als bei den Handballern seien, sagt Denk. Der Verein suche nach Kapazitäten in Hallen in der Umgebung. Denk spricht ebenfalls Haßloch und Böhl-Iggelheim an. Die Hallen in Speyer und Schifferstadt seien ausgelastet. „Das wird ein harter Kampf“, sagt der TV-Vorsitzende.

Kommentar: Vorbildlich

Die Sanierung der Ganerbhalle in Dudenhofen sehen alle Vereinsvertreter als notwendig an – zumal die mit rund 2,6 Millionen Euro veranschlagten Kosten zu 90 Prozent vom Land übernommen werden. Trotzdem stellt die Schließung der Kreissporthalle die Vereine vor große Herausforderungen – sowohl organisatorisch als auch finanziell. Freie Hallen in der Umgebung gibt es nicht. Die befragten Vereinsvertreter hadern jedoch nicht, sondern suchen nach Lösungen. Das ist vorbildlich. Bei der Suche werden sie von der Verbandsgemeinde- und der Kreisverwaltung unterstützt. Es ist wichtig, dass für die Vereine verträgliche Lösungen gefunden werden. Denn es darf nicht sein, dass sie Kinder und Jugendliche als Mitglieder verlieren. Zum einen, weil die Vereine von dieser Jugend leben, zum anderen weil sie mit ihrer Jugendarbeit selbst viel für die Gesellschaft leisten.

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