Rhein-Pfalz Kreis Schlaglöcher im Internet
Eine Straßenlaterne leuchtet nicht mehr, aber niemand kümmert sich? Dafür gibt es Abhilfe: Bürger in Frankenthal, Bobenheim-Roxheim, Dirmstein, Gerolsheim – und jetzt auch in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim können solche Probleme online melden. Im Laufe des Septembers soll der Mängelmelder auch auf der Webseite der VG-Verwaltung eingebaut werden. Mit der Digitalisierung der Ratsarbeit geht es ebenfalls allmählich voran.
Wer eine lose Platte im Gehweg melden will, kann das bereits unter www.rlp-maengelmelder.de tun. Dort kann man als Bürger den Ort und die Adresse eingeben und kurz erklären, welches Problem es dort gibt. Eine Karte zeigt dann die exakte Stelle an. Die Informationen werden direkt an die jeweilige Verwaltung geschickt. Möglich ist es aber auch, der Verwaltung auf der Webseite der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim (www.lambsheim-hessheim.de) unter Punkt Bürgerservice und Kontaktformular sein Anliegen mitzuteilen. Defekte Straßenlaternen, Probleme mit der Stromversorgung aber auch Schlaglöcher können außerdem unter www.stw-frankenthal.de (den Punkt „Netze“ anklicken, dann „Störungen“) gemeldet werden. „Das Störungsmeldesystem ist bereits so aufgebaut, dass über dieses auch die Meldung von defekten Stellen an den Gehwegen und am Straßenbelag an uns geschickt werden können“, sagt Bürgermeister Michael Reith (SPD) auf Nachfrage. Sobald die Verwaltung die Zugangsdaten erhalten hat, will er das System auch auf der Webseite der Gemeinde installieren. In Sachen Digitalisierung der Verwaltungsabläufe hatte sich Bürgermeister Reith aber noch mehr vorgenommen (wir berichteten): das Ziel der papierlosen Verwaltung. Dazu gehört auch, dass alle öffentlichen Ratsunterlagen im digitalen Ratsinformationssystem für alle Bürger unter www.hessheim.more-rubin1.de abrufbar sind. Ratsmitglieder haben einen Zugang, mit dem sie auch nicht-öffentliche Unterlagen einsehen können. Noch werden die Unterlagen auf nachdrücklichen Wunsch der Ratsmitglieder trotzdem auf Papier verschickt. „Nach der nächsten Kommunalwahl werden wir bei allen anfragen, ob sie die Unterlagen künftig digital einsehen oder auf Papier haben wollen“, berichtet Bürgermeister Reith. In den beiden VG-Rathäusern in Heßheim und Lambsheim sei bereits Wlan vorhanden. Über einen Zugangscode könnten Gremienmitglieder oder Bürger bei den Sitzungen bereits mit ihren privaten Geräten online sein. Nicht jeder Kommunalpolitiker besitzt jedoch ein Tablet oder Laptop oder möchte es für die Kommunalarbeit einsetzen. Deshalb wurde im Lambsheimer Rat schon der Ruf nach Tablets laut, die von der Verwaltung bereitgestellt werden. Je nachdem wie die Abfrage nach der Wahl ausgehe, wolle er entweder Tablets bezuschussen oder über das Kommunalkaufhaus des Gemeinde- und Städtebunds anschaffen, sagt Reith. Zwei Ortsgemeinden hatten sich bereit erklärt, als Pilotgemeinden die papierlose Ratsarbeit auszuprobieren: In Heuchelheim fehle noch das Wlan, aber in Großniedesheim sei es im Sitzungszimmer und in der Friedenshalle eingerichtet. Und es wird genutzt, wie Ortsbürgermeister Michael Walther (SPD) auf Nachfrage erzählt: „Ich nehme mein Laptop immer auf die Sitzungen mit, weil ich manchmal etwas mit dem Beamer zeige.“ Er könne auf die Ratsunterlagen online zugreifen. Einzelne Ratsmitglieder machten sich ebenfalls Notizen auf ihren privaten Tablets oder Laptops während der Sitzungen. „Aber es ist noch nicht üblich“, sagt Walther. Einzelne würden sicher am Papier festhalten wollen. Er sieht die Zukunft im Digitalen: „Machen wir uns nichts vor. Zu Hause habe ich ein Zimmer voller Akten. Wenn ich etwas suche, bin ich etwas beschäftigt. Digital werde ich mit einem Suchwort schneller fündig.“