Rhein-Pfalz Kreis „Schienenverkehr ist immer schick“
«Dannstadt-Schauernheim.» Fast ist der 24. September 2017 schon in Vergessenheit geraten. An diesem Tag haben die Dannstadt-Schauernheimer aber nicht nur den neuen Bundestag, sondern auch ihren neuen alten Verbandsbürgermeister gewählt. 70,9 Prozent hatten für Stefan Veth (CDU) gestimmt, dessen zweite Amtszeit heute beginnt. Wir haben ihn zuvor gefragt, was er an diesem Tag vor hat und ob er in den kommenden acht Jahren mit an einer Bahntrasse bauen möchte.
Ich bin in der zweiten Amtszeit. Und das sicherlich mit einem klaren Kopf. Die offizielle Einführung mit Sekt war ja schon am Dienstag (lacht). Einen klaren Kopf möchte ich auch in den kommenden acht Jahren behalten. Was steht denn für den ersten Tag Ihrer zweiten Amtszeit in Ihrem Kalender? Der jährliche Betriebsausflug. Ach, das ist ja nett. Wohin geht es denn? Nach Pforzheim ins Gasometer. Dort läuft gerade eine sehr schöne Ausstellung. Arbeiten werde ich dann ab 2. Juni. Das ist aber ein Samstag. Ich weiß. Aber Sie wissen ja, dass es keine Rolle spielt, ob Wochentag oder Wochenende: Man ist immer Bürgermeister und verantwortlich für seine Aufgaben. Der Tag wird mit diversen Veranstaltungen und Geburtstagsbesuchen gut ausgefüllt sein. Ohne Konkurrenz sind Sie bei der Wahl ins Rennen gegangen – ohne Ambitionen gehen Sie aber nicht in die zweite Amtszeit ...? Auf keinen Fall. Ich bin immer noch ambitioniert. Und sehr dankbar, dass sich dieser zweite Berufsweg für mich geöffnet hat. Die vergangenen acht Jahre waren hochinteressant, ich habe so viel Neues kennengelernt. Und ich bin sicher, es geht spannend weiter. Themen haben Sie ja genug ... Absolut. Der WLAN-Empfang auf öffentlichen Plätzen soll ausgebaut werden. Unsere Kläranlage wird energetisch saniert. Die Grundschulen müssen auf den neuesten Stand gebracht werden, ebenso muss die Feuerwehr modern bleiben. Aber auch wir im Rathaus müssen uns weiterentwickeln und als Arbeitgeber interessant bleiben. Sie sehen, es gibt genug zu tun. Und es gibt noch mehr Themen. Zum Beispiel die neu diskutierten Straßenbahnverbindungen in den Landkreis hinein. Wäre es nicht schick, einen Anschluss bis nach Dannstadt-Schauernheim zu bekommen? Werden Sie sich dafür einsetzen? Schienenverkehr ist immer eine schicke Sache. Die Frage ist bloß, was ist besser: Straßenbahn oder gleich ein richtiger Zug? Auf jeden Fall könnte das die Verbandsgemeinde gut gebrauchen. Insbesondere um Stauproblemen auf verstopften Straßen in der Metropolregion zu entgehen. Man könnte ja die alte Lokalbahntrasse zwischen Mundenheim bis an die Haardt wiederbeleben, vielleicht eine „Rhein-Haardt-Bahn II“. Kurzum: Wir werden das Thema verfolgen – vor allem was daraus überhaupt wird – und an geeigneter Stelle unsere Interessen einbringen und unseren Einfluss geltend machen. Verkehr ist ja ohnehin ein virulentes Thema im Dorf – was macht eigentlich das Thema Entlastungsstraßen? Was die zweite Verkehrsachse anbelangt, haben wir von Verwaltungsseite alle Hausaufgaben gemacht. Was immer noch fehlt, ist eine Genehmigung, die wir schon mehrfach angemahnt haben. Ist sie da, kann es konkret werden. Ich rechne spätestens im kommenden Jahr mit dem Baubeginn der Ortsrandstraße, die von der Riedstraße bis zum Münchhof gebaut werden soll. Apropos Münchhof. Wie sieht es mit der Trasse dort aus? Da steht die Entscheidung noch aus, ob die K 22 ausgebaut oder der Wirtschaftsweg verbreitert wird. Gespräche dazu stehen jetzt mit Landrat und Vertretern des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum an. Wer oder was außer dem Verein Bürgerwille wird Sie in den kommenden acht Jahren auf Trab halten? Meine Bürger halten mich alle auf Trab. Und das ist auch gut so. Sie halten mich an und sprechen mich an. Dabei bleibe ich im Dialog und merke, wo der Schuh drückt. Da ich ein kommunikativer Mensch bin, macht es mir nichts aus, dass ich viele Gespräche führe – auch wenn ich eigentlich nur mal eben Brötchen kaufen will. Bald enden die Feiern rund um das Dorfjubiläum Dannstadt und Schauernheim. Wird es dann langweiliger in der Gemeinde? Bis alles rum ist, steuern wir schon fast auf das Jahresende zu. Dann stehen Bilanzgespräche an, außerdem die Jahresabschlüsse und die Weihnachtsfeiern. Langweilig wird es hier bestimmt nie. Sie haben mal mit Aufklebern für saubere Feldwege in der Verbandsgemeinde geworben. Wenn Sie jetzt Sticker gestalten könnten – sozusagen als Antrittsgeschenk – was würden Sie darauf drucken lassen? Vielleicht könnte im Vorgriff auf unser Logo, das wir gerade entwickeln, auf einem solchen Sticker stehen: „Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim – Immer auf der Höhe“. Zum einen versuchen wir mit unserer Verwaltung ja tatsächlich immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Und zum anderen sind wir ja wirklich auf der Dannstadter Höhe (lacht).