Dannstadt-Schauernheim
Schauernheim bekommt einen Zebrastreifen
Ein Fußgängerüberweg – im Volksmund Zebrastreifen – soll es Passanten ermöglichen, auf vielbefahrenen Strecken sicher von einer Straßenseite auf die andere zu gelangen. Allerdings dürfen solche Anlagen nicht einfach beliebig errichtet werden, sondern es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. An diesen Hürden sind die Dannstadt-Schauernheimer in der Vergangenheit wiederholt gescheitert.
Demnach darf ein Fußgängerüberweg nur an innerörtlichen Straßen mit höchstens einer Fahrbahn je Fahrtrichtung und einem Gehweg auf beiden Straßenseiten eingerichtet werden, auf denen maximal Tempo 50 erlaubt ist. Das oft ausschlaggebende Kriterium ist jedoch das Fußgänger- im Verhältnis zum Fahrzeugaufkommen.
Hierfür wird die Anzahl der Fußgänger in der Stunde eines Werktags herangezogen, in der die meisten von ihnen die Straße überqueren. Und in der sogenannten Spitzenstunde müssen ausreichend viele Fahrzeuge in der betreffenden Straße unterwegs sein. Damit ein Fußgängerüberweg angelegt werden darf, müssen demnach mindestens 50 bis 100 Passanten die Straßenseite wechseln, während in derselben Stunde mindestens 200 bis 300 Fahrzeuge vorbeifahren. Empfohlen wird das Einrichten bei der Anzahl an Fußgängern erst ab 450 bis 600 Fahrzeugen, oder bei 100 bis 150 Passanten ab 300 bis 450 Fahrzeugen.
Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer wurden die erforderlichen Werte in Schauernheim nicht erreicht. Trotzdem wurden besonders die Eltern von Kita-Kindern und Grundschülern nicht müde, auf der viel befahrenen Speyerer Straße zum Schutz ihrer Söhne und Töchter einen Zebrastreifen zu fordern. Der Ortsgemeinderat hat einen solchen auch immer wieder beantragt und um neue Zählungen gebeten.
Fehler bei den Zahlen
Nach der jüngsten Erhebung habe der LBM im September erneut mitgeteilt, die Zahlen würden es nicht hergeben, berichtete Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) nun im Dannstadt-Schauernheimer Rat. „Davon war ich total überrascht“, sagte sie. Doch CDU-Ratsmitglied Rainer Keck habe nach dem Gespräch beim LBM nachgehakt und damit den Ball ins Rollen gebracht. „Denn bei dem Telefonat stellte sich heraus, dass da irgendwo falsche Zahlen aufgetaucht sind“, erklärte sie. In der Folge habe die Behörde neue Zahlen erhalten. Auf deren Grundlage sei ein Fußgängerüberweg nun gerechtfertigt. Deshalb dankte sie Keck für seinen Einsatz. Der blieb bescheiden: „Ich freue mich, dass das jetzt geklappt hat.“
Und wo genau in der Speyerer Straße soll der Fußgängerüberweg entstehen? Das weiß Ordnungsamtsleiter Gerhard Schaa von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim: „An der Querungshilfe bei der Bushaltestelle Schauernheim-Mitte.“ Die Querungshilfe werde für das Vorhaben aber nicht entfernt, sondern bleibe so, wie sie ist. „Sie bekommt aber zusätzlich auf beiden Seiten einen Zebrastreifen sowie eine entsprechende Beleuchtung und Beschilderung“, informiert er. Derweil tritt Ortschefin Winkelmann trotz aller Freude über den Erfolg ein bisschen auf die Euphoriebremse: „Es kann noch bis zu einem Jahr dauern, bis das umgesetzt wird.“ Denn dafür ist nicht die Kommune zuständig, für die Schaa den Fußgängerüberweg jetzt angeordnet hat, sondern der Landesbetrieb.