Rhein-Pfalz Kreis Sattes Grün und weiße Wege

Bereit für Veranstaltungen und Gäste: das Hallbergsche Schloss mit dem dahinter liegenden Garten.
Bereit für Veranstaltungen und Gäste: das Hallbergsche Schloss mit dem dahinter liegenden Garten.

«Fussgönheim.» Wenn heute Abend die Musiker des Wiener Domensembles im Schlossgarten des Hallbergschen Schlosses ihre Instrumente stimmen, und die Konzertbesucher durch das Ensemble von Schloss, Schlosskirche und -garten zu ihren Plätzen flanieren, wird sich Ihnen ein ungewohnter Anblick bieten. Denn der rund 2000 Quadratmeter große Garten ist in den vergangenen Wochen einer Schönheitskur unterzogen worden. Es bleibt noch einiges zu tun, aber in einem Kraftakt haben Handwerker und Ehrenamtliche schon ordentlich angepackt.

Im Februar wurde alles gerodet, seit gut vier Wochen nun gearbeitet. Rund um den Brunnen, den der Cäcilienverein 1994 gestiftet hat, leuchtet sattes Grün. Vier Rasenfelder mit geschwungenen Bögen sind angelegt worden, mit eingebauter Beregnungsanlage. 1100 Quadratmeter Rollrasen wurden dafür verlegt, verrät Rita Schneider, die Vorsitzende des Gemeindeausschusses von St. Jakobus und des Cäcilienvereins. Der Brunnen selbst im Mittelpunkt ist wieder hergerichtet – Unbekannte hatten die Puttenfigur abgeschlagen – und neu gestrichen worden. Außerdem wurden neue Wege gezogen, bedeckt mit 250 Tonnen Naturschotter und 120 Tonnen weißem Splitt. Elektroleitungen für die noch fehlenden Lampen sind ebenfalls im Boden verlegt. 16 Stück sollen es entlang der Wege sein. „Wir wollen auch gerne die großen alten Bäume entlang der Mauer anstrahlen“, sagt Rita Schneider. Die Mauern selbst sind noch in unsaniertem, teilweise kaputtem Zustand. Provisorisch sind große Kübelpflanzen am Mittelweg aufgestellt, eine blühende Bepflanzung soll irgendwann folgen. Der Sandstein der Schlossterrasse wurde abgestrahlt und leuchtet nun hell. „Das war ja vorher nur noch ein Acker mit Unkraut und wild wachsenden Bäumen“, erinnert Pfarrer Raimund Röther, „es ist toll, dass hier in kurzer Zeit so viel passiert ist.“ Das Anwesen gehört der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus in Fußgönheim, die nun zur Großgemeinde Heiliger Antonius von Padua mit Sitz in Maxdorf gehört. Der einst prächtige barocke Garten war, wie berichtet, in den vergangenen Jahren zusehends zugewachsen und verwildert. Vandalismusschäden kamen hinzu, der Schlossgarten ist von der Rückseite aus für jeden erreichbar. Die Aktiven des Fußgönheimer Cäcilienvereins, die viele Veranstaltungen dort organisieren und auch den Garten pflegten, konnten dieses nicht mehr alleine stemmen. Eine „Generalüberholung“ musste her, angestoßen von einem 2016 gegründeten Förderverein. Dessen Vorstellungen eines original barocken Gartens können nicht vollständig umgesetzt werden, sagte Pfarrer Raimund Röther am Donnerstag im neu erstrahlenden Schlossgarten unter gewittrigem Himmel: „Das muss auch entsprechend unterhalten und gepflegt werden – von den hohen Kosten einmal ganz abgesehen.“ Stichwort Kosten: Auf rund 120.000 Euro werden die Gesamtkosten für das nun etwas abgespeckte Projekt geschätzt, rechnet Rita Schneider vor. Rund 35.000 Euro wird wohl die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln stemmen. Das Bischöfliche Ordinariat in Speyer hat im März die Übernahme von 30 Prozent der Kosten zugesagt, wobei Speyer damals von Kosten in Höhe von 110.000 Euro ausgegangen ist. Vom Rhein-Pfalz-Kreis erhofft man sich einen namhaften Zuschuss. Laut Pfarrer Röther gibt es bis jetzt außerdem Spenden von Privatleuten und Geldinstituten im höheren vierstelligen Bereich. Der Cäcilienverein wird den Reinerlös aus der Bewirtung beim Konzert, der Kerwe und anderen Veranstaltungen komplett für die Sanierung verwenden, kündigt Rita Schneider an. Anfragen an die Orts- und die Verbandsgemeinde werde man noch stellen, sagt Röther mit einem augenzwinkernden Blick auf Maxdorfs Verbandsbürgermeister Paul Poje (CDU), der sich am Donnerstag das sanierte Gelände ansieht. „Da ist man ja richtig geblendet“, sagt der, mit viel Lob für das Geschaffene. Das Schloss mit seinem Umfeld sei ein Aushängeschild für Fußgönheim und die Verbandsgemeinde, betont Poje. Konzert Wiener Domensemble, heute, 20 Uhr, auf der Terrasse des Schlossgartens, bei ungünstiger Witterung in der Schlosskirche.

Im „neuen“ Garten umgeschaut (von links): Bürgermeister Paul Poje, Rainer Dettling vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde, Rita
Im »neuen« Garten umgeschaut (von links): Bürgermeister Paul Poje, Rainer Dettling vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde, Rita Schneider und Pfarrer Raimund Röther.
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