Hessheim
Süd-Müll-Deponie: Feuerwehr löscht brennenden Kunststoff
Dichter Rauch steigt am Donnerstagmorgen vom Gelände der zur Willersinn-Gruppe gehörenden Firma Süd-Müll auf. Nicht nur Polizei und Feuerwehr sind alarmiert, sondern auch und vor allem die Bewohner der benachbarten Dörfer. Auf Facebook warnen Gerolsheimer ihre Nachbarn am frühen Morgen, die Fenster geschlossen zu halten, falls der starke Rauch zu ihnen ziehe. Facebook-Nutzer, die in der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim wohnen, posten Fotos von Rauchsäulen, andere fragen, woher der Sirenenlärm komme. Und bei einem Gerolsheimer weckt das Geschehen Erinnerungen an den 21. August 2018.
Damals wurden die Bürger über Lautsprecher aufgefordert, Türen und Fenster vorsorglich geschlossen zu halten. Es roch eine Weile nach faulen Eiern, und es kamen zwei Firmenmitarbeiter zu Tode, weil sie unter bis heute ungeklärten Umständen zwei flüssige Chemieabfälle zusammengeschüttet hatten, die man nicht hätte vermischen dürfen. Das war im umstrittenen Sonderabfallzwischenlager, einem von mehreren Betrieben auf dem Gelände an der Landesstraße zwischen Heßheim und Gerolsheim.
Ein Plastikschredder hat sich entzündet
Diesmal ist in der Halle des Wertstoffzentrums etwas passiert. Dort nimmt Süd-Müll gewerblichen Kunststoffabfall an, der zerkleinert und zu großen Ballen verpackt wird, damit er auf den Weg zur Wiederverwertung oder Entsorgung gebracht werden kann. „Die Schreddermaschine ist gegen 8 Uhr in Brand beraten und hat einen Teil der in der Nähe befindlichen 20 Tonnen Kunststoffabfall entzündet“, berichtet Süd-Müll-Geschäftsführer Benedikt Eberhard auf Anfrage. Die Halle sei nicht beschädigt, und das Sondermülllager nicht betroffen.
Wenig später, gegen 9.45 Uhr, informiert Bürgermeister Michael Reith (SPD), dass die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim alles im Griff habe. „Der Brand wurde von einer Kamera erfasst, es wurde sofort Alarm ausgelöst und der Gefahrstoffzug des Rhein-Pfalz-Kreises informiert“, sagt Reith und klingt erleichtert. 70 Wehrleute sind ausgerückt, außerdem Polizei und Rettungskräfte. Auch die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen ist gekommen.
Keine Schadstoffe gemessen
Niemand ist verletzt worden, und der Gefahrstoffzug zieht sich recht bald wieder zurück, wie Wehrleiter Thiemo Seibert später berichten wird. Die Landesstraße wird wegen der Rauchwolken kurzzeitig gesperrt, diese ziehen über unbewohntes Gebiet ab. Keine der Messfahrten ergibt laut Feuerwehr, dass Schadstoffe in der Luft die Bevölkerung gefährden könnten.
Das Wichtigste aber ist: Die Wehrleute bekommen das Feuer schnell unter Kontrolle und holen den Abfall aus der Halle. Gegen 10 Uhr sind nur noch Nachlöscharbeiten nötig. Wie es zu dem Brand kommen konnte, sei noch unklar, berichtet Thomas Bader, bei der Rhein-Pfalz-Kreis-Feuerwehr zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Diese beziffert den Schaden auf 500.000 Euro. Das sei der Neuwert eines solchen Schredders, ergänzt Süd-Müll-Chef Eberhard. „Wir müssen schauen, wie stark die Maschine beschädigt ist und notfalls eine andere mieten.“ Der Betrieb in dem Wertstoffzentrum gehe weiter.